Wittdün hat eine neue Attraktion: die NATOUR-DÜNE …


Einladend: die „NaTour-Düne“ in Wittdün

Wenn das kein Grund zum Feiern ist?! Nun ist sie fertig, die „NaTour-Düne“ in Wittdün. Was da nach langjähriger Vorbereitung und von vielen noch unbemerkt am Ortsausgang von Wittdün entstanden ist, kann sich wirklich sehen lassen: ein kleines neues Zentrum mit einem interessanten naturkundlichen Freizeit- und Informationsangebot für Groß und Klein, auch oder gerade wenn die Sonne mal nicht scheint.

Die „NaTour-Düne“ ist ein prima Ausflugsziel: fein gelegen – direkt am Wittdüner Rund-Wanderweg, genau zwischen Wriakhörnsee und Seezeichenhafen. Sie liegt etwas versteckt in den Dünen hinter dem Amrum Badeland, in guter Nachbarschaft zum Saunagarten. Das Amrumspa samt Café (vor Ort gerösteter Kaffee) ist direkt nebenan und das Café Auszeit (leckere hausgemachte Torten und Snacks) gleich um die Ecke.

Gabi Ludwig – Leiterin der Schutzstation Wattenmeer auf Amrum

Mit der Eröffnung der „NaTour-Düne“ hat Amrum nun auch im Süden der Insel ein Nationalpark-Haus und die Schutzstation Wattenmeer nach dem Abriss der alten Nordseehalle im Ortszentrum wieder eine attraktive Anlaufstation, erstmals unter hauptamtlicher Leitung. Seit Mai ist Gabriele („Gabi“) Ludwig als Stationsleiterin bei der Schutzstation Wattenmeer fest angestellt und leitet auch das neue Nationalpark-Haus in Wittdün. Außer montags ist es täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Was schwimmt denn da im Aquarium? 

Drinnen lockt hier die von Marion und Hermann Jahnke aus Molfsee neu gestaltete Nationalpark-Ausstellung mit multimedial präsentierten Informationen, Meerwasser-Aquarien, Terrarium und spannenden Dioramen der verschiedenen Amrumer Tier- und Pflanzenwelten. Es gibt Führungen der Schutzstation Wattenmeer durch die Ausstellung, kleine naturkundliche Souvenirs, und die Amrum Touristik bietet in Zusammenarbeit mit der Schutzstation ein naturpädagogisches Kinderprogramm an.

Gut sortierte Infothek

Draußen wartet auf alle Erlebnisfreudigen besondere „NaTour“: ein kreativ gestalteter, sehr schön in die Dünenlandschaft eingebetteter, naturbelassener Holzparcours zum Boßeln. Manche nennen den friesischen Volkssport Boßeln ja Country-Golf. Ich finde, das Spiel ähnelt eher dem Boule. Am besten, Sie probieren es einfach selbst einmal aus – ob Groß oder Klein, zusammen oder allein. Im Nationalpark-Haus werden gegen Hinterlegung eines Pfands große, mittlere und kleine Boßel-Kugeln ausgeliehen. Der Parcours ist selbsterklärend wie beim Minigolf. Nach welchen Regeln gespielt wird, dürfen Sie selbst festlegen.

Der Erbauer zeigt, wie‘s geht.

Zum Projekt „NaTour-Düne“ gehört auch der große neue Mehrzweckraum der Gemeinde Wittdün,  der für Veranstaltungen mit bis zu 120 Sitzplätzen genutzt werden kann. Noch ein eingelöstes Versprechen der Gemeinde im Zusammenhang mit der 2013 getroffenen Entscheidung, die alten Gebäude der Kurverwaltung und der Nordseehalle abzureißen, um im Ort dringend benötigten Dauerwohnraum zu schaffen (Wohnprojekt „Üüs Aran“).

Himmlische Ruhe im Leseraum nebenan …

Im hell und freundlich eingerichteten Leseraum des Badelands, der nun neben den neuen Veranstaltungsraum gezogen ist, stehen den Gästen nach wie vor aktuelle Tageszeitungen und zwei Computer mit freiem Internet-Zugang zur Verfügung. Hier können Kurgäste noch die Ruhe vergangener Zeiten genießen, selbst an bedeckten Tagen, wenn es nebenan im Badeland quirlig wird. Dann ziehen die warmen Nordseewellen und Saunen des Badelands große und kleine Urlaubsgäste an, denen das Meer zu kalt ist oder das Wetter zu schlecht. Warum einen Warmbadetag nicht mit spannenden Informationen über das Wattenmeer und einer Runde Boßeln krönen?

