Amrum gilt als Vorzeigeinsel für Naturschutz. Umweltminister Tobias Goldschmidt macht sich vor Ort ein Bild – und bringt frisches Geld mit.
In seiner Funktion als Landesminister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung besuchte Tobias Goldschmidt in der vergangenen Woche die Insel Amrum. Der Fokus dieses Besuchs lag im Bereich Umwelt und Natur.

Neue Stelle, großes Ziel: Naturschutz koordiniert denken
Im Jahr 2021 wurde auf Amrum die Stelle einer Naturschutzkoordinatorin neu geschaffen. Die Position ist bei der AmrumTouristik AöR angesiedelt und arbeitet eng mit dem
- Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur,
- Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein,
- unteren Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland,
- AmrumTouristik AöR sowie
- Öömrang Ferian i. F.
zusammen.
Ziel dieser Position ist es, ein gesamtinsulares Naturschutzkonzept zu erstellen, das ein Miteinander von Naturschutz und Tourismus ermöglicht.

Fördergelder ermöglichen konkrete Projekte
Auf Grundlage dieses Konzepts wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Fördergelder vom Land Schleswig-Holstein (S+E-Gelder), dem Kreis Nordfriesland (A+E-Gelder) sowie von weiteren Fördermittelgebern wie der AktivRegion Uthlande oder der BINGO!-Umweltlotterie beantragt und bewilligt. Mit diesen Mitteln konnten zahlreiche Naturschutzmaßnahmen wie Heide- und Dünenpflege, das Dünentalprojekt, der gemeinschaftliche Wiesenvogelschutz sowie die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt bzw. gestärkt werden.
Minister auf Inseltour: Lob und neue Unterstützung
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt wollte sich bei seinem Amrum-Besuch persönlich vom Erfolg dieses Konzepts überzeugen und ließ sich auf seiner Tour über die Insel die bisherigen Maßnahmen von der Naturschutzkoordinatorin Hanna Zimmermann erläutern. Um den Naturschutz auf Amrum weiterhin zu unterstützen, brachte der Minister zudem einen Förderbescheid über 411.506 Euro für den Bau zusätzlicher Bohlenwege durch die Dünen mit auf die Insel.
Amrum News nutzte die Gelegenheit, dem Minister einige Fragen zu stellen:
Herr Minister Goldschmidt, was ist Ihre Motivation, Amrum zu besuchen?
Es ist mein erster Besuch als Minister auf Amrum, also sozusagen mein Antrittsbesuch. Ich habe im Vorfeld einiges über die erfolgreiche Naturschutzarbeit auf Amrum erfahren und wollte mir selbst ein Bild davon machen, wie die Beteiligten hier zusammenarbeiten.
Laut einer aktuellen Umfrage unter den Amrumer Gästen geben 70 Prozent der Befragten an, dass sie wegen der einmaligen Natur nach Amrum kommen. Können Sie das nachvollziehen?
Auf jeden Fall. Es macht Hoffnung zu sehen, wie sich die Natur auf Amrum entwickelt und wie viele Besucher gerade wegen des Naturerlebnisses hier ihren Urlaub verbringen möchten.
Amrum lebt vom Tourismus – wie muss ein gesundes Nebeneinander von Tourismus und Naturschutz aussehen (Stichwort Overtourismus)?
Wie auf Amrum. Ich kann jeden verstehen, der hier seinen Urlaub verbringt. Die Insel ist ein Juwel für den Naturschutz.
Die Naturschutzverbände auf der Insel bieten vor allem in den Sommermonaten viele Führungen an. Sollte man in Schulen noch stärker auf Umweltbildung setzen?
In dieser schwierigen Zeit ist es wichtig, dass sich jeder der Notwendigkeit bewusst ist, unsere Natur zu schützen. In Kitas und Schulen lernen Kinder bereits viel über Naturschutz. Es ist sicher sinnvoll, dies in einigen Bereichen noch zu intensivieren – es kann nie genug sein.
Amrum ist durch seine Insellage im Naturschutz besonders – was kann man daraus lernen?
Amrum ist ökologisch eine besonders wertvolle Insel. Einheimische und Gäste erleben hier, wie Naturschutz konkret wirkt und dass Engagement für die Natur etwas sehr Positives ist.
Die Anreise mit der Bahn ist schwieriger geworden. Kann das Land hier helfen? Die Anbindung der schleswig-holsteinischen Westküste an den Bahnverkehr lässt sich sicherlich noch verbessern. Da ist noch viel Luft nach oben. Das ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Land
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

