Der neue Müllkalender ist da – eine Glosse …


Der Müllkalender für Amrum

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Im Dezember erscheint der Müllkalender für das nächste Jahr. Und jedes Jahr habe ich Schwierigkeiten herauszufinden an welchem Tag ich welche Tonne an die Straße stellen soll. Das doppelseitige Stück Papier treibt mir schon beim ersten Blick darauf die Schweißperlen auf die Stirn. Bunte Markierungen für die einzelnen Tonnenarten in grau, grün und gelb, z. T. „zweifarbig“ an einem Tag, ein Buchstabengewirr aus einzelnen Großbuchstaben A, B und C für die jeweiligen Gemeinden oder in Kombination mit den Zahlen 2 und 4 für 2-wöchentliche oder 4-wöchentliche Abfuhren, das Ganze in einen Jahreskalender eingefügt, führen bei mir zu Flimmern vor den Augen. Komplettiert wird das Ganze um Kopf- und Fußzeilen mit jeder Menge Information zur Umschlagstation in Süddorf, Erläuterungen zu den Buchstaben- und Zahlenangaben im Kalender, Hinweisen zu Elektromüll, Sperrmüll, Schadstoffentsorgung für Gewebetreibende, Glascontainer, Sondermüll, Saisontonnen-Abholterminen und dem Hinweis auf die Möglichkeit auf dem Smartphone die Abfall-AppNF installieren zu können. Ach ja, und dann steht da noch auf jeder Seite „!Achten Sie bitte auf Änderungen vor und nach Feiertagen!“ und „Alle Angaben ohne Gewähr“.

Man findet auf dem Kalender zwar jede nur erdenkliche Information zu allen nur erdenklichen Möglichkeiten seinen Müll im Laufe eines Jahres legal zu entsorgen, es bedarf aber schon einer gewissen Hartnäckigkeit und Auffassungsgabe herauszufinden ob nun A/B/C oder 2A/2B/2C oder 4A/4B/4C für einen bestimmten Abfuhrtag zutrifft. Oder war es A/2B grau unterlegt, oder 4A/B grün unterlegt oder doch „nur“ 2C grau unterlegt???

Auch wenn man Abitur, einen Hochschulabschluss, einen Doktortitel und den Führerschein hat muss man sich erstmal im Gewirr der Zeichen, Zahlen und Buchstaben zurechtfinden. Letztendlich wird das jedoch jedem gelingen, auch wenn man dazu vielleicht etwas Hilfe benötigt.

Nachdem ich das System der Müllabfuhr auf der Insel Amrum einmal begriffen hatte, habe ich mir auf dem jeweiligen Müllkalender die Tage der für uns in Nebel zutreffenden Abfuhrtermine markiert und die übertrage ich dann immer im Dezember auf den neuen Kalender. Also: A steht für Container (haben wir aber nicht), B steht für Nebel, 2B für 2-wöchentliche Abfuhr (+ Container, haben wir aber nicht), 4B steht für 4-wöchentliche & 2-wöchentliche Abfuhr (+ Container, haben wir aber nicht), grau steht für die Graue Tonne (Restmüll), grün für die Grüne Tonne (Papier), gelb für die Gelbe Tonne (wiederverwertbare Verpackungen außer Papier und Glas – „Achtung! Die Abfuhr im Bezirk A findet nur dienstags statt!“), Sp für Sperrmüll und S für Sondermüll. Und bitte noch die Saisontonnen-Abholtermine beachten! Alles klar?

Die AbfallApp-NF

Es ist nicht einfach all diese Informationen auf einem DIN A4 Format verständlich unterzubringen und eine „moderne“ Möglichkeit herauszufinden wann welche Tonne wo abgeholt wird ist die Installation der Abfall-App der Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland („Abfall-AppNF“). Die habe ich auch auf meinem Smartphone eingerichtet. Man muss aber auch diese Informationsquelle richtig nutzen lernen. Nachdem ich einmal einen Abfuhrtermin verpasst hatte weil ich bei all meinen Push-ups den nervigen Benachrichtigungston abgestellt hatte, nutze ich die App nicht mehr und verlasse mich lieber wieder auf den „Müllkalender“. Den richtig zu lesen habe ich ja schließlich doch gelernt. Der Kalender liegt übrigens im Amt in Nebel sowie an den Schaltern der Amrum Touristik zur Abholung bereit.

Die richtigen Tonnen rausgestellt …

Ach ja, meine lieben Nachbarn erinnere ich am jeweiligen Abend vor der Müllabfuhr auch daran die richtige Tonne rauszustellen – Nachbarschaftshilfe.

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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