Amrumer Stammgäste Teil 6


Manni und Anne Spieker

Die kleine Serie über Amrumer Stammgäste hat viel positive Resonanz gegeben. Viele Amrumer Stammgäste kommen jedes Jahr wieder, um auf ihrer Insel den Urlaub zu verbringen. Die meisten Stammgäste verfolgen aufmerksam, was auf der Insel geschieht und wie sich die Insel verändert. Die Redaktion möchte in einer kleinen Serie Amrumer Gäste zu Wort kommen lassen.  Diese Woche stellte sich Familie Spieker aus Höxter den Fragen der Redaktion.

Herr Spieker, erinnern sie sich noch an ihren ersten Besuch auf Amrum?

Ja, wir erinnern uns noch sehr genau daran, das war 1988. Anne machte eine 5-wöchige Kur auf Amrum und ich bin nachgefahren. Wir haben danach noch 2 Wochen gemeinsam auf der Insel verbracht.  Bei einem langen Spaziergang habe ich ihr dann einen Heiratsantrag gemacht, Amrum ist also mit unserem gemeinsamen Leben fest verbunden.

Was gab den Ausschlag sich Amrum als Urlaubsort auszusuchen?

Wir haben uns schon bei unserem ersten Urlaub in die Insel verliebt, mussten dann aber feststellen, dass es gar nicht so einfach war, ein Quartier zu bekommen. Damals gab es noch keine zentrale Zimmervermittlung und man musste alle Vermieter einzeln anrufen oder sogar anschreiben. Wir sind deshalb einige Male nach Dänemark in Urlaub gefahren, das war deutlich einfacher mit der Buchung. Aber der Amrum-Virus hat uns nicht losgelassen und seit 1992 sind wir mit unserem Sohn Hendrik fast jedes Jahr auf Amrum gewesen. Wir verbringen immer unseren Sommerurlaub auf Amrum und sind mit Freunden oft über Himmelfahrt oder Pfingsten für einige Tage auf der Insel. Zählt man alle Tage zusammen, haben wir sicherlich schon fast 2 Jahre auf Amrum verbracht.  

Was lieben Sie besonders an Amrum?

Da ist natürlich der Strand. Viele Jahre war ein Strandkorb am Norddorfer Strand ein Muss. Damals war es noch üblich, große Sandburgen zu bauen und es war sehr unterhaltsam zu sehen, wie die einzelnen Familien ihren Claim bauten und verteidigten, sowohl gegen die Nordsee als auch gegen die Nachbarn. Mittlerweile genießen wir mehr die langen Spaziergänge am Strand, oft von Norddord nach Wittdün. Fast jeden Tag fahren wir mit dem Fahrrad über die Insel und entdecken, was sich seit dem vergangenen Jahr verändert hat.

Gibt es Momente, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Da gibt es viele. Wir haben in all den Jahren zahlreiche Freundschaften mit Einheimischen und Gästen geschlossen. Wenn wir uns dann im Urlaub wiedertreffen, ist es so als hätten wir uns nur ein paar Tage nicht gesehen. Beim Radeln über die Insel hört man immer wieder „Hallo Manni, Hallo Anne“. Als engagierter Fußballspieler habe ich natürlich immer bei den legendären Fußballspielen Amrum gegen Gäste teilgenommen, früher noch am Strand und später auf dem Sportplatz an der Mühle. Meistens haben wir verloren, in einem Jahr hatte ich aber 4 Freunde aus Höxter dabei, da haben die Gäste dann tatsächlich 4:3 gewonnen. Später sind dann die Amrumer Fußballer auch nach Höxter gekommen und wir mit unserer gesamten Mannschaft nach Amrum. Es haben sich viele Freundschaften ergeben, auch über den Fußball hinaus. Seit einigen Jahren bin ich auch Mitglied im TSV Amrum und begleite die Altherrenmannschaft auf ihren jährlichen „Veteranenreisen“ durch ganz Europa. So manche „dritte“ Halbzeit ging früher bis in die frühen Morgenstunden. 

Manni Spieker in voller Aktion beim Fußball Amrum gegen Gäste

Was bedeutet Urlaub für Sie?

Erholung in der Weite der Insel und der riesige, tolle Strand sind schon sehr wichtig für uns. Auch im Hochsommer findet man immer noch genügend ruhige Plätze, das ist uns besonders in diesem Jahr der Corona Krise noch einmal aufgefallen. Wir freuen uns auf ein Wiedertreffen langjähriger Freunde aber auch auf das Kennenlernen neuer Menschen. Die letzten 20  Jahre haben wir immer bei Anke Bohn in Wittdün gewohnt. „Unsere“ komfortable, liebevoll eingerichtete Ferienwohnung gibt uns ein Urlaubsgefühl vom ersten Tag an, egal wie das Wetter ist.

Wir haben schon viele Freunde überzeugt, dass Urlaub auf Amrum ein Muss ist, fast alle kommen gern immer wieder hierher.

Welche Angebote (Veranstaltungen, Restaurants usw.) schätzen sie besonders?

Wir nutzen gern die vielfältig angebotenen Veranstaltungen wie Dorffeste, Molenfest in Steenodde oder auch die Musikveranstaltungen am Strand. Es ist immer für jeden von uns etwas dabei, so hat unser Sohn Hendrik hier auf Amrum in einem Schwimmkurs das Schwimmen gelernt, damals noch im Schwimmbad in Norddorf. Es gibt so zahlreiche Angebote, dass wir bisher nie das Bedürfnis hatten, zur Abwechselung mal eine Nachbarinsel oder Hallig zu besuchen.

 Früher sind wir gern ins Teehaus in Norddorf gegangen (Haus Burg), heute besuchen wir gern Holger in der Strandbar an der Wittdüner Wandelbahn, Sonja im Likedeeler in Steenodde und ein Besuch in der Blauen Maus darf natürlich auch nicht fehlen.

Wie hat sich über all die Jahre der Urlaub auf Amrum verändert?

Leider hat der Autoverkehr sehr zugenommen. Da wir auf Amrum fast nur unsere Fahrräder benutzen, würden wir unseren PKW auch gern in Dagebüll lassen. Die Parkplatzkosten und der Transport mit viel Gepäck mit dem Shuttlebus zum Fähranleger in Dagebüll sind aber keine echte Alternative. Die Infrastruktur hat sich gegenüber früher deutlich verbessert (Busnetz, Fahrradwege) und das Angebot an Unterkünften und Freizeitangeboten ist deutlich vielfältiger geworden.

 

Herr Spieker, vielen Dank für das Gespräch.

 

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About Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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