Weiße Tauben auf Amrum …


©Jan Dettmering

In den letzten Wochen sind vermehrt weiße Tauben auf Amrum gesichtet worden. Das ist sehr ungewöhnlich, denn auf der Insel sind eigentlich nur vier Taubenarten anzutreffen: die Ringeltaube, zu erkennen am graublauen Gefieder, die Türkentaube mit beige-grauem Gefieder, die exotisch anmutende Turteltaube mit orangeeingefassten Federsaum auf der Oberseite und die blaugraue Hohltaube mit einem leuchtend grünen Nackenfleck. In diesem Farbspektrum fallen schneeweiße Tauben natürlich sofort auf. Vornehmlich hielten sich die Tiere im Raum Nebel auf und suchten Schutz und Zuflucht in größeren Gebäuden, was ein untypisches Verhalten unterstreicht und dem Naturell freilebender Vögel nicht entspricht.

Jan Dettmering als Mitarbeiter im Naturschutz der unteren Naturschutzbehörde Norfriesland nahm sich des aktuellen Themas an. Er sorgte in den letzten Wochen dafür, dass mehrere Tiere eingefangen werden konnten und vorübergehend bei Insulanern in Taubenschlägen untergekommen sind. Weitere Tiere konnten auf die Insel Föhr vermittelt werden, wo sich Claudia Werner und Dr.Wibke Vollandt, die zuständig für die Versorgung von Wild- und Fundtieren auf den Inseln sind, sich nun um diese Tiere kümmern.

“Die Tiere sind nicht beringt. Leider ein Hinweis darauf, dass es sogenannte “Einweg-Tauben” sind. Diese haben ihr bisheriges Leben in der Zucht verbracht. Sie sind es nicht gewöhnt selbst Nahrung zu suchen und immer wieder den heimischen Schlag wiederzufinden. Meist werden sie als Brauch für Hochzeitszeremonien von Züchtern verkauft. Die Tiere werden dann an einem fremden Ort “aufgelassen”, was einem Aussetzen gleichkommt. Nach ihrem “Auftritt” sind sie nicht mehr in der Lage, den heimischen Schlag wiederzufinden und dauerhaft selbsttätig Nahrung aufzunehmen”, erklärt Jan Dettmering. “Vier weiße Tauben haben wir einfangen und unterbringen können, darüber bin ich sehr froh. Meist verhungern die Tiere in der freien Natur oder fallen Greifvögeln zum Opfer”, erklärt Dettmering, der in dieser Sache beim Amt Föhr-Amrum nachgefragt hat und das seine Unterstützung signalisierte, Informationen zu dieser Thematik auf seiner Website und in den Hochzeitsgesprächen bekannt zu geben.

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Über Susanne Jensen

Susanne Jensen wurde 1965 in Hamburg geboren. In Appen bei Pinneberg aufgewachsen, kam sie nach der Erzieherausbildung 1985 auf die Nordseeinsel. Die Mutter von zwei heut erwachsenen Söhnen arbeitete anfangs einige Jahre in der Fachklinik Satteldüne und war dann von1992 bis 2016 als Erzieherin in den Kindergärten Wittdün und Nebel beschäftigt. Nun ist Susanne wieder tätig als Erzieherin in der Fachklinik Satteldüne.

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