Weitere archäologischer Fund – bitte Vorsicht – nicht betreten!


Viele Jahre fand ich immer wieder Keramikreste in diesem Tal und habe die Scherben immer wieder abgesammelt und die Fläche beobachtet. Spuren von Lehmbrand und viel Holzkohle fanden sich über eine große Fläche verteilt immer wieder an der Fundstelle.
Die Scherben (Bild 1), die ein Gast mir im September gemeldet hat, und die Steinkreise, die neuerdings die Fundstelle verzierten, zeigten, dass eine Grabung dringend nötig war, um eine weitere Zerstörung des vermuteten Hauses zu verhindern.
Das Archäologische Landesamt hatte eine Grabung für September oder Oktober 2019 angekündigt, hat dann aber wegen Krankheit und schlechtem Wetter die Grabung verschoben.
Im Februar 2020 wurde bei anhaltend scharfen Winden aus Südwest die Fundstellung freigeweht und  sauber abgeblasen. Eine gute Gelegenheit, die Stelle näher zu untersuchen. Die beiden Archäologen Stefanie Klooss und Heiner Menzel kamen nach Amrum, um die Fundstelle einzumessen. Vor Ort zeigte sich, dass es sich um mindesten zwei Häuser oder um ein sehr große Haus handeln muss.
Oberflächliche Untersuchungen wiesen sich als erfolgversprechend aus und machten neugierig. Zu dritt schaufelten wir zwei Tage, um uns ein Bild vom Ausmass der Fundstelle zu machen. Es zeigte sich, dass die Fundstelle deutlich größer, als angenommen war und es wurde deutlich, dass die Grabung mit drei Personen in der kurzen Zeit nicht abgeschlossen werden konnte. 
Es wurden Vermessungen vorgenommen und für die Altersbestimmung Bodenproben und Holzkohle für das Landesamt entnommen. Die endgültige Grabung musste abgebrochen und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Jetzt besteht die Befürchtung, das Besucher der Grabungsstelle durch entfernen der Steine aus der Ursprungslage weitere Schäden und Zerstörungen anrichten könnten.
“Wir glauben nicht, dass eventuelle Zerstörungen absichtlich, sondern aus Unkenntnis vorgenommen werden könnten. Deswegen weisen wir hier nochmal  auf das Betretungsverbot der denkmalgeschützten Fundstelle hin”.
Wann die Grabung fortgesetzt werden kann, steht leider noch nicht fest. Altertümer sind bei der Grabung nicht zu erwarten, da die Häuser damals wohl abgebrannt sind (daher der Lehmbrand) und alles brauchbare schon damals aus der Ruine entfernt sein dürfte. Für die Untersuchung ist aber wichtig, das alle Steine am ursprünglichen Standort verbleiben
Jens Quedens, Vertrauensmann des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein
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