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Heike Tholund tauft neue W.D.R.-Doppelendfähre auf den Namen “Norderaue” …

Taufe der Norderaue

Das dritte Doppelendfährschiff der Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH ist am Samstagvormittag auf den Namen “NORDERAUE” getauft worden. Im Wyker Binnenhafen ließ die Taufpatin des Schiffes, Heike Tholund, die Ehefrau des Inspektionsleiters der W.D.R., die Champagnerflasche an dem Neubau zerschellen.

„Ich hätte gerne die Flasche mit eigenen Händen gegen den Rumpf geworfen und mich nicht auf den Taufomat verlassen müssen“, gestand die erleichterte Taufpatin. „Ich wusste schon vor einem Jahr, dass ich das Schiff taufen soll und durfte nichts erzählen“, so Heike Tholund. Dass sie aber durch die zweimalige Verzögerung bei der Auslieferung des auf der Neptun-Werft in Warnemünde gebauten Schiffes, ein halbes Jahr auf den großen Moment warten musste, hätte die Taufpatin auch nicht gedacht.

v.l.: Bernhard Meyer, Axel Meynköhn, Kapitän Jan-Henning Erpenbeck, Heike Tholund, Frederik Erdmann

Dem Täufling gab die Patin ihre verfassten Segenswünsche; „Nun wünsch ich dir allzeit gute Fahrt,sei künftig vor jeglichem Übel bewahrt. Bring Gäste und Crew stets sicher an Land, beschirmt durch Gottes schützende Hand“,mit auf den Weg.

Heike Tholund ist die Ehefrau des WDR-Kapitäns Christ Tholund, der seit 2010 den Bau der drei neuen WDR-Fähren begleitet hat. WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn bezeichnete Tholund dann auch als „Vater dieser Schiffe“, in seiner Ansprache. Die „Norderaue“, so berichtete Meynköhn den geladenen und vielen Zaungästen im Wyker Binnenhafens, sei der 30. Neubau in der 133-jährigen WDR-Geschichte. Erstmalig gäbe es mit den Schwesterschiffen Uthlande (2010), Schleswig-Holstein (2011) und dem Täufling drei baugleiche Schiffe bei der W.D.R. Wie es auch bei Schwestern üblich sei, gäbe es natürlich auch bei diesen Schiffen deutliche Unterschiede. Die Norderaue sei eine weiterentwickelte Ausführung der Schleswig-Holstein, die ebenfalls auf der Neptun-Werft gebaut wurde.

Taufwetter …

Bei der Norderaue wurde auf das Zwischendeck verzichtet und die Toilettenanlagen auf das Oberdeck verlegt, um so den Platz für eine vierte LKW-Spur schaffen zu können. Ein wichtiger Aspekt, um so dem gestiegenen Frachtverkehr am frühen Morgen gerecht zu werden, erklärte der Geschäftsführer. Meynköhn dankte den drei Hafenbetrieben, dass sie mit ihren Investitionen an Land, in Form der Seiteneinstiege, erst diesen Schifftyp mit der konsequenten Trennung von Fahrzeugen und Passagieren ermöglicht haben.

“Mit der ‘NORDERAUE’ verbessern wir die Umweltbilanz unseres Fährbetriebs ganz wesentlich”, erläuterte Meynköhn, “pro befördertem Pkw verbraucht sie dank modernerer Antriebstechnik und größerer Kapazität rund ein Viertel weniger Treibstoff als ihre Vorgängerin. Entsprechend geringer fallen die Abgasemissionen des Schiffes aus, das überdies auch noch wesentlich leiser ist”. Beim Bau der “NORDERAUE” wurden die Anforderungen der “Blauer Engel”-Norm RAL-UZ 141 “Umweltfreundliches Schiffsdesign” umgesetzt. Die entsprechende Zertifizierung läuft bereits.

Große Tradition … Taufpatinnen der WDR-Flotte:
v.l.: Käthe Theis („Insel Amrum“, 1970), Sonja Barnert („Uthlande“, 2010), Regina Möller („Schleswig-Holstein“, 1988), Heike Tholund („Norderaue“, 2018), Karima Meynköhn („Schleswig-Holstein“, 2011), Hanna Bradhering („Rungholt,1992) und Margot Melzer („Nordfriesland“, 1995), vorne.

„Mit der neuen Fähre ist die Modernisierung der WDR-Flotte nun zunächst einmal abgeschlossen. 55 Millionen Euro habe die Reederei allein seit 2010 dafür investiert. Lediglich der derzeit in Bau befindliche Passagier-Katamaran werde 2019 noch die Flotte ergänzen.

Die Taufe fand bei herrlichem Sommerwetter statt, „vielleicht ist das ein gutes Zeichen für die Zukunft der ‚Norderaue‘, meinte Bernhard Meyer, auf dessen Rostocker Neptun-Werft das Schiff gebaut worden war. Er betonte, dass dabei viele neue Ideen und Verbesserungen eingeflossen seien. „Wir bauen gerne auch kleine Schiffe“, so Meyer, der in seinem Papenburger Stammhaus exklusive Kreuzfahrtschiffe der Superlative baut, lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Team der WDR.

Besonders hob der W.D.R.-Geschäftsführer außerdem Kapitän Jan-Henning Erpenbeck sowie den Leiter der Maschinenanlage Lars-Ole Reinke hervor, die den Bau der “Norderaue” auf der Rostocker Neptun-Werft von Frühjahr 2017 an bis zur Ablieferung im April 2018 beaufsichtigten.

„Sie haben uns ganz hervorragende Qualität abgeliefert“, sagte Axel Meynköhn und berichtete, dass das Schiff, das ja bereits seit einigen Wochen zwischen dem Festland und Inseln fährt, bei den Passagieren gut ankomme. „Und die Crew fährt gerne mit diesem Schiff.“ „Ob die Norderaue überhaupt wasserdicht sei, wissen wir allerdings noch nicht“, scherzte Meynköhn. Habe es doch seit der Auslieferung des Schiffes auf der Föhr-Amrum-Linie nicht mehr geregnet.

Bei der anschließenden Feier an Bord dankte der Geschäftsführer dem Aufsichtsrat der Reederei dafür, dass er „das höchst ambitionierte Flottenprogramm“ in den zurückliegenden Jahren mit mutigen Entscheidungen begleitet habe. Ein Dank, dem sich der Chef der ostfriesischen Norden-Frisia-Reederei, Carl-Ulfert Stegmann, auch in Person als Sprecher der WDR-Gesellschafter anschloss. „Großer Dank gilt den Mitarbeitern“, betonte er. Sie würden sieben Tage in der Woche einen guten Job machen.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

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