Sie ist wieder da – „Alte Dame“ macht wieder Station auf Amrum


 

Als im vergangenen Jahr am 1. Mai 2020 der Seenotrettungskreuzer „Alfried Krupp“ sich mit seinem Typhon lautstark von der Station Amrum, als ‘Springer’ für den SRK „Vormann Jantzen“ (vertrat den sich in der Werft Rostock liegenden SRK „Ernst Meier Hedde“) eingesetzt, die wiederum aber kurzfristig in die Werft musste, in den Ruhestand verabschiedete ahnte keiner auf ein Wiedersehen. Dieser Gänsehaut-Abschied ist unter https://www.facebook.com/seenotretter/posts/2860658857317095 anzusehen.
Der SRK „Alfried Krupp“ sollte zum Verkauf vorbereitet werden, doch das wurde vorerst verschoben. Das Schiff bleibt vorerst als ‘Springer’ im Bestand der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und wird bei Bedarf, bis wieder zwei Seenotkreuzer als ‘Springer’ zur Verfügung stehen, im Einsatz.

Zwei Kreuzer der gebauten 23,1-m-Klasse („Hans Hackmack“; Bj. 1996 und „Theo Fischer“; Bj. 1997) werden künftig als Springer ohne feste Station immer dort eingesetzt, wo andere Seenotrettungskreuzer vertreten werden müssen, wie zum Beispiel während turnusgemäßer Generalüberholungen.
Der SRK „Theo Fischer“(befindet sich zu einem kurzen Werftaufenthalt bei Tamsen Maritim in Rostock) und wird voraussichtlich im Herbst durch einen Neubau der 28-m-Klasse auf der Station Darßer Ort abgelöst. Der „SK42“ ist das sechste Schiff dieser Klasse und der Seenotkreuzer wird unter den Traditionsnamen „Nis Randers“ auf der Ostsee im Einsatz sein.
Der SRK „Hans Hackmack“ (durch „SK41“ auf der Station Grömitz Anfang des Jahres abgelöst) und das Tochterboot „Emmi“ befinden sich derzeit in der hauseigenen Werft der Seenotretter in Bremen zur turnusgemäß mehrmonatigen Grundüberholung. Dabei werden unter anderen die Hauptmaschinen ausgebaut, komplett zerlegt, gewartet und wieder zusammengebaut. Zu sehen unter: https://www.youtube.com/watch?v=lr6UeSCMLO8

Alfried Krupp im Seezeichenhafen

Am 5. Juni 2021 lief der am 14. Juni 1988 auf den Namen „Alfried Krupp“ getaufte Kreuzer in den Amrumer Seezeichenhafen ein. Es wird wohl das letzte Mal sein, dass die „Alfried Krupp“ noch einmal für ein paar Wochen auf der Station Amrum für die DGzRS zum Einsatz kommt. Die „Ernst Meier-Hedde“ (Bj. 2015) lief am Sonntagvormittag in Richtung Wilhelmshaven zu einem mehrwöchigen Werftaufenthalt bei der Neuen Jadewerft, wo sie gegen 14 Uhr eintraf, aus. Nach ihrer Rückkehr wird sich dann wohl die 33-jährige „Alfried Krupp“ endgültig verabschieden und das nicht nur von Amrum.
Nach Aussage von Christian Stipeldey (Pressesprecher der DGzRS) steht die „Alfried Krupp“ kurz vor dem Verkauf. Auch die „Vormann Jantzen“ (Bj. 1990) steht zum Verkauf.

Einsatz und Erfolg 2020
Es wurden 3.492 Menschen auf Nord- und Ostsee insgesamt Hilfe geleistet. 1.720 Einsätze mit rund 60 Rettungseinheiten, dass sind durchschnittlich fünf pro Tag.
40 Menschen wurden aus Seenot gerettet und 317 Menschen aus drohender Gefahr befreit. Seit Gründung der DGzRS im Jahre 1865 sind das insgesamt 85.591.
122 Einsätze wurden bei Windstärke 7 und mehr durchgeführt.
251 Mal wurden erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert.
915 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art und 49 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt. 508 Einsatzanläufe, Such- und Sicherungsfahrten.
147 Mal ist man außerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereiches durch die Seenotleitung Bremen für die deutsche Schifffahrt weltweit unterstützend oder initiativ tätig gewesen.
Seit dem 29. Mai 1865 ist die DGzRS seit nunmehr über 156 Jahren freiwillig, unabhängig und spendenfinanziert im Einsatz. Die Seenotretter finanzieren sich ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen.

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold ist ein „echter“ Nordfriese, 1957 in Nebel auf Amrum geboren und der friesischen Sprache (öömrang) mächtig. Nach dem Schulabschluss erlernte er in Wittdün den Beruf des Elektroinstallateurs. 1976 zog es ihn nach “Deutschland”, Wohnorte waren u.a. Wuppertal, Owschlag, Koblenz und Pinneberg. 33 Jahre war er bei der Bundeswehr, u.a. als Flugzeugelektriker und Ladungsmeister auf der Transall C-160. Ende Oktober 2010 – ging es altersbedingt – in den Ruhestand. Als Hobby ist da zum einen das Angeln, seit 40 Jahren ist er im Amrumer Angelverein aktives Mitglied und zum anderen der Handball, da allerdings nur passiv bei den Damen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen als Hallensprecher in der 3.Liga Nord. Von 1980-1995 und seit 2005 ist Gerd in Owschlag beheimatet, sein zuhause ist aber immer Amrum geblieben. Gerne würde er dauerhaft auf die Insel zurück, es fehlt bisher aber noch ein passendes Wohnungsangebot.

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