 

Dr. Meurs-Scher, Nationalparkverwaltung Tönning

„Attraktion durch Information – Staunen durch Erleben“

 Die Nationalparks Wattenmeer sind neben den „Alten Buchenwäldern“ die einzigen als Weltnaturerbe anerkannten Großschutzgebiete in Deutschland. Sie stehen auf der gleichen Liste wie die Galapagosinseln, der Grand Canyon und das Great Barrier Reef. Der UNESCO Welterbe-Status ist verbunden mit dem Bekenntnis, das Wattenmeer für die Menschheit und ihre kommende Generationen zu bewahren und seinen Schutz aufrecht zu erhalten.

Zehn bis zwölf Millionen Zugvögel rasten jedes Jahr im schleswig-holsteinischen Wattenmeer zwischen Elbmündung und dänischer Grenze, etwa 100.000 Paare brüten im Nationalpark. Rund 3.200 Tierarten leben hier, darunter Meeressäuger wie Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale und mindestens 63 Fischarten. Das Watt ist die Kinderstube für die Schollen, Heringe und Seezungen in der Nordsee, und 250 Tierarten leben ausschließlich in den Salzwiesen.

Zuständig für den Schutz der Natur, die Umweltbeobachtung im Nationalpark und die Öffentlichkeitsarbeit ist die Nationalparkverwaltung im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein.

Übernahme durch Harald Förster (Schutzstation Wattenmeer), Frank Timpe (Amrum Touristik) und Heiko Müller (Wittdün) – von links nach rechts

Und so nahmen Wittdüns Bürgermeister Heiko Müller, Tourismus-Chef Frank Timpe und Harald Förster von der Schutzstation Wattenmeer das Schild „Nationalpark-Haus“ mit Stolz und großer Freude vom Bildungsbeauftragten der Nationalparkverwaltung, Dr. Gerd Meurs-Scher (Multimar Wattforum, Tönning) entgegen.

 Dr. Meurs-Scher hat dem Projekt als Pate des Konzepts Natourwert Wattenmeer von Beginn an zur Seite gestanden. Unter dem Motto „Attraktion durch Information – Staunen durch Erleben“ bündelt dieses Konzept förderungswürdige Projekte im Bereich Umweltbildung und nachhaltiger Tourismus in der Weltnaturerbe-Region Schleswig-Holsteins. In einem drei-stufigen Auswahlverfahren hat die „NaTour-Düne“ in Wittdün auf Amrum als eines von elf Projekten den Zuschlag für eine Förderung bekommen.

2015, noch unter Bürgermeister Jürgen Jungclaus, war das erfolgreiche Bewerbungskonzept in Zusammenarbeit mit Dr. Gerd Meurs-Scher, Harald Förster (Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer in Husum), Frank Timpe (Amrum Touristik) und der Gemeindevertretung Wittdün erstellt worden. Insgesamt wurden in das Projekt rund 800.000 Euro investiert, davon kamen 75%  über das Landesförderprogramm I.T.I. aus dem EU-Fonds für regionale Entwicklung, und 15% steuerte die Nationalparkstiftung bei.

Ohne Förderung wäre ein so tolles Projekt für eine Gemeinde Wittdün gar nicht umsetzbar gewesen, sagte Bürgermeister Müllerin in seiner Rede anlässlich der Eröffnung der „NaTour-Düne“. Er dankte allen an der Realisierung Beteiligten sehr herzlich, insbesondere Frank Timpe, ohne den dieses gesamte Projekt nicht zustande gekommen wäre. Viele von ihnen waren der Einladung zur Einweihungsfeier gefolgt. So auch die Bürgermeister von Nebel und Norddorf und alle auf Amrum aktiven Naturschutzvereine. Heiko Müller wünschte allen Gemeinden, Verbänden und Vereinen auf der Insel eine gute Zusammenarbeit.

Dünen-Boßeln macht Spaß.

Und dann wurde zusammen gefeiert… geguckt und erklärt, gestaunt und gratuliert, draußen geboßelt, drinnen gegessen, angestoßen auf alle, die zum Erfolg beigetragen haben – zum Wohle der Insel, seiner Einwohner und Gäste. Nun heißt es für alle: Herzlich Willkommen in der „NaTour-Düne“!

 

 

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.

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