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„Hanseatic“ ging vor Wittdün vor Anker…

Vor acht Jahren begannen mit dem Kreuzfahrtschiff „HANSEATIC“ die Anläufe von Luxuslinern ins nordfriesische Wattenmeer und bescherten seitdem der Insel Amrum nahezu in jedem Jahr maritime Highlights. Die „COLUMBUS2“ war mit 180 Metern Länge dabei 2012 das bisher größte Kreuzfahrtschiff, das vor Wittdün vor Anker gegangen ist.

Die Hansatic auf dem Weg zum Ankerplatz vor Wittdün...

Die Hansatic auf dem Weg zum Ankerplatz vor Wittdün…

Leider spielte das Wetter nicht immer mit, sodass verschiedene Anläufe kurzfristig storniert werden mussten. So auch der Besuch der „HANSEATIC“ im September 2012. Auch bei dem Besuch am Wochenende hatte sich die Reederei Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten vorbehalten, im Falle schlechten Wetters den Besuch vor Amrum zu canceln. Zu gering ist die Wassertiefe bei der Einfahrt ins Rütergat, dem Hauptfahrwasser zu den Inseln und Halligen, als das schwerer Seegang nicht eine zu große Gefahr der Grundberührung bedeuten könnte. Zudem würde das Ausbooten der Passagiere nicht unbegrenzt funktionieren.

„Wir haben bessere Verhältnisse als gemeldet vorgefunden“, erklärt Kapitän Carsten Gerke. Mit auflaufendem Wasser und gut 4 Meter Wasser unterm Kiel passierte das 122.80 Meter lange Expeditionsschiff, das 4,9 Meter Tiefgang misst, die sogenannte Barre. Mit Elblotse Michael Wieben war bei diesem Anlauf zudem ein revierkundiger Nautiker zur Beratung mit an Bord. Bevor die Passagiere per Tenderboot an Land gebracht wurden, überzeugte sich Nicole Schnell, leitende Offizierin an Bord der „HANSEATIC“ von den Gegebenheiten am Fähranleger in Wittdün. Strömung als auch Tidenhub sind dabei Faktoren, die beim Ein- und Aussteigen immer wieder andere Gegebenheiten schaffen. „In List können wir auf einen Schwimmsteg zugreifen, der die Sache stark vereinfacht“, erklärt Mirko Steiner von Satori & Berger, der für die Anläufe koordinierenden Port Agency aus Kiel.

Kapitän Carsten Gerke: „Wir haben bessere Verhältnisse als gemeldet vorgefunden“.

Kapitän Carsten Gerke: „Wir haben bessere Verhältnisse als gemeldet vorgefunden“.

Im Zuge Schnupperkreuzfahrt in der Nordsee, die von Hamburg nach Hamburg verlief, besuchte die „HANSEATIC” am Samstag Sylt und ging vor List vor Anker. Bevor sich die Passagiere von Bord begaben, hatten sie die Möglichkeit, sich mit Informationsmaterial über Amrum auszustatten. Traditionell und gern angenommen hatte die Amrum Touristik an der Rezeption einen Stand aufgebaut. Sarah Neiner und Marius Harlinghaus beantworteten gerne alle Fragen und freuten sich über das Interesse an Amrum. Steffi Wollny präsentierte und erklärte die auf Amrum zu besonderen Anlässen getragene Friesentracht.

Hatten an ihrem Infostand viele  Gespräche mit den Passagieren... Steffi Wollny in Tracht und Mitarbeiter der Amrum Touristik

Hatten an ihrem Infostand viele Gespräche mit den Passagieren… Steffi Wollny in Tracht und Mitarbeiter der Amrum Touristik

Für Kapitän Carsten Gerke geht es nach diesem Kurztörn wieder auf große Fahrt, die in den Sommermonaten bis in die Arktis führt. Drei Monate Fahrt, drei Monate frei ist der übliche Dienstrhythmus für den in Hamburg lebenden 39-Jährigen und sein fünfköpfiges Team auf der Brücke. Für die leitende Offizierin, Nicole Schnell, die aus Wismar stammt, stand ihr Berufswunsch bereits mit 16 Jahren fest. „Ich habe da gerade meinen Sportführerschein für den Dienst bei der DLRG gemacht“, erklärt die 30-Jährige.

Bereits am 22. Juli heißt es vor Wittdün erneut Kreuzfahrer ahoi. Dann ist der Anlauf der MS „BERLIN“ vorgesehen.

 

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.

Ein Kommentar

  1. Klaas Klabauter

    Grundsätzlich ist es ja legitim, Werbung für Amrum zu betreiben und neue potentielle Gäste zu akquirieren (sofern die Bettenkapazität der Insel dies überhaupt noch zulässt). Für derartige Zwecke gibt es ja genügend etablierte Touristikmessen im In- und Ausland. Mir erscheint es jedoch etwas gewagt, ein Kreuzfahrtschiff als “Vehikel” für den von den Insulanern gewünschten und entsprechend propagierten ‘sanften Tourismus’ zu verwenden. Auch wenn die ‘Hanseatic’ nicht gerade zu den Dickschiffen im maritimen Massentourismus zählt und mit Sicherheit eine Crew von nautischen und technischen Profis an Bord hat, halte ich Werbefahrten in Reviere des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer für nicht mehr zeitgemäß. Aus eigener Erfahrung weiss ich sowohl von der Lagune von Venedig als auch von Häfen wie Hamburg, Piräus oder Genua, dass die jeweiligen Anrainer und ihre Gäste alles andere als Begeisterung wegen der ‘Abgas-Schleudern’ empfinden. Wer “Schiffe kucken” will, kann dies auf der Kieler Woche oder beim Hamburger Hafengeburtstag viel besser genießen, meint
    Klaas Klabauter alias Wolfram Wolff

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