Amrumer Stammgäste Teil 7 …


Ursula und Karl-Hans Eisenbeck aus Lauffen am Neckar
Karl-Hans mit Kristina. Foto: privat

Wann waren Sie das erste Mal auf Amrum?

Das war im Sommer 1967, gemeinsam mit unserer ältesten Tochter Birgit fuhren wird da zum ersten Mal nach Amrum. Seither gehört Amrum zu unserem Leben und ab 1968 war auch unsere jüngste Tochter Kristina mit auf der Insel.
Zwischenzeitlich sind wir dann auch schon mal „fremdgefahren“, doch dann kam das Jahr 2011. Der 50.Geburtstag unserer Tochter Birgit stand an und da sie sich auch gerne an die Zeiten auf Amrum erinnert, wollte sie unbedingt ihren runden Geburtstag auf der Insel feiern. Das wurde so verwirklicht und seither fahren meine Frau und ich wieder regelmäßig für einige Wochen ins Haus Arnold auf die Insel. Wir freuen uns schon bei der Abreise auf unseren nächsten Amrumurlaub, der dann auch schon gebucht wird. Der positive Virus hat uns gepackt: Einmal Amrum, immer Amrum!
Wie war die erste Überfahrt?
Die war schon abenteuerlich, es ging mit einem Seebäderschiff auf die Insel.
Alle verfügbaren Lücken an Bord wurden ausgefüllt. Wir reisten mit einem VW-Käfer an, der wurde mit der Hand an Deck verschoben, damit alles passte. Vorwärts wurde das Auto über Holzbohlen (Fährbrücken gab es da noch nicht!) raufgefahren, dann hieß es „Vier Mann an Kotflügel und Stoßstange“, das Auto wurde solange hin und her bewegt, bis es so stand wie es sollte.
Ursula mit Kristina und Birgit. Foto: privat

Warum Amrum?

Auf Anraten der Ärzte sollte ein Urlaub an der Nordsee unserer Tochter Birgit gut tun. Da auf Amrum keine starke Brandung war und somit ungefährlich für unsere Kinder entschieden wir uns für diese Insel. Wir waren nach unserem ersten Urlaub auf Amrum sofort in die Insel verliebt.
Um an eine Bleibe auf der Insel zu kommen musste man beim Vermieter rechtzeitig anfragen. 40 Anfragen haben wir seinerzeit verschickt, bei der Familie Felicitas und Karl-August Arnold fanden wir ein passendes Quartier.
Damals machten die Vermieter noch Platz für die „Badegäste“, Küche und Wohnzimmer wurden als Zimmer im Hause Arnold für die Sommergäste bereitgestellt. Nach dem Ausbau des Dachgeschosses im Jahre 1969 war dann neben den neuen Zimmern unterm Dach nur noch die gute Stube Gastquartier. In der Küche traf man sich zum Fernsehen, zum Spieleabend oder auch zu manch anderer gemütlichen Zusammenkunft. Auch heute noch sitzt man abends in gemütlicher Runde.
Was lieben Sie besonders an Amrum?
Es ist schön, dass die Insel ihren Ursprung erhalten halt und wir erfreuen uns an der unbebauten Natur. Wir wandern gerne durch die Heide, über die Wittdüner Wandelbahn, der Vogelkoje Nebel und den endlosen Strand.
Als besonders positiv empfinden wir den Norddorfer Strandshuttle, dass ist schon eine hervorragende Erleichterung für Leute die nicht mehr ganz so gut zu Fuß unterwegs sind.
Wir genießen die Amrumer Natur und sehen uns um, was sich so alles im letzten Jahr verändert hat.
Ursula und Karl-Hans Eisenbeck mit Vermieterin Felicitas Arnold. Foto Gerd Arnold

An was erinnern Sie sich gerne?

In all den Jahren haben wir viele Freundschaften mit Einheimischen und Gästen geschlossen. Auch mit prominenten Persönlichkeiten kam man ins Gespräch, dazu gehörten u.a. Hermann Prey, Peer Schmidt und Hansjörg Felmy.
Fast ausschließlich haben wir bei Familie Arnold im Nebeler Hööwjaat gewohnt, da haben bzw. fühlen wir uns immer noch wie zu Hause. Wir freuen uns, dass wir diese Familie kennenlernen durften. Alljährlich gibt es eine freudige Begrüßung, man verbringt viel Zeit miteinander und der Abschied fällt schwer. Die Freude auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr ist immer riesengroß.
Welche touristischen Angebote gefallen Ihnen?
Veranstaltungen wie die Dorffeste, das Molenfest in Steenodde oder auch die Musik- und Tanzveranstaltungen sind bei uns angesagt. Ausflugsfahrten zu den Nachbarinseln, den Halligen und zur Hochseeinsel Helgoland haben wir schon mitgemacht.
Welche gastronomische Einrichten bevorzugen Sie?
Wir kehren eigentlich überall mal ein. Besonders gern sind da das Venetia und die Seekiste in Nebel sowie das Cafe Schult in Norddorf zu erwähnen.
Aus dem Gästebuch vom August 1972:
Vor vielen Jahren zogen
einst vier Schwaben vom Neckarstrand
gen Norden zu Wasser und Wogen
kennenzulernen Kniep und Sand.
So gingen sie einstens an Land
in Nebel am Wattenmeer
Bei Arnold’s gute Bleibe man fand
Herz – was willst Du mehr?
Bestens wird man hier umsorgt
es könnt nicht schöner sein
gekocht, gewaschen, Geld geborgt
Ein Danke schön“ ist viel zu klein.
Darum ist es auch ganz klar
wenn wir jetzt heimwärts geh´n
zum 7.Mal im nächsten Jahr
gibt es ein fröhliches Wiedersehen!
Wenn wir alle Gesund bleiben, kommen wir in 2021 wieder, der Urlaub ist bereits gebucht.
Vielen Dank für das Gespräch
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About Gerd Arnold

Gerd Arnold ist ein „echter“ Nordfriese, 1957 in Nebel auf Amrum geboren und der friesischen Sprache (öömrang) mächtig. Nach dem Schulabschluss erlernte er in Wittdün den Beruf des Elektroinstallateurs. 1976 zog es ihn nach “Deutschland”, Wohnorte waren u.a. Wuppertal, Owschlag, Koblenz und Pinneberg. 33 Jahre war er bei der Bundeswehr, u.a. als Flugzeugelektriker und Ladungsmeister auf der Transall C-160. Ende Oktober 2010 – ging es altersbedingt – in den Ruhestand. Als Hobby ist da zum einen das Angeln, seit 40 Jahren ist er im Amrumer Angelverein aktives Mitglied und zum anderen der Handball, da allerdings nur passiv bei den Damen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen als Hallensprecher in der 3.Liga Nord. Von 1980-1995 und seit 2005 ist Gerd in Owschlag beheimatet, sein zuhause ist aber immer Amrum geblieben. Gerne würde er dauerhaft auf die Insel zurück, es fehlt bisher aber noch ein passendes Wohnungsangebot.

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