Flottenzuwachs beim WSA Elbe-Nordsee …


Erinnerungsstücke an die Taufe von Butt und Buttscher (Foto: WSA Elbe-Nordsee)

Seezeichenhafen Wittdün auf Amrum
Um ihre vielfältigen Aufgaben zu erfüllen setzt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe-Nordsee mehrere Wasserfahrzeuge beim Außenbezirk Amrum ein.
Ständig im Einsatz vom Seezeichenhafen Wittdün ist der Tonnenleger „Amrumbank“, sowie die eingesetzten Prickensetzboote „Buttscher“ und „Butt“. Zwei Holzschilder mit den Flaschenhälsen der erfolgreich „zerschellten“ Sektflaschen dienen zur Erinnerung an die Schiffstaufen der „Buttscher“ am 26.04.2007 und der „Butt“ am 25.04.2013. Der Korken blieb wunschgemäß im Flaschenhals erhalten, denn nach Seemannsbrauch bringt der zerstörte Flaschenhals genauso großes Unglück über das Schiff, wie die Schiffstaufe durch einen männlichen Taufpaten.

MB “Leer” an seinem Liegeplatz im Seezeichenhafen Wittdün

Seit dem 16. Juni ist nun ein weiteres Bundesfahrzeug im Wittdüner Hafen anzutreffen, das Motorboot „Leer“. Das fast 17 m lange Arbeitsschiff wurde 1986 – als „Habicht“ – in Dienst gestellt. Bevor es nach Wittdün auf Amrum kam war es im Außenbezirk Leer des WSA Ems-Nordsee, überwiegend auf der Ems, eingesetzt.
Das Schiff dienst als Übergang bis ein bereits genehmigter Neubau eines Seezeichenmotorschiffes für die Station Amrum in Dienst gestellt wird. Ein Termin für die Indienststellung steht laut Aussage von Außenbezirksleiter Wolfgang Stöck noch nicht fest.
Fest steht aber eine Umbenennung, aus „Leer“ wird „Westerharde“. Von 1956 bis 2007 war bereits ein Arbeits- und Versorgungsschiff mit diesem Namen auf Amrum beheimatet.
Namensgeber war die Westerharde, die im Königreich Dänemark bis 1867 einen Bezirk der den Westteil der Insel Föhr und der Insel Amrum umfasste.

Technische Daten des Schiffes:
Länge: 16,81 m; Breite = 4,50 m, Tiefgang: 1,20 m.
Antrieb: 2×300 PS; Geschwindigkeit: 10 Knoten
Übernahme strom- und schifffahrtspolizeilicher Aufgaben, Material- und Personentransport zwischen den Inseln und Halligen.

Das Tor zum Seezeichenhafen mit der neuen Bezeichnung WSA Elbe-Nordsee

Seit 1928 gibt es den Seezeichenhafen in Wittdün. Von 1958 bis 1984 gab es hier den privaten Tonnenleger „Hildegard“ (Baujahr 1907) der Familie Ricklefs, der 1984 durch den bundeseigenen Tonnenleger „Johann Georg Repsold“ (Baujahr 1964) abgelöst wurde. Die „Repsold“ wurde verkauft und kehrt zeitweise als „Lev Taifun“ zur Unterstützung in den Amrumer Hafen zurück.
2011 kam dann ein Neubau auf die Station Wittdün, die „Amrumbank“.
Die Aufgaben des Tonnenleger „Amrumbank“, bestehen mit dem Auslegen und Einholen, dem Transportieren und Bearbeiten von See- und Schifffahrtszeichen im See- und Wattgebiet. Die „Amrumbank“ dient des Weiteren zum Materialtransport, für Verkehrssicherungsaufgaben, der Hindernisbergung und leistet Hilfe bei Havarien.

Seit dem 15. März 2021 heißt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Tönning, WSA Elbe-Nordsee. Im Zuge der Ämterreform wurden die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter Cuxhaven, Hamburg und Tönning zusammengelegt und dadurch entstand das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe-Nordsee. Die Standorte bleiben erhalten.
Die Zuständigkeit des Außenbezirkes Amrum reicht von der dänischen Grenze bis zur Halbinsel Eiderstedt im Süden und bis zur 12-Seemeilen-Zone seewärtig.
In diesem Gebiet liegen 327 Seetonnen auf Position und bezeichnen damit ca. 320 Kilometer betonnte Fahrwasser.
Im flacheren Bereich zwischen den Inseln und Halligen werden jährlich ca. 1.240 Stangenschifffahrtszeichen (Pricken) zur Bezeichnung des Fahrwassers im Watt gesetzt. Nicht nur Veränderungen des Fahrwassers, sondern auch Eisgang sorgen für das jährlich Neue setzen. Diese Arbeiten erledigen die Arbeitsboote „Butscher“ und „Butt“.
Der Außenbezirk Amrum hat 24 Bedienstete – 4 davon auf der Insel Sylt.

Von April bis Oktober werden vom Leiter des Außenbezirkes Amrum des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe-Nordsee, Wolfgang Stöck, Führungen durch den Seezeichenhafen von Wittdün angeboten. Eigentlich, denn derzeit sind noch keine Führungen möglich. Aber ab Mitte Juli geht es wieder los, so Wolfgang Stöck.
So eine Führung muss man mitgemacht haben, auf originelle Weise bringt Wolfgang Stöck sein Wissen an Alt und Jung. Die Aufgaben des Seezeichenhafens werden mit Karten und Bildern aufgezeigt. Wie eine solarbetriebene LED-Befeuerung funktioniert, erfährt man vom Fachmann. Alles Wichtige über Leuchtfeuer, Tonnen und Seestangenzeichen wird erläutert. Wo ist Steuerbord und wo ist Backbord? Auch das wird bei einer Führung klargestellt.

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold ist ein „echter“ Nordfriese, 1957 in Nebel auf Amrum geboren und der friesischen Sprache (öömrang) mächtig. Nach dem Schulabschluss erlernte er in Wittdün den Beruf des Elektroinstallateurs. 1976 zog es ihn nach “Deutschland”, Wohnorte waren u.a. Wuppertal, Owschlag, Koblenz und Pinneberg. 33 Jahre war er bei der Bundeswehr, u.a. als Flugzeugelektriker und Ladungsmeister auf der Transall C-160. Ende Oktober 2010 – ging es altersbedingt – in den Ruhestand. Als Hobby ist da zum einen das Angeln, seit 40 Jahren ist er im Amrumer Angelverein aktives Mitglied und zum anderen der Handball, da allerdings nur passiv bei den Damen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen als Hallensprecher in der 3.Liga Nord. Von 1980-1995 und seit 2005 ist Gerd in Owschlag beheimatet, sein zuhause ist aber immer Amrum geblieben. Gerne würde er dauerhaft auf die Insel zurück, es fehlt bisher aber noch ein passendes Wohnungsangebot.

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