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Gäste sollten mit dem Geländewagen kommen …

„Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und wir haben immer noch eine Baustelle vor der Tür“, zeigt sich ein Anwohner des „Letj Nuurd“ in Norddorf genervt. Seinen Gästen kann er nur empfehlen mit dem Geländewagen anzureisen, um überhaupt bis auf den Parkplatz des Gästehauses zu gelangen.

Allzuoft waren nur einzelne Tiefbauer am Werk beklagen die Anwohner.

Allzuoft waren nur einzelne Tiefbauer am Werk beklagen die Anwohner.

Nachdem wir bereits im Januar dieses Jahres über die katastrophalen Verhältnisse entlang des wassergebundenen Weges berichtet hatten, bei Regen benötigte man dort regelmäßig ein „Boot“ um die tiefen eng aneinander gereihten Pfützen trockenen Fußes zu überqueren, wurde in der Gemeindevertretung eine Pflasterung der Oberfläche beschlossen. Die Anwohner haben dabei einen Eigenanteil zu tragen, bekommen dafür aber eine geordnete Oberflächenentwässerung und eine aufwertende Pflasterung in ihrer Straße. „Wir konnten unseren Gästen diese Pfützenlandschaft gar nicht mehr zumuten“, erinnert sich ein Vermieter und hat noch das Bild vor Augen, wie seine Gäste die feine Küche in Norddorf besuchen wollen und dabei Gummistiefel tragen.

Um Zeit vor der dunklen Jahreszeit zu gewinnen, hatte Bürgermeister Peter Koßmann per Eilentscheidung den Ausbau des „Letj Nuurd“ beauftragt, sodass pünktlich zu Weihnachten alles fertig sein sollte. „Von acht Wochen Bauzeit war die Rede und nun sind die Arbeiten, die im Oktober begannen, immer noch nicht annähernd fertig“, zeigt sich ein weiterer Anwohner erbost. Dabei weiß er nur zu genau, woran es gelegen hat. „Die Baustelle war chronisch unterbesetzt und über viele Tage standen die Maschinen still beziehungsweise waren abgezogen“, so der Vorwurf an den Auftragnehmer. Dessen Vorarbeiter war zu keiner detaillierten Stellungnahme bereit, brachte aber den derzeitigen Zustand mit den vielen Regentagen in Verbindung.

Stillstand auch bei besten Wetter...

Stillstand auch bei besten Wetter…

Bürgermeister Koßmann zeigte sich derweil ungehalten, zumal während der Tage mit gutem Wetter die Baustelle vernachlässigt wurde und im Januar sicherlich auch der Winter einfallen könnte und die Arbeiten dann weiter verzögert würden. Ein Blick durch die Gemeinde lieferte eine Vielzahl begonnener und nicht abgeschlossener Tiefbauarbeiten, die den Gästen zu Weihnachten und Silvester keinen besonders vorteilhaften Anblick biete. Zumal dem Gemeindeoberhaupt die derzeitige Entwicklung der privaten Infrastruktur entlang des Strunwais, der Spaziermeile Norddorfs, nicht zusage. Schon im Winter letzen Jahres habe er an die Anwohner und Geschäftstreibende appelliert, sich ein Beispiel an den schön gestalteten Grundstücken zu nehmen und ihre Außendarstellung aufzuwerten. „Dieser Appell ist von den Betroffenen leider nicht verstanden worden“, so Koßmann. Er vertritt die Ansicht, dass man in die Zufriedenheit der Gäste investieren muss, wenn man am engen Tourismusmarkt bestehen möchte.

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.

Ein Kommentar

  1. Es ist schon ein Trauerspiel. Aber auf dem Festland ist es auch nicht besser. Bei mir lag vor einigen Jahren eine Baustelle mehrere Wochen quasi brach, weil ein Baggerfahrer zunächst im Urlaub und dann krank war. Einen Ersatz gab es nicht.
    Grüße an die Nordsee.
    Arne

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