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Deichschau: Amrumer Politiker fordern kurzfristiges Handeln der Landesküstenschützer ein…


„Der Unterhaltungszustand ist gut, das reicht mir nicht mehr aus“, machte Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier den Vertretern des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) bei der Begehung des Überlaufdeiches zwischen Wittdün und Steenodde deutlich.

Steiles Innenprofil...
Steiles Innenprofil…

Im Zuge der turnusmäßigen Deichschau auf Amrum, die eine mindestens einmal jährlich stattfindende Begutachtung der Deiche, Uferschutzeinrichtungen und des biotechnischen Küstenschutzes umfasst, ließen auch Dell-Missiers Amtskollegen Jürgen Jungclaus und Peter Koßmann keinen Zweifel daran, dass hier die Landesküstenschützer gefordert sind den Überlaufdeich kurzfristig zu ertüchtigen. Solche Maßnahmen, wie das Mähen von Gras und Disteln sowie das Bekämpfen von Wühlern mag für den Erhalt des Unterhaltungszustandes und die oberflächliche Betrachtung der Küstenschutzeinrichtung ausreichen. Allerdings kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bestick, also Deichprofil und Kronenhöhe, nicht den definierten Anforderungen entspricht. „Ich habe noch niemals solch ein steiles Deichprofil wie bei diesem Überlaufdeich gesehen“, stellte Jürgen Jungclaus bei dem Blick auf die Rückseite fest. Selbst das Mähen des Grases mit einem ferngesteuerten Mähgerät stößt hier an seine Grenzen. Der Abschnittsleiter für die Inseln Föhr, Amrum, Dagebüll und die Halligen Werner Paulsen, berichtete, dass durch die Menge des Grasschnitts, das Kettenfahrzeug auch schon mal ins Rutschen kommt. Direkt am Fuß des Deichs verläuft der beschilfte Entwässerungsgraben, in den das Mähgerät nicht abrutschen sollte.

Bei der eingeforderten Variante eins würde die Deichlinie für die 2014 veranschlagte Summe von 3,67 Mio. Euro auf der bestehenden Trasse auf ein derzeit zu erwartendes Jahrhundertereignis ausgebaut und erhöht. Anhand des am 17.02.1962 am Pegel Wittdün gemessenen Hochwassers von 4,14 Metern über NN wurde der derzeitige Bemessungswasserstand gemäß der Vorgabe des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) mit 4,60 müNN für diesen Regionaldeich auf Amrum festgelegt. Dies entspricht einem Hochwasserereignis, das statistisch alle 100 Jahre auftritt. Die derzeitigen Deichkronenhöhen liegen zwischen NN+4,63 m im Bereich Wittdün und 5,43 m vor Steenodde.

Bürgermeister Kossmann verdeutlicht die Probleme in Norddorf...
Bürgermeister Kossmann verdeutlicht die Probleme in Norddorf…

Der Bereich der Norddorfer Marsch wird auf einer Länge von rund 1,64 Kilometern durch den sogenannten „Teerdeich“ geschützt. Seit dem Bruch 1962 schützt eine Asphaltdecke den Deich. Diese wurde vor zwei Jahren bei der Deichschau als zu überarbeiten eingestuft. Bei der diesjährigen Begehung erklärte LKN Fachbereichsleiter Fabian Lücht, dass das an der Nordwandelbahn in Wittdün angewendete Verfahren, wo Gleisbettschotter mit einem Zweikomponentenkleber verklammert wurde, derzeit aus Umweltaspekten nicht angewandt werden darf, und somit nicht zur Verfügung steht. Allerdings schätze er den Sanierungsbedarf des auf der Leeseite der Insel befindlichen Deichs nicht als sehr hoch ein. „Da es sich nur um lokal begrenzte Schäden durch Durchwuchs handelt, können wir hier gut mit Heißbitumen arbeiten“, so der Küstenschutzfachmann.

Sandfangzäune in Norddorf
Sandfangzäune in Norddorf

Die Pflege des parallel zum Deich verlaufenden Siels wurde als nicht gut festgestellt und vom Bereichsleiter Winfried Bochtrup in die Liste der kurzfristig zu erledigenden Arbeiten aufgenommen. Absicherungszäune an den Sielen müssen aufgrund einer internen Untersuchung leicht überarbeitet werden, erklärte Bochtrup beim Blick auf die Sicherung am Außensiel des Überlaufdeichs.

An der sandigen Küste vor dem Schullandheim Ban Horn, wo im vergangenen Jahr ein Sandpuffer aufgeschüttet wurde, sah man von diesem Puffer an der eigentlichen Stelle nicht mehr viel. Trotzdem zeigten sich die Küstenschutzexperten zufrieden und recht entspannt. Sandfangzäune sollen neue Puffer aufbauen.

Brückenreste stellen eine Gefahr dar...
Brückenreste stellen eine Gefahr dar…

Peter Koßmann forderte die bereits zugesagte Entfernung der vor dem Strand befindlichen Brückenreste ein. Sie stellen bei Flut eine Gefahr da, da sie bis kurz unter die Wasseroberfläche ragen.

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About Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.

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