Seit Jahrzehnten sorgt die DLRG auf Amrum für Sicherheit am Kniepsand. Mit großem ehrenamtlichem Engagement, moderner Technik und hunderten Rettungskräften leisten die Wasserretter einen unverzichtbaren Beitrag für einen sicheren Badeurlaub auf der Insel.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der allgemeinen Gefahrenabwehr auf der Insel Amrum. Gegründet wurde die gemeinnützige Hilfsorganisation im Jahr 1913 in Leipzig. Auch heute arbeitet sie grundsätzlich ehrenamtlich und mit freiwilligen Helfern. Die an den Badestränden der Nord- und Ostseeküsten sowie an Flüssen und Seen in ganz Deutschland tätige DLRG verfolgt das Ziel „Ertrinken verhindern“ und ist die weltweit größte freiwillige Wasserrettungsorganisation.

Für Amrum hat die DLRG eine besonders große Bedeutung, denn der Kniepsand zählt als einer der größten zusammenhängenden Strandräume Europas zu den wichtigsten Anziehungspunkten für tausende Badegäste. Die Gezeiten, Strömungsverhältnisse, wechselnden Wetterbedingungen sowie der sich durch seine nordwärts gerichtete Ausbreitung ständig verändernde Kniepsand stellen besondere Anforderungen an die Organisation der Badeaufsicht und Wasserrettung.

Der Kniepsand hat eine Länge von etwa 15 Kilometern und ist – je nach Wasserstand – bis zu zwei Kilometer breit. Zwischen Dünenkante und Wasserkante liegen bei Ebbe riesige Sandflächen. Diese enorme Ausdehnung macht es unmöglich, neben den saisonal fest installierten Wachtürmen in Nebel und Norddorf eine durchgehende Überwachung des gesamten Kniepsands bereitzustellen. Zudem können mögliche Einsatzorte weit von den Wachstationen entfernt liegen, da sich die Badegäste über große Strandabschnitte verteilen. Eine erfolgreiche Wasserrettung hängt daher nicht nur von einer großen Personalstärke, sondern ebenso von moderner technischer Ausstattung, guter Organisation und umfassender Ortskenntnis ab.

Seit vielen Jahrzehnten ist die geregelte Badeaufsicht durch die DLRG ein fester Bestandteil des touristischen Angebots der Insel Amrum. Zwischen Anfang Mai und Ende September leisten Rettungsschwimmer, Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Bootsführer und Ausbilder ihren Dienst im Bereich der Wasserrettung.
Bis 2015 gab es die klassische Badeaufsicht an den Wachstationen in Norddorf, Nebel und Wittdün. Mit zunehmender Versandung der Badestelle am Kniep in Wittdün entfiel danach die DLRG-Präsenz im Bereich der Strandbar Seehund. Die Aufsicht in Nebel wird hingegen weiterhin von drei auf Pfahlbauten errichteten Wachtürmen aus sichergestellt – am Strandübergang Nebel, am FKK-Strand Nebel sowie am Strandübergang Süddorf. In Norddorf wurde das vor einigen Jahren durch eine Sommersturmflut zerstörte fest installierte Wachgebäude durch einen mobilen Wachturm ersetzt, der problemlos bis an die Wasserkante gefahren werden kann. Nach der Saison werden alle Türme vom Strand entfernt und sicher im Winterlager untergebracht.

In den vergangenen Jahren wurden auch die technischen Gerätschaften modernisiert und den heutigen Anforderungen angepasst. Finanziert durch die Gemeinden der Insel Amrum, die Amrum Touristik sowie verschiedener Fördergelder – beispielsweise von der Aktivregion Uthlande – wurden unter anderem E-Mobile („Quads“), ein Rettungsboot mit Anhängertechnik, ein Seabob-Rettungsgerät, moderne Funktechnik und Kindersucharmbänder angeschafft.

