Bunte Wiesensträuße am Straßenrand ziehen auf Amrum die Blicke auf sich. Dahinter stecken Marwin Gerrets und Linda Rendel, die mit „bluum-fial“ ihre Leidenschaft für Blumen zum kleinen Nebenprojekt gemacht haben. Doch was macht ihre Sträuße so besonders?

„Wir verwenden nur Schnittblumen von unserer eigenen Wiese und was wir bei meinen Eltern im Garten finden. Was gerade blüht, können wir verkaufen. Unsere Sträuße sind nicht perfekt, sie sind mit Herz und Liebe für die Blumen gebunden“, erklärt Marwin Gerrets, der die Idee zu der eigenen Blühwiese hatte.
Aus einer Idee wird ein Blumenfeld
Gleich hinter ihrem Haus im Uasterstigh Nr.40 in Süddorf liegt eine Wiese, die kaum schöner sein könnte. Es duftet und blüht, Hummeln und Bienen sausen von Blüte zu Blüte. „Es macht einfach glücklich“, strahlt Linda, während sie mit ihrem Eimer ihre routinemäßige Runde durch die Blumenreihen dreht. Noch blühen Kosmeen in allen Farben, Gladiolen, Dahlien, Zinnien, Sonnenblumen, der duftende Ziertabak und Phlox. Die Frühsommerwiese ist mittlerweile den Gräsern gewichen, aber auch die landen in den Sträußen.

Lindas Freundin auf dem Festland gab den Anstoß für das jetzige Vorhaben. „Meine Freundin lebt auf einem großen Bauernhof und hat dort schon mehrere Jahre ein großes Blumenfeld zum Selbstpflücken. Jedes Mal, wenn wir zu Besuch waren, habe ich Blumen mitgenommen und auch nach Amrum gebracht“, erzählt Linda.
Auf die Idee, so etwas auch auf Amrum zu machen, kam allerdings nicht sie, sondern Marwin. „Doch wir wollten keine Selbstpflückwiese. Die Leute müssten durch unseren Garten gehen, um zum Feld zu kommen. So kam mir die Idee, gebundene Sträuße an der Straße zu verkaufen.“
Ein paar Lehrstunden bei Eiken der Floristenmeisterin aus Nebel und schon ging es los.
„Wir machen keine Auftragsarbeiten auf Bestellung für die wir die passenden Blumen einkaufen müssten. Denn wir wollen nur das anbieten, was gerade bei uns blüht“, erzählen die beiden. Gerade bereiten sie sich auf den Bauernmarkt am Dienstag vor.
In der vergangenen Woche hatten sie dort zum ersten Mal ihren Blumenstand und waren schnell ausverkauft.

Viele Ideen für die Zukunft
„Im nächsten Jahr werden wir unsere Saat noch überarbeiten, damit wir frühe Blüher haben und auch bis in den Herbst hinein Blumen anbieten können. Es bleibt immer etwas zu tun und wir haben viele Ideen“, freuen sich die beiden, die diese Arbeit mit den Blumen neben ihren Hauptberufen machen.
„Wir sind im Blumenfeld am Abend oder morgens vor der Arbeit. Ja, es ist mehr Zeit, doch für uns beide bereichert es unser Leben. Wir schenken Freude mit diesen Blumen“, erzählen sie und sind schon wieder eine Reihe weiter und jäten das Unkraut.

“Welche Blumenarten habt ihr ausgesucht und wieso?“ und „Wie geht es im nächsten Jahr weiter?“
“Wir sind vollkommen ohne Vorkenntnisse gestartet und wollten eigentlich nur Gladiolen und eine besondere Sorte fast weiße Sonnenblumen namens „White Light“. Bei dem Saathändler, den uns unsere Freundin vom Blumenfeld empfohlen hat, haben wir dann einfach alles gekauft, was wir hübsch fanden. Überall hörten wir, dass diese großen Blumen im Nordseewind abknicken würden, aber wir hatten eher das Gefühl, dass die hier besonders stark wurden. Das machen wir nächstes Jahr definitiv wieder, aber werden aus unseren Anfängerfehlern lernen. Also viel mehr Unkraut jäten, mehr Schutz vor Schnecken und hier und da andere Standorte. Da wir so viele Bienen in unseren Blumen haben, haben wir angefangen Blumensamen zu sammeln und sind gespannt, ob davon im neuen Jahr etwas angeht. Bis dahin wollen wir im Advent Kränze binden und dann hoffentlich nach einem kurzen Winter mit Frühlingszwiebeln in die neue Blumensaison starten. Das schönste war eigentlich zu sehen, wie sehr die Amrumer sich über die Blumen freuen. Eigentlich wollten wir ja nur für uns Blumen haben und das was übrig ist mit anderen teilen. Jetzt merken wir, dass gerade das Wilde und Unperfekte auch anderen Freude macht und sind dankbar, wie sehr wir dabei unterstützt werden. Wir haben mit Freunden im strömenden Regen und matschigem Feld Knollen eingegraben, stundenlang gemütlich auf der Terasse Sträuße gebunden und Samen aus vertrockneten Blüten gepult“, erzählen Marwin und Linda mit einem Strahlen in den Augen, denn dies ist für sie mehr als Arbeit, es ist eine Leidenschaft.
Was gerade blüht, kommt in den Strauß
Vom Frühjahr über den Sommer bis in den Herbst hinein wechseln die Blumenarten. Genau das macht „bluum-fial“ so besonders. Die Schnittblumen werden zu echten Wiesensträußen gebunden und kommen frisch vom Feld.
Sie versprühen einen besonderen Charme – den Charme blühender Natur.
Bei Interesse :0151-25403275 – Instagramm: eilun_bluum_fial
Mail : bluumfial@gmail.com
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum


