Markttag an der Mühle in Nebel …

Der Bauernmarkt an der Amrumer Mühle startet in seine 18. Saison. Gäste und Einheimische erwartet eine große Auswahl regionaler Produkte direkt von den Höfen. Warum der kleine Markt seit Jahren so viele Besucher anzieht, zeigt sich zwischen Gemüse, Käse und Klönschnack.

Wie der Bauernmarkt entstand

Seit 2009 gibt es den „Kleinen Föhrer Bauernmarkt“ auf Amrum.
Jürgen Arfsten hatte bereits 2004 die Idee zu diesem Markt: „Machen wir einen Markt mit den Amrumern zusammen“, dachte er. Sein jüngster Sohn Jann-Oluf, der damals in Wittdün beruflich beschäftigt war, stellte fest, dass auf Amrum etwas fehlte, und wurde aktiv. Er befragte einige Amrumer, doch diese zeigten kein Interesse. Daraufhin fragte Jürgen auf Föhr in die Runde, und schnell fand sich ein Beschickerteam. Seit 2009 kommen die Föhrer nun regelmäßig jeden Dienstag nach Nebel, um dort ihre frischen Waren anzubieten.

Alles begann damals in Süddorf am Fahrradverleih. Aufgrund der angespannten Parksituation musste der Markt jedoch an seinen heutigen Standort am Mühlenstadion wechseln.

Der Bauernmarkt ist inzwischen eine Institution auf der Insel. Vom 19. Mai bis zum 13. Oktober werden jeweils dienstags von 10 bis 13:30 Uhr frisches Gemüse und Obst, Käse, Eier, Fleisch- und Wurstwaren, Konfitüren, Marmeladen und vieles mehr zum Kauf angeboten. Auch Produkte vom Amrumer Hof Martinen sind hier zu erwerben.

Regionale Produkte direkt vom Hof

Es geht wieder los: Die Wochenmarkt-Saison auf Amrum beginnt. Seit vielen Jahren kommen verschiedene landwirtschaftliche Betriebe von Föhr einmal pro Woche mit ihren eigenen Produkten und Erzeugnissen nach Amrum und bereichern das Angebot für Gäste und Insulaner. Die Frische und Qualität der Produkte sind garantiert, und auch das eine oder andere besondere Produkt ist dort zu finden.

Es gibt Gemüse, Obst, zartes Lammfleisch, Ziegenkäse, Marmeladen, Früchte und Liköre. Alles ist selbst gemacht oder stammt zumindest vom eigenen Hof, denn auf Amrums Nachbarinsel gibt es noch viel Landwirtschaft.

Das Sortiment umfasst unter anderem hausgemachte Frischei-Nudeln, frische Föhrer Erdbeeren, verschiedene Rohmilchkäsesorten und Butter, inseleigene Fleischprodukte von Lamm und Schwein sowie Schaffelle von Föhrer Schafen. All dies bildet das reichhaltige Angebot des beliebten kleinen Wochenmarkts.

Föhr ist viermal so groß wie Amrum, sodass dort genug Platz für etwa 100 landwirtschaftliche Betriebe beziehungsweise Bauernhöfe ist, darunter 24 Milchviehbetriebe sowie einige wenige Höfe mit Hühner-, Schweine- und Gemüsehaltung.

Buntes Markttreiben an der Mühle

Buntes Treiben, verschiedene Gerüche und kräftige Farben begrüßen die zahlreichen Besucher und laden zum Stöbern und Verweilen ein. Auch für den einen oder anderen Klönschnack bleibt Zeit.

Es empfiehlt sich, den Markt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu besuchen. Natürlich gibt es Parkmöglichkeiten vor Ort, die dem Besucheransturm jedoch kaum gerecht werden können. Den Wochenmarkt und die öffentlichen Toiletten erreicht man durch den Eingang gegenüber der Amrumer Mühle.

Diese Händler sind wieder dabei

Im Mühlenstadion, auf der Wiese gegenüber der Mühle in Nebel, werden dieselben Marktbeschicker wie im Vorjahr erwartet.

Seit 2024 ist der Food-Truck „Futtertrog” der Familie Martinen aus Süddorf mit dabei. Dienstags ist Markttag – und damit Bratwursttag. Zudem werden viele Produkte vom Hof angeboten. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit („vom Tier alles verwerten“) mit Fleisch vom eigenen Amrumer Rind oder Schwein.
Eier aus dem Hühnermobil und Amrumer Kartoffeln sind im Hofladen in Süddorf erhältlich.

Es folgt der Stand der Familie Arfsten aus Süderende. Hier gibt es leckeres Gemüse, darunter Kartoffeln, Karotten, Tomaten, Cocktailtomaten, Minigurken, Gurken, Schmorgurken, Brokkoli, Kohlrabi, Zucchini, Auberginen, Rote Bete, Hokkaido-Kürbis, Radieschen, Rhabarber, Melonen, verschiedene Kohlarten sowie Kräuter. Außerdem werden verschiedene Obstsorten angeboten, darunter die Sorten Elstar, Delbar Estivale sowie die für Allergiker geeigneten Sorten Santana und Wellant.

„Noch haben wir nicht alles dabei. Es ist derzeit einfach noch zu kalt, daher dauert es noch bis zur Reife“, sagt Jann-Oluf Arfsten am Telefon.

Daneben stehen zwei Verkaufswagen. Die Schäferei Petersen aus Wrixum bietet original handgemachten Föhrer Schafskäse nach traditionellem Rezept in den Sorten Natur, Pfeffer und Bockshornklee an. Auch Fleisch vom Salzwiesenlamm ist im Angebot. Nebenan, bei der Familie Hartmann aus Alkersum gibt es sieben verschiedene Sorten Föhrer Käse, Frischkäse, Joghurt, Inselbutter und „Beschwipste Eier“ aus eigener Herstellung.

Am Stand des Bauernhofs Nielsen aus Borgsum gibt es eine große Auswahl an Selbstgemachtem, darunter Sirup, Säfte, Marmeladen aus Föhrer Hagebutten, Eierlikör und Holunderblütensirup.

Abgerundet wird das Angebot durch einen weiteren Stand der Schäferei Petersen, der unter anderem Lammspezialitäten, Aalrauchmettwurst, weiche Schaffelle sowie selbst gemachte Marmeladen anbietet.

Warum der Markt so beliebt ist

Ein solcher Markt ist zweifellos eine Bereicherung für Gäste und Einheimische und aus Sicht des Tourismusmarketings auf jeden Fall unterstützenswert. Regionale Produkte sind beliebt – und Märkte sowieso. Der Kontakt zu den Machern und das Wissen um die Herkunft der Lebensmittel vermitteln ein gutes Gefühl.

 

Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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