Gut Wein braucht Weile  … 


Susanne Seelhof & Michael Trenz

Im letzten Jahr im Monat Mai berichtete Amrum-News (17.5.2021) über das Herzensprojekt des Weinbauern Michael Trenz und seiner Lebensgefährtin Susanne Seelhof auf Amrum.

In Kooperation mit dem Hof Martinen wurde in Süddorf ein halber Hektar Acker mit jungen Setzlingen bepflanzt, aus denen Amrumer Wein entstehen soll. Etwas über ein Jahr ist seitdem vergangen und viel Arbeit mußte in diesem Zeitraum geleistet werden, um den Weinberg immer akkurat in einem guten Zustand zu halten. Den ersten Winter haben die jungen Rebstöcke mit Stürmen, Regen und Kälte gut überstanden. Die Pflege des Ackers obliegt in erster Linie Oke Martinen und Colin Brennan, die nun einen guten Rhythmus und organisierte Aufgabenverteilung in der Hege und Pflege gefunden haben.

Nun waren Michael Trenz und Susanne Seelhof für eine Woche auf der Insel zu Besuch, um zu schauen, wie es den jungen Rebstöcken geht. “Wir sind sehr zufrieden mit dem Wachstumsstand der Reben. Tasächlich sind aber an einigen wenigen Stellen einige Setzlinge nicht angewachsen – warum das so ist, können wir nicht sagen. Wir haben daher im Frühjahr einiges nachpflanzen müssen. Auch das Unkrautwachstum war ein großes Problem, dem wir in vielen Stunden Handarbeit entgegentreten mussten. Nun ist der Weinberg in einem perfekten Zustand und alle Beteiligten wissen, welche Aufgaben regelmäßig zu erledigen sind. Jetzt sind wir alle zu einem tollen Team zusammengewachsen und Absprachen sowie Abläufe klappen prima”, erzählt Michael Trenz.

Susanne Seelhof & Michael Trenz im Gespräch Weinfest

Regelmäßig besuchen das Winzerpaar aus dem Rheingau ihr Herzensprojekt auf Amrum, um nach dem Rechten zu schauen, aber auch, um selbst fleißig mitzuarbeiten. So auch im April diesen Jahres, denn es war Zeit, die große Drahtanlage aufzubauen. “Diese macht das Ganze erst zu einem richtigen Weinberg”, erklärt Michael Trenz im Gespräch mit Amrum-News und berichtet weiter:” Die Rebe ist ein Lianengewächs. Deswegen wird die Rebe an einem Draht befestigt, der ihr die Möglichkeit gibt, sich daran festzuhalten, wenn sie größer wird und aus den Schutzhüllen herauswächst. Sonst würde die Ranke auf dem Boden liegen und die Feuchtigkeit dort tut der Rebe natürlich nicht gut. So brachten wir im April 800 Stickel (Pfähle) und 18 km Draht auf Rolle mit nach Amrum. Im Gepäck hatten wir noch zwei weitere Helfer aus unserem Betrieb, sowie eine Maschine, die dabei half, die Stickel in den Boden zu rammen. Durchgearbeitet haben wir eine ganze Woche und dabei an Wetterkapriolen auf Amrum alles erlebt. Am Ende hat alles gut geklappt und wir sind zufrieden mit dem Ergebnis”. Bereits im nächsten Jahr rechnet der Winzer mit den ersten Trauben, diese werden aber noch nicht für den Amrumer Wein geerntet.” Die Rebe probiert ja, ihre ganze Kraft in die Trauben zu stecken. Gefühlt ist das Wegschneiden der ersten Trauben natürlich zwar schade, aber die Rebe kann dann so kraftvoll weiterwachsen. Wenn alles gut geht, könnten wir im vierten Jahr nach dem Anbau die Trauben ernten”, erklärt Winzer Michael Trenz zuversichtlich.

Verkostung

Die sommerliche Stippvisite auf Amrum nutzte das Paar bei ihrem Aufenthalt aber nicht nur, um nach dem Wachstumsstand des Weinbergs zu schauen und auch dabei ein paar Tage auszuspannen, sondern auch, um ihre Weine aus dem Rheingauer Weingut Trenz auf Amrum vorzustellen. So gab es in der vergangenen Woche drei verschiedene Events, auf denen Insulaner, Gäste und insulare Gastronomien herzlich zu Weinverkostungen geladen waren und die sehr gut angenommen wurden. Noch musste Michael Trenz viele Interessierte allerdings mit der Verkostung vom Amrumer Wein vertrösten – denn wie bereits gesagt: Gut Wein braucht Weile!

Wer mehr Informationen zum Weinanbau und dem Hof Martinen erfahren möchte, dem sei der aktuellste Bericht vom NDR in der Mediathek vom 17. Juni 2022 ans Herz gelegt!

 

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Über Susanne Jensen

Susanne Jensen wurde 1965 in Hamburg geboren. In Appen bei Pinneberg aufgewachsen, kam sie nach der Erzieherausbildung 1985 auf die Nordseeinsel. Die Mutter von zwei heut erwachsenen Söhnen arbeitete anfangs einige Jahre in der Fachklinik Satteldüne und war dann von1992 bis 2016 als Erzieherin in den Kindergärten Wittdün und Nebel beschäftigt. Nun ist Susanne wieder tätig als Erzieherin in der Fachklinik Satteldüne.

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