Die Adventszeit schickt ihre Vorboten … ein Lichtblick in dunklen Zeiten!


Advent, Advent …
… ein Lichtlein brennt. Seit Anfang der Woche sieht man auf ganz Amrum in den verschiedensten Varianten die Lichter strahlen. Vielerorts ist der traditionelle Weihnachtsbaum mit Lichtern geschmückt, anderswo gibt es Lichterketten in Bäumen oder in Masten. Vor der Nebeler Mühle strahlt ein Weihnachtsbaum und in Süddorf steht am Glockenturm ein Tannenbaum mit Lichtern. Zum wiederholten Male steht im Waasterstigh/Sösarper Strunwai ein überdimensionaler Kenkenbuum. Seit diesem Jahr wird man am Fähranleger in Wittdün ebenfalls mit einem großen Kenkenbuum begrüßt.

Den Kenkenbuum (Amrum und Föhr) oder auch Jöölbaum (Sylt) findet man in Nordfriesland auf den Inseln und Halligen. Früher gab es auf hier kein Wald, es fehlte das Tannengrün und so bastelten die Friesen sich eine Art Ersatz-Weihnachtsbaum.
Bestehend aus einem Holzgestell, einem grünen Kranz (meist Buchsbaum) und verschiedenen Figuren. Die Figuren sind immer am Fuße beginnend Adam und Eva unter einem Apfelbaum mit Schlange. Auf Amrum sind es dann noch Fisch, Kuh, Schwein, Mühle, Hahn und Segelschiff. Jede Figur hat eine symbolische Bedeutung. Auf Sylt findet man eine andere Zusammensetzung der Symbolfiguren, z.B. ist dort ein Hund dabei.
In späterer Zeit erhielt das Holzgestell noch vier Kerzenhalter, an jeden Adventssonntag wird eine Kerze entzündet.
Den „kleinen“ Kenkenbuum stellt man auf den Tisch oder ins Fenster, die Figuren (kenkentjüch) sind aus Salzteig hergestellt. Im Januar werden sie dann von den Kleinen vernascht.
Aber im Gegensatz zum heutigen Weihnachtsbaum ist der Kenkenbuum jedes Jahr wiederverwendbar.

Hier noch ein wenig öömrang-deutsch (sjiisk):
kenken = Weihnachstmann, Christkind
kenkenbuum = Weihnachtsbaum
kenkentjüch = Weihnachtsgebäck
a krasinj = Heiligabend
fröölag weinachten = Fröhliche Weihnachten
at neijuar = Neujahr
seegend neijuar = gesegnetes neues Jahr 

Amrum News wünscht eine schöne Adventszeit!!!!

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold ist ein „echter“ Nordfriese, 1957 in Nebel auf Amrum geboren und der friesischen Sprache (öömrang) mächtig. Nach dem Schulabschluss erlernte er in Wittdün den Beruf des Elektroinstallateurs. 1976 zog es ihn nach “Deutschland”, Wohnorte waren u.a. Wuppertal, Owschlag, Koblenz und Pinneberg. 33 Jahre war er bei der Bundeswehr, u.a. als Flugzeugelektriker und Ladungsmeister auf der Transall C-160. Ende Oktober 2010 – ging es altersbedingt – in den Ruhestand. Als Hobby ist da zum einen das Angeln, seit 40 Jahren ist er im Amrumer Angelverein aktives Mitglied und zum anderen der Handball, da allerdings nur passiv bei den Damen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen als Hallensprecher in der 3.Liga Nord. Von 1980-1995 und seit 2005 ist Gerd in Owschlag beheimatet, sein zuhause ist aber immer Amrum geblieben. Gerne würde er dauerhaft auf die Insel zurück, es fehlt bisher aber noch ein passendes Wohnungsangebot.

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