Diamantene Hochzeit: Ein Leben für die See – und füreinander …

Ihre Liebe begann in einer Kneipe auf Amrum – und führte um die ganze Welt.
Sechs Jahrzehnte lang meisterten Arno und Kerrin Schermer das Leben zwischen Fernreisen und Familienalltag
. Und selbst heute zieht es sie noch hinaus aufs Wasser.

Arno und Kerrin: 1966 bei der Hochzeit in Wittdün

Kennenlernen auf Amrum

Kennengelernt haben sich Arno und Kerrin Schermer 1964 in der „Blauen Maus“ auf Amrum. Arno fuhr zu dieser Zeit bereits zur See, und Kerrin hatte gerade ihre Arbeit im Wittdüner Hotel „Kiek In“ begonnen. Zwei Jahre später wurde geheiratet – nun feiern beide das seltene Fest der diamantenen Hochzeit.

Kerrin (geb. Hansen) ist auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Horsbüll aufgewachsen und arbeitete als Hauswirtschaftsleiterin in Flensburg und München, bevor sie 1964 nach Amrum kam und im Hotel „Kiek In“ tätig war. Ihre beiden Tanten führten zu dieser Zeit das Kinderheim Nordfriesland in Wittdün, das sie 1967 an Kerrin übergaben. Bis 1978 leitete sie das Kinderheim, ehe es verkauft wurde.

Arno ist gebürtiger Amrumer. Schon seine Urgroßeltern (Familie Beinhorn) lebten als Pächter des Kurhauses in Wittdün. Nach der Schulzeit fuhr Arno ab 1959 zur See und absolvierte 1966 das Steuermannspatent. Bereits 1970 folgte das Kapitänspatent, und Arno fuhr bis 1977 als Kapitän der Reederei Deutsch Afrika zu Häfen in aller Welt. „Das Seefahrerleben war damals völlig anders“, so Arno, „Liegezeiten von vier Wochen zum Be- und Entladen waren keine Seltenheit – man konnte Häfen und Länder intensiv kennenlernen.“

Jahre der Trennung und Briefe

Für die junge Ehe waren die ersten Jahre schwierig. Nur 14 Tage nach der Hochzeit war Arno bereits wieder für vier Monate auf See. Etwa alle drei Monate lag das Schiff in Hamburg, und Arno konnte seine Familie besuchen. „Wir haben in dieser Zeit viele, viele Briefe geschrieben“, erinnert sich Kerrin. „Über die Reederei wusste ich immer, wohin ich die Post schicken konnte.“ So erfuhr Arno jedoch erst 14 Tage nach der Geburt, dass seine Tochter Maike geboren war.

Auf einer Reise nach Süd Afrika

Seefahrt, Afrika, Familie und ein neues Zuhause

Als Ehefrau eines Kapitäns konnte Kerrin auch an einigen Reisen teilnehmen. Wann immer es ihre Arbeit im Kinderheim und die Vermietung zuließ, begleitete sie Arno auf großer Fahrt.

Die Seefahrt ist für jede Familie eine Herausforderung. 1977 übernahm Arno daher eine Stelle an Land: Er wurde Hafenkapitän in Lagos (Nigeria). Auch wenn die Entfernung nach Hause groß war, wurden die gegenseitigen Besuche planbarer – alle drei Monate kam Arno für einen Monat nach Deutschland.

Ein Besuch in Afrika

„Ich habe Arno auch gemeinsam mit Carsten und Maike in Nigeria besucht, vor allem im Winter, wenn wir keine Gäste im Haus hatten“, erzählt Kerrin. Aus dieser Zeit entstand auch die Liebe zu Afrika, und gemeinsam bereisten sie später viele weitere Länder des Kontinents.

1977 entstand das neue Haus „Passat“ am Ortsausgang von Wittdün. Als 1992 die Reederei Deutsch Afrika verkauft wurde, kehrte Arno nach Amrum zurück und arbeitete freiberuflich an verschiedenen maritimen Projekten.

Kerrin und Arno auf der Diamantene Hochzeit

Die Liebe zur See bleibt

Doch nicht nur die große Seefahrt lockte Arno und Kerrin aufs Wasser: Bereits 1968 segelten sie mit einem 30er-Jollenkreuzer, den Arno gemeinsam mit seinem Vater besaß, durchs nordfriesische Wattenmeer. 1976 folgte die „Maike“, mit der sie zahlreiche Fahrten in Nord- und Ostsee unternahmen. Da Arno – wie es heißt – „Salzwasser in den Adern“ hat, übernahm er 2002 den Vorsitz des Amrumer Yachtclubs. 17 Jahre lang leitete er den Club erfolgreich und prägte dessen Entwicklung maßgeblich.

Die Feier der diamantenen Hochzeit fand in Norddorf im Restaurant Lass im Kreis von Familie und Freunden statt. Wittdüns Bürgermeister Heiko Müller überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Wittdün, des Landrats von Nordfriesland, Florian Lorenzen sowie des Ministerpräsidnten von Schleswig- Holstein, Daniel Günther.

Und nächste Woche geht es wieder aufs Meer: Das Boot „Maike“ kommt nach dem Winterlager zurück ins Wasser – und Kerrin und Arno planen bereits ihre nächsten gemeinsamen Segeltörns.

Amrum News gratuliert zur Diamantenen Hochzeit und wünscht Euch noch viele gemeinsame Törns.

Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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