Vollmond – Supermond – Blutmond …


Supermond

Letzte Woche war es mal wieder soweit. In der Nacht vom 13. Auf den 14. Juli gab es auch in Schleswig-Holstein einen „Supermond“ zu beobachten, die Medien waren gespickt mit beeindruckenden Bildern.

In der Wissenschaft spricht man von einem Supermond, wenn der Vollmond im Verlauf seiner Umlaufbahn sehr nahe an der Erde ist und so nach Mondaufgang größer erscheint als gewöhnlich. Vollmond ist der Zeitpunkt, zu dem Sonne und Mond in Opposition zueinander stehen, also von der Erde aus gesehen in entgegengesetzten Richtungen. Die der Erde zugewandte Seite des Mondes wird dabei vollständig von der Sonne angestrahlt und erscheint dadurch besonders hell. Der Mond befindet sich in einer elliptischen Umlaufbahn um die Erde und ist dadurch zu den jeweiligen Vollmondzeiten unterschiedlich weit von der Erde entfernt. Sie erscheint dadurch dem Betrachter unterschiedlich groß. Ein gesamter Mondphasenzyklus dauert 29,53 Tage. Die nächste Chance auch auf Amrum einen Super-Vollmond beobachten zu können ist am 1. August 2023, so nah wie am vergangenen Mittwoch wird der Mond aber erst wieder im Jahr 2034 zu sehen sein.

Blutmond

Eine Sonderform des Super-Vollmondes ist der sogenannte Blutmond. Dieser entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen und es zu einer totalen Mondfinsternis kommt. Durch die Brechung des Sonnenlichtes leuchtet der Mond dann rötlich. Zuletzt war dies am 16. Mai diesen Jahres der Fall, erst am 20. Dezember 2029 wird in Deutschland das Phänomen wieder zu bestaunen sein.

Dass der Mond die Gezeiten der Meere beeinflusst ist sicher allen wohl bekannt. Den Mondphasen sagt man auch nach unsere Psyche und unser Handeln zu beeinflussen. Viele Menschen beklagen einen schlechten Schlaf bei Vollmond. Es gibt zwar vereinzelt kleine Untersuchungen, die Hinweise darauf geben, dass der Mond tatsächlich Einfluss auf unser Schlafverhalten hat, insgesamt gesehen hat die Wissenschaft, hier insbesondere die Schlafforschung, jedoch bislang keinen eindeutigen Grund für das Phänomen benennen können. Jeder Mensch schläft mal schlecht, die Gründe hierfür können vielfältig sein. Und wenn man Schlafprobleme hat und dann gleichzeitig auch noch Vollmond ist, ist es nur „menschlich“ das Problem auf den Mond zu schieben. Die langläufigen Meinungen, dass bei Vollmond mehr Kinder als sonst zur Welt kommen, dass gehäuft psychische Erkrankungen auftreten, oder  dass mehr kriminelle Handlungen auftreten sind dagegen statistisch widerlegt.

Anmerkung des Verfassers:

Leider ist es mir letzten Mittwoch nicht gelungen ein paar ordentliche Fotos auf Amrum zu machen. Zum einen waren die Wetter- und Lichtverhältnisse nicht optimal, zum anderen war ich wohl zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Die in diesem Artikel gezeigten Bilder habe ich in den vergangen Jahren gemacht, sie sind mit dem Phänomen der letzten Woche vergleichbar.

 

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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