Die insularen Kommunen sind die offiziellen Betreiber der Badestellen und stellen auch die Unterkünfte für die DLRG-Mitarbeiter bereit. Derzeit entstehen moderne Wohneinheiten im Neubau des Feuerwehrgerätehauses Nebel. Neue Unterkünfte für den DLRG-Standort Norddorf sind bereits in Planung. Die Bauhöfe der Gemeinden kümmern sich um die örtliche Infrastruktur. Die Verwaltung des DLRG-Rettungswesens auf Amrum – darunter Kommunikation mit dem DLRG-Verbandswesen, Akquirierung von Rettungskräften, Abrechnungen und Materialbeschaffung – erfolgt über die Amrum Touristik.

Betont werden muss, dass ohne das persönliche Engagement jedes einzelnen wachschiebenden DLRG-Mitglieds keine verantwortungsvolle und erfolgreiche Wasserrettung möglich wäre. Beeindruckend sind auch die Zahlen der Frauen, Männer und Diversen, die jedes Jahr nach Amrum kommen, um die Badeaufsicht sicherzustellen.
Waren es vor 15 Jahren, also 2011, noch „nur“ 95 Rettungskräfte, die über die Saison hinweg eingesetzt werden konnten, haben für die Saison 2026 zwischen dem 9. Mai und dem 19. September bereits 179 Personen ihren Aufenthalt auf Amrum zugesagt. Insgesamt werden sie 1.750 Personentage leisten und verbringen dabei durchschnittlich etwa neun Nächte auf der Insel.
Die Wachgängerinnen und Wachgänger kommen aus nahezu allen deutschen Bundesländern. Am stärksten vertreten ist Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg sowie Niedersachsen/Bremen. Die Geschlechterverteilung ist mit 57 Prozent männlichen und 43 Prozent weiblichen Einsatzkräften nahezu ausgeglichen. Die Helfer stammen aus allen Altersklassen – von unter 18 bis über 60 Jahren –, wobei die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen mit rund 65 Prozent besonders stark vertreten ist.
Alle verfügen über eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer, einige zusätzlich über Qualifikationen als Bootsführer oder Wachleiter. Während ihres Aufenthalts auf Amrum führen sie regelmäßig Übungen durch und nehmen an weiteren Schulungen teil. Ein hoher Anteil der angemeldeten Personen sind sogenannte Wiederkehrer, die aufgrund ihrer Ortskenntnisse für Einsätze am Kniepsand besonders wertvoll sind.
Wenn man bedenkt, dass die Einsätze am Kniepsand ehrenamtlich erfolgen und die Wasserretter oft Teile ihres Jahresurlaubs für ihren Einsatz auf der Insel Amrum opfern, kann man allen Beteiligten nur großen Dank aussprechen. Im Gegensatz zu den von ihnen betreuten Badegästen haben sie zwar Kost, Logis und Reisekosten frei und erhalten einen geringen Tagessatz als Aufwandsentschädigung, sind aber definitiv nicht zur Erholung auf der Insel, sondern garantieren mit ihrem Engagement einen ungetrübten Badespaß.
Auch wenn Notfälle und Ertrinkungsunfälle niemals vollständig ausgeschlossen werden können, sorgt die Anwesenheit der DLRG am Kniepsand für ein hohes Maß an Sicherheit – vorausgesetzt, die Badegäste halten sich an die Empfehlungen der Wasserwacht: Niemals außerhalb der bewachten Badestrände ins Wasser gehen, die Strömungsverhältnisse beachten und die Flaggensignale berücksichtigen. Die rot-gelbe Flagge kennzeichnet ein bewachtes Badegebiet, in dem Schwimmen und Baden gefahrlos möglich sind. Die gelbe Flagge weist auf erhöhte Gefahr hin; Schwimmen wird hier nur geübten Schwimmern empfohlen. Die rote Flagge bedeutet Lebensgefahr und Badeverbot.
Damit auch in den kommenden Jahren sicherer Badespaß – egal an welchem Strand oder Ufer – gewährleistet werden kann, unterstützen die Amrum Touristik und auch Amrum News gerne die Werbekampagne der DLRG zur Gewinnung neuer Mitglieder.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

