Nach Dagebüll war Wittdün dran …


Mehrere Wochen war der Schlepper „Hans“ mit dem Ponton „Barracuda“ vor Dagebüll im Einsatz. Das Fahrwasser wurde durch ein Injektionsverfahren um mehrere Zentimeter vertieft.
Der Schlepper wurde 1998 bei Damen Shipyards in Hardinxveld/Niederlande gebaut.
Gut eine Woche lang hat die schwimmende Einheit im Fahrwasser zwischen Seezeichenhafen und Fähranleger die Wassertiefe vergrößert. Dies Maßnahme muss in regelmäßigen Abständen, im Frühjahr und Herbst wiederholt werden. Vor allen an den Fährbrücken, da sich dort immer wieder Versandungen ansammeln.

Der Arbeitsbeginn für die drei Männer an Bord (2 Kapitäne und 1 Maschinist), die für 14 Tage zusammen an Bord sind, ist von der Tide und vom Wetter abhängig. Nur bei Hochwasser und wenn der Wind nicht zu stark bläst kann gearbeitet werden. Bei mehr als 40 km/h Wind findet kein Einsatz mehr statt, denn dann ist das Schiff nicht mehr manövrierfähig.
Das Prinzip Ausspülen statt Ausbaggern ist angesagt, mehrmals fährt der Schlepper hin und her. Es wird Nordseewasser angesaugt und über Düsen im Spülbalken, der knapp einen halben Meter über den Meeresgrund schwebt, wieder herausgepresst. Dadurch wird Schlick und Sand aufgewirbelt, dieser fließt mit dem Ebbstrom ab. Diese Maßnahme schadet der Umwelt weniger als herkömmliche Ausbaggerungen. Diese Maßnahmen könnten aber in Zukunft nicht mehr ausreichen, so das die Baggerarbeiten bzw. die Maßnahmen zur Erhaltung des Fahrwassers verstärkt werden müssen und das vor allen im Bereich des Fährhafen Dagebüll.

Aase Madsen

Nicht nur vor Wittdün wird die Wassertiefe reguliert, in Dagebüll ist bereits die nächste Maßnahme in Gange. Dort ist das dänische Arbeitsschiff „Aase Madsen“ am ausbaggern und in der Einfahrt zum Husumer Hafen regulieren die Tiefe das Wasserinjektionsgerät MS „Jan“ und der Saug-/Hopperbagger »Anke«.
Es war noch dunkel am Donnerstagmorgen, als sich der Schlepper „Hans“ mit dem Arbeitsponton „Barracuda“ sich auf den Weg von Wittdün in Richtung Eidersperrwerk machte. Bis bald.
Demnächst wird dann auch wieder in den Wittdüner Häfen ein Arbeitsschiff die neuen Versandungen wieder beseitigen.

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold ist ein „echter“ Nordfriese, 1957 in Nebel auf Amrum geboren und der friesischen Sprache (öömrang) mächtig. Nach dem Schulabschluss erlernte er in Wittdün den Beruf des Elektroinstallateurs. 1976 zog es ihn nach “Deutschland”, Wohnorte waren u.a. Wuppertal, Owschlag, Koblenz und Pinneberg. 33 Jahre war er bei der Bundeswehr, u.a. als Flugzeugelektriker und Ladungsmeister auf der Transall C-160. Ende Oktober 2010 – ging es altersbedingt – in den Ruhestand. Als Hobby ist da zum einen das Angeln, seit 40 Jahren ist er im Amrumer Angelverein aktives Mitglied und zum anderen der Handball, da allerdings nur passiv bei den Damen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen als Hallensprecher in der 3.Liga Nord. Von 1980-1995 und seit 2005 ist Gerd in Owschlag beheimatet, sein zuhause ist aber immer Amrum geblieben. Gerne würde er dauerhaft auf die Insel zurück, es fehlt bisher aber noch ein passendes Wohnungsangebot.

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