Vor Hunderten Zuschauern zeigte der TSV Amrum eine leidenschaftliche Leistung.
Trotz früher Rückschläge und langer Unterzahl hielt das Team den Pokalfight lange offen. Am Ende entschieden wenige Szenen über Sieg und Niederlage.
Am Tag des Finales der XXL-Fußball-WM in Übersee wurde auch auf Amrum gespielt – ehrlicher Fußball auf grüner Wiese vor Hunderten Zuschauern auf dem Sportplatz an der Mühle in Nebel. Zu Gast in der ersten Runde des Kreispokals war die SG Wiedingharde/Emmelsbüll. Als die Partie um 15.40 Uhr endlich angepfiffen wurde, blieb bis zur Abfahrt der letzten Fähre um 18.15 Uhr allerdings nicht mehr viel Zeit – eine Verlängerung hätte es nicht geben dürfen.
In der Aufstellung mit N. Siebert, A. Boyens, B. Randow, M. Bäder, M. Claussen, M. Flor, K. Bozic, P. Jensen, Ch. Werner, J. Tadsen und N. Engels rechneten sich die Insulaner durchaus Chancen auf den Einzug in die zweite Runde aus. Doch der TSV geriet früh in Rückstand: Nach zehn Minuten gingen die Gäste nach einer Ecke auf den kurzen Pfosten mit 1:0 in Führung.

Der nächste Rückschlag folgte wenig später, als sich K. Bozic in einem Zweikampf so schwer verletzte, dass ein Rettungswagen gerufen werden musste. Durch eine zugeparkte und nur schwer passierbare Zufahrt dauerte es lange, bis der Spieler versorgt und unter aufmunternden Applaus der zahlreichen Zuschauer abtransportiert werden konnte. Eine vermeidbare Situation, zumal nebenan auch das alljährliche Ringreiten stattfand. Eine bessere Abstimmung der Veranstalter und eine rechtzeitige Parkplatzregelung hätten unnötige Verzögerungen verhindern können.
Für den verletzten Amrumer kam M. Kruggel ins Spiel – ein weiterer Spieler aus der ehemaligen Mannschaft von Trainer M. Houben, der über viele Jahre die Jugendmannschaften des TSV Amrum betreut hatte.
Kurz darauf schwächten sich die Gastgeber selbst: Nach einem Foul sah M. Flor die Rote Karte. Nach Ansicht vieler Zuschauer hätte eine Gelbe Karte ausgereicht. Mit nur noch zehn Spielern steigerte sich der TSV jedoch und wurde für seinen Einsatz kurz vor der Pause belohnt. M. Claussen erzielte den umjubelten Ausgleich zum 1:1.

Nach dem Seitenwechsel wollten die Insulaner ihre engagierte Leistung in Unterzahl mit einer Überraschung krönen. Doch die Kräfte schwanden zunehmend. Zudem erschwerte der Gegenwind ein schnelles Konterspiel gegen die numerisch überlegenen Gäste. Nachdem der TSV mehrere Chancen ungenutzt gelassen hatte, ging die SG Wiedingharde in der 74. Minute durch einen Konter mit 2:1 in Führung und sorgte damit für die Vorentscheidung.
So sehr sich die Insulaner auch bemühten: Selbst beste Möglichkeiten zum Ausgleich und damit zur Chance auf ein Elfmeterschießen blieben ungenutzt. Als dann auch noch der torgefährliche M. Claussen und der starke A. Boyens ausgewechselt wurden, schwand der Glaube an die Wende. In der Schlussphase sah P. Jensen zudem die Gelb-Rote Karte. Das 1:3 in der Nachspielzeit hatte schließlich nur noch statistischen Wert.
Damit verpasste der TSV Amrum die Chance, als unterklassigster Verein des Landes im Kreispokal für eine Überraschung zu sorgen und an den großen Pokallauf anzuknüpfen, der die Insulaner vor rund 30 Jahren bis ins Halbfinale geführt hatte.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

