Frisch gebackene Seepferdchen und Frösche …


Schwimmlehrer/in Katrin und Andreas Schmale mit ihren Schwimmanwärter/innen im Amrumer Badeland

Man konnte gar nicht sagen, wer eigentlich stolzer war, die Kinder oder Eltern/Verwandte, als die Mädchen und Jungen ihre letzte Schwimmstunde hatten und das Erlernte zeigen durften. Über zwei Wochen hatten die Kinder im Amrumer Badeland bei Katrin und Andreas Schmale Unterricht. In den letzten Monaten mußten die beiden Bade- und Schwimmmeister viel verlorene Zeit aufholen und über 30 Kindern den Umgang, das Verhalten und Schwimmen im Wasser bei bringen.

„Normalerweise haben wir jährlich zwei Schwimmkurse für insulare Kinder, doch durch die Coronazeit kam das alles ins Stocken“, erklärt Katrin Schmale, die jetzt diese Zeit aufholen müssen. Zusammen mit ihrem Mann ist sie seit über zwanzig Jahren aktiv im Amrumer Schwimmbad. Wievielen Mädchen und Jungen sie das Schwimmen beigebracht haben, wissen die beiden nicht mehr so genau. „Es waren so einige und sehr viele sind davon schon erwachsen“, lächelt Katrin, als sie ein Schwimm-Gruppenfoto geschenkt bekommt, dass vor 16 Jahren aufgenommen wurde.
Verändert hat sie sich kaum und doch hat sich einiges getan in diesen Jahren: 
“Zu 2021 haben sich die Prüfungsanforderungen für die Schwimmabzeichen geändert. Nicht nur das die Kinder für das Seepferdchen-Abzeichen jetzt Baderegeln kennen müssen, auch müssen sie jetzt eine erkennbaren Schwimmstil haben und beim Schwimmen ins Wasser ausatmen können. Dafür mussten wir uns etwas umstellen, aber an unseren Zielen hat dies nichts geändert. Kindern mit Spaß an das Schwimmen heran zu bringen. Damals wie heute freuen sie sich über jedes Erfolgserlebnis, sei es tauchen oder ins Wasser springen. Aber am stolzesten sind Sie über jeden Klotz um den der Schwimmgurt kleiner wird, sind es zu Beginn vier Stück und später nur noch ein oder zwei, bis dieser Schwimmgurt dann ganz weg fällt. Es ist enorm was die Kinder da leisten ohne Unterstützung Ihrer Eltern.
Durch Corona haben wir einiges am Ablauf ändern müssen, aber wie sich rausstellte, zum Vorteil, denn die Eltern begleiten ihre Kinder nicht mehr bis in die Halle. Wir können die Unterrichtseinheiten nun besser nutzen und die Kinder werden in Ihrer Selbständigkeit gefördert (alleine an-und ausziehen z.B.) und lernen dabei schon die ersten Baderegel vor und nach der Stunde kennen. Wir haben schon viel aufholen können, was durch die Corona-Zeit nicht möglich war. Aber auch wir merken, dass die langen Zwangsschließungen der Schwimmbäder dazu geführt haben, das nun vermehrt auch Kinder zum Schwimmkurs kommen, die noch nie ein Schwimmbad von innen gesehen haben. Somit spielt auch Wassergewöhnung eine immer größere Rolle in den Kursen”, berichtet das Ehepaar Schmale.
Nach dieser letzten Stunde des aktuellen Schwimmkurses konnten einige der Kinder ihr „Seepferdchen“ entgegennehmen, was zeigt, das sie schon ganz alleine schwimmen können. Andere zeigten stolz ihre Teilnehmer Urkunde mit dem Frosch, da sie noch mit kleiner Unterstützung im Wasser agieren. „Jetzt heißt es am Ball bzw. Beim Schwimmen bleiben, das Erlernte festigen und sicherer werden“, erklärt Andreas, denn es sei wichtig an diese Übungen anzuschließen und nicht über die Monate schleifen zu lassen. Bald findet der nächste Schwimmkurs statt und hier werden aus Fröschen vielleicht auch Seepferdchen, der Ehrgeiz einiger zeigte die Entschlosseneheit. Wichtig für alle war aber das dabei sein und mitschwimmen, die erste kleine Angst vor dem Wasser besiegen und mit professioneller Hilfe von Katrin und Andreas die Anfänge im Schwimmen richtig zu legen. Alle waren mit ganz viel Freude und Spaß dabei, kamen immer mit einem euphorischen Lächeln aus der Schwimmstunde. „Können wir morgen wieder ins Badeland schwimmen üben“, fragt ein Mädchen, mit einer Träne im Auge, da dieser Schwimmkurs nun vorbei ist. 
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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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