Ein Stück Seebad-Geschichte erwacht neu. Ein Haus aus der Anfangszeit Wittdüns wurde Schritt für Schritt wiederhergestellt.
Direkt am Deich von Wittdün steht mit dem „Haus Hildegard“ eines der frühen Gebäude aus der Entstehungszeit des Seebads. Errichtet Ende des 19. Jahrhunderts im Umfeld des ersten Strandhotels (heute Haus Kerrin), gehört es zusammen mit dem Nachbarhaus, der Villa Helgoland, zu den Häusern, die den Beginn Wittdüns als Badeort mitprägten.

Bauherr und Namensgeschichte
Bauherr war Peter Köhn, Sohn des Strandhotel-Erbauers, der in unmittelbarer Nähe mehrere Gebäude realisierte. Das Haus wurde 1898 fertiggestellt und erhielt seinen Namen 1907 durch eine der Eigentümerfamilien und deren Tochter Hildegard. Wie viele Gebäude aus dieser Zeit war auch Haus Hildegard über die Jahrzehnte verschiedenen Veränderungen unterworfen.

Rückkehr zum historischen Zustand
Seit 2019 wurde das Gebäude unter neuer Eigentümerschaft umfassend instandgesetzt und in weiten Teilen in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt. So wurde etwa der Wintergarten auf Grundlage historischer Fotografien rekonstruiert, während zugleich originale Bauelemente, wo möglich, erhalten und fehlende nach historischem Vorbild ergänzt wurden.

Die Arbeiten erstreckten sich über mehrere Jahre und waren – nicht zuletzt aufgrund der Lage direkt am Deich und des Baugrunds auf Dünensand – mit besonderem Aufwand verbunden. Viele Details mussten neu gedacht, alte Strukturen freigelegt und behutsam weiterentwickelt werden.
Heute zeigt sich das Haus wieder als das, was es immer war: ein ruhiger, prägender Bestandteil der Wittdüner Architekturgeschichte.

Zwei Häuser, ein Ensemble
Im Zusammenspiel mit dem Nachbarhaus, der Villa Helgoland, zeigt sich Haus Hildegard heute wieder als prägendes Ensemble. Trotz ihrer engen Verwandtschaft unterscheiden sich die beiden Häuser in vielen Details. Während Haus Hildegard durch seinen Wintergarten im Erdgeschoss geprägt ist, weist das Nachbarhaus eine andere Dachform auf. Gerade diese Unterschiede machen den besonderen Charakter des Ensembles aus.
So bleiben die beiden Gebäude, wie seit über 130 Jahren: eng verbunden – und doch eigenständig.
Quellen:
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum


Es freut mich, dass es noch Privatleute gibt, die mit Herzblut die alten Gebäude auf Amrum retten und nicht abreissen und ein gesichtsloses Reetdachhaus dahin setzen.
Die Gemeinden schaffen das ja nicht, obwohl genügend Steuer- und Fördergelder da wären. Da wird abgerissen und die alten Häuser kommen nie wieder.
Reiner Binsen