Weiterer Transport – aber nach Polen …


Ausladen in Polen

Auch Dirk Hansen aus Nebel ist mit seinem Transporter gestartet um Hilfsgüter nach Polen zu bringen.

Hier der Erfahrungsbericht, den uns Dirk geschickt hat:

 

Liebes Amrum-News-Team, hier unser kurzer Bericht aus Polen:
Eigentlich wollten wir mit unserem Transporter nur die schon lange geplante Abholfahrt von Möbeln machen und dabei Joannas Familie dort in Poznan  besuchen!
Dass wir dabei dann die ganzen Hilfsgüter mitgenommen haben, hat sich völlig  spontan – quasi am Tag vor unserer Abreise – ergeben!

Über die whatsapp-Gruppe von Joanna´s Freundinnnen erfuhren wir von den großen Hilfsaktionen hier in Polen.
Eine Ihrer Freundinnen hatte schon zugesagt, selbst Flüchtlinge aufzunehmen. Und es gäbe hier in Poznàn Abgabestellen für Hilfsgüter. Es würde so dringend alles Mögliche gebraucht und wir sollten doch unbedingt Sachen mitbringen!!!

Joanna hatte dann zufällig mit Nadja Hansen Kontakt (die Frau meines Cousins Jan)  ; Nadja sagte ” das poste ich gleich”! Und dann kamen – quasi taggleich – am Mittwoch  viele Amrumer zu uns und brachten Kartons und Beutel mit Klamotten, Schuhen, Handtücher, Decken,Kissen, Bettwäsche  …! Die Louisen-Aotheke hat spontan noch ein Paket mit Verbandsmaterial und Medikamenten mitgegeben! Unser großer Fiat-Ducato war dann wirklich schnell sehr gut befüllt!

Am Donnerstag sind wir mit der Mittagsfähre los und dann bis Poznan  (Ankunft 23:00 ) nonstopp durchgefahren. Übernachtung  in Joanna´s Elternhaus. Am Freitag sind wir dann mittags zu den Messehallen von Poznan gefahren. Dort gab es 2 große Hallen, eine Halle, wo “höherwertige” Hilfsgüter (u.a. auch Medikamente, Verbandsmateial, usw. ) gesammelt werden, die von da aus direkt über die Grenze in die Ukraine gefahren werden; z.B. auch direkt zu Krankenhäusern dort (da haben wir unsere Sachen ausgeladen).

… gigantisches Treiben in einer polnischen Messehalle

Dann in einer anderen Halle war ein gigantisches Treiben! Es wurden unglaublich viele Sachen angeliefert und von ganz vielen engagierten Helfern sortiert. Hier können sich auch  ankommende Flüchtlinge direkt  bedienen – aber der größte Teil wird nach Süd-Ost-Polen an und über die ukrainische Grenze weitergeleitet.

Ein Priester sprach uns vor der Halle an, ob wir mit unserem nun leeren Transporter  einer ukrainischen Frau helfen könnten. Sie hätte sich 2 Betten ausgesucht und die müßten nun zu Ihrer Flüchtlingsunterkunft innerhalb der Stadt transportiert werden. Und so lernten wir Viktoria kennen und die war glücklich darüber : sagte “Sie hätte ja heute wohl engelhaftes Glück”!

v.l. Joanna Hansen, Viktoria ist mit ihren beiden Kindern aus der Nord-Ukraine geflohen, polnische Mitarbeiterin von der Caritas

Auf der Fahrt erzählte sie uns (auf Englisch) , dass Sie aus dem Norden der Ukraine – nahe der russischen Grenze – käme. Sie konnte wohl gleich zu Beginn des Einmarsches die russischen Panzer und Militärfahrzeuge durch ihren Ort fahren sehen! Dann hat sie sich ganz schnell ihre beiden Kinder geschnappt und ist zusammen mit ihrem Neffen nach 2 Tagen Autofahrt und dann Restweg mit dem Zug in Poznan angekommen. Sie war ganz verzweifelt und fassungslos und sagte immer wieder “warum? warum ? Es gibt keinen Grund für diesen Krieg!”

Als wir das Bett mit den löchrigen Matratzen ausgeladen hatten, sagte ich zu Joanna, so was steht bei uns massenhaft auf dem Sperrmüll auf Amrum und die Leute hier brauchen so etwas in großen Mengen so dringend und sind darüber glücklich!

Die große Hilfsbereitschaft hier in Polen geht einher mit der großen Angst , dass Polen das nächste Ziel der Russen sein könnte!!! Es gibt hier klassischerweise wohl immer schon starke Vorbehalte und Mißtrauen gegenüber Russland !!

Dirk Hansen für Amrum-News
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