Feuerwehr, Kindergarten und Pflege bleiben die größten Ausgaben des Zweckverbandes. Der Nachtragshaushalt zeigt, wofür die drei Inselgemeinden 2026 gemeinsam Geld ausgeben – und wo die größten Herausforderungen liegen. Besonders bei der Feuerwehr stehen große Investitionen bevor.

Gemeinsame Aufgaben, gemeinsame Finanzierung
Im Zweckverband Sicherheit und Soziales haben sich die drei Amrumer Inselgemeinden zusammengeschlossen, um die Finanzierung und Koordination übergemeindlicher Aufgaben wie Feuerwehr, Kindergarten, Sozialstation, Gemeindeschwesternstation, Psychologenstelle und Jugendzentrum sicherzustellen.
Die drei Inselgemeinden beteiligen sich entsprechend ihrer Steuerkraft an den Kosten. Die Haushaltsplanung für das Jahr 2026 sieht eine Umlage von insgesamt 1.188.518,05 Euro vor. Auf die Gemeinde Nebel entfallen 481.435,90 Euro (40,51 Prozent), auf Norddorf 351.280,51 Euro (29,56 Prozent) und auf Wittdün 355.801,64 Euro (29,94 Prozent). Zusätzlich zahlen die Gemeinden eine Investitionskostenzuweisung von insgesamt 136.000 Euro an den Zweckverband.
Für das laufende Jahr sind Erträge in Höhe von insgesamt 2.059.200 Euro und Aufwendungen von 2.065.300 Euro geplant. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Defizit von 6.100 Euro.
Kindergarten bleibt größter Ausgabenposten
Den größten Ausgabenposten bildet der Amrumer Kindergarten. Der Zuschuss für das Haushaltsjahr 2026 beträgt 420.000 Euro. Zusätzlich ist ein Wohngemeindeanteil von 360.000 Euro zu zahlen. Als Fördermaßnahme für den Inselkindergarten erhält der Zweckverband im Jahr 2026 zudem sogenannte Gruppenförderungssätze nach § 57 KiTaG in Höhe von 780.000 Euro.
Pflege und Feuerwehr binden hohe Mittel
Der zweitgrößte Ausgabenposten entfällt auf das Feuerwehrwesen mit 182.200 Euro. Darüber hinaus sind Zuschüsse für die Bücherei auf Amrum (10.600 Euro), das Jugendzentrum (8.500 Euro), die Psychologenstelle (3.200 Euro) sowie die Pflegestation beziehungsweise den Mobilen Pflegedienst (180.000 Euro) eingeplant. Der Ansatz für die Pflegestation beziehungsweise den Mobilen Pflegedienst berücksichtigt in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 den Ausgleich von Defiziten aus den Vorjahren. Ab 2027 wird mit sinkenden Aufwendungen gerechnet.
Aus den Zentralitätsmitteln der Gemeinde Nebel erhält der Zweckverband Zuschüsse für den Kindergarten (10.200 Euro) sowie für die Pflegestation beziehungsweise den Mobilen Pflegedienst (24.000 Euro).
Für das Jahr 2026 sind Investitionen in Höhe von insgesamt 832.200 Euro vorgesehen. Davon werden 501.200 Euro aus dem Vorjahr übertragen.
Große Investitionen in Fahrzeuge und Gerätehäuser
Den größten Anteil an den Investitionen nimmt die Feuerwehr ein. Neben der Neuanschaffung eines LF 10 für die Feuerwehr Norddorf (300.000 Euro) plant die Feuerwehr Nebel die Anschaffung eines TLF 3000 mit einem Fassungsvermögen von 3.000 Litern Löschwasser. Die Kosten belaufen sich auf 460.000 Euro. Dafür ist eine Förderung von bis zu 113.700 Euro möglich. Zusätzlich sind 136.000 Euro für kleinere Anschaffungen wie Wärmebildkameras und Lungenautomaten eingeplant.
Neben den Kosten für Fahrzeuge und Ausrüstung belasten derzeit auch umfangreiche Investitionen in die Feuerwehrgerätehäuser die Haushalte der Gemeinden. Aufgrund neuer Anforderungen an die Schwarz-Weiß-Trennung nach Einsätzen, also der Trennung von verschmutzter und sauberer Einsatzkleidung, sind erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich. Das Feuerwehrgerätehaus in Nebel wird derzeit für rund 1,9 Millionen Euro umgebaut. Geplant sind außerdem der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Süddorf für rund 600.000 Euro sowie ein Anbau des Gerätehauses in Wittdün für mehr als eine Million Euro.
Alle Anwesenden waren sich einig, dass eine leistungsfähige Feuerwehr auf Amrum höchste Priorität hat. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass die notwendigen Investitionen trotz angespannter Gemeindefinanzen neben weiteren wichtigen Aufgaben wie Gesundheitsversorgung und Infrastruktur finanzierbar bleiben. Angeregt wurde deshalb, dass sich die Feuerwehren und Kommunalpolitiker im Herbst zusammensetzen, um über mögliche Effizienzsteigerungen im Feuerwehrbereich zu beraten.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum


Der Nachtragshaushalt des Zweckverbandes Sicherheit und Soziales wurde erforderlich, um die Schieflage des Haushalts 2026 zu korrigieren. An der Ergebnisplanung änderte sich jedoch nichts: Der bereits im Haushalt 2026 ausgewiesene Jahresfehlbetrag von 6.100 Euro wurde auch im Nachtragshaushalt unverändert übernommen. Anpassungen waren allerdings in der Finanzplanung notwendig. So musste der Gesamtbetrag der Einzahlungen aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit um 193.700 Euro erhöht werden, während die Auszahlungen um weitere 185.000 Euro anstiegen.
Diese Entwicklung wirft berechtigte Fragen auf. Bereits kurze Zeit nach der Aufstellung und Verabschiedung des Haushalts 2026 musste ein Nachtragshaushalt beschlossen werden. In einer Gesellschafterversammlung wäre deshalb kritisch hinterfragt worden, ob der ursprüngliche Haushalt den Anforderungen einer ordnungsgemäßen und vorausschauenden Haushaltsführung tatsächlich gerecht wurde.
Unstrittig ist, dass größere kommunale Aufgaben sinnvoll gemeinsam von den beteiligten Gemeinden wahrgenommen und finanziert werden. Dass sich Feuerwehren und Kommunalpolitiker im Herbst zusammensetzen wollen, um über mögliche Effizienzsteigerungen im Feuerwehrwesen zu beraten, ist daher ein richtiger und notwendiger Schritt. Dieser Synergiegedanke sollte jedoch nicht auf den Feuerwehrbereich beschränkt bleiben, sondern auch die Beratungen zum Haushalt 2027 prägen. Ziel muss es sein, die vorhandenen Mittel wirtschaftlich und verantwortungsvoll einzusetzen, die Handlungsfähigkeit des Zweckverbandes langfristig zu sichern sowie durch eine transparente und verlässliche Haushaltsplanung künftige Nachtragshaushalte möglichst zu vermeiden.
Carl Lorenzen, Nebel