Amrumer Aussichtspunkte – 05 Nordspitze / Amrumer Odde


Ein ganz besonderer Ort ist der Aussichtspunkt 05 – die Nordspitze Amrums. Sie ist der nördlichste Teil der Insel und liegt nordöstlich von Norddorf und ist als Naturschutzgebiet „Amrumer Odde“ ausgewiesen. „Odde“ (auf Öömrang „Ood“) heißt zu Deutsch „Spitze“. Sie ist ca. zwei Kilometer lang und zwischen 150 bis 200 Meter breit, besteht überwiegend aus einem bis zu 24 Meter hohen Dünengürtel und dient vielen Vogelarten als Brut- und Rastplatz. Am Ende, eben der Nordspitze, befindet sich ein kiesbedeckter Nehrungshaken auf dem oft viele Vögel, und zu den entsprechenden Brutzeiten, Kegelrobben- bzw. Seehundjunge zu beobachten sind. Die Odde ist durch den stetig nach Osten / Nord-Osten wandernden Kniepsand entstanden und ändert an der eigentlichen Nordspitze, bedingt durch die Gezeiten, stetig sein Aussehen.

Blickrichtung Nord-West nach Hörnum auf Sylt

Das NSG „Amrumer Odde“ wird vom Verein Jordsand  („Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.“) betreut. Dieser Verein ist eine der ältesten Naturschutzorganisationen Deutschlands, er wurde 1907 als „Verein zur Begründung von Vogelfreistätten an den deutschen Küsten – Jordsand“ in Hamburg gegründet. 

Das seit 1936 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Areal darf nur an der Küstenlinie umwandert werden. Die eigentliche Nordspitze darf überhaupt nicht betreten werden. Am Dünenübergang zwischen Watt- und Seeseite steht jedoch eine Aussichtsplattform, von der aus es ausgezeichnete Beobachtungsmöglichkeiten der Tierwelt gibt und die Nachbarinseln Sylt und Föhr im Blick sind. Bei entsprechend guter Sicht kann man durchaus auch die monströsen Hochhäuser von Westerland auf Sylt ausmachen oder auch den Hindenburgdamm erahnen.

Blickrichtung Nord-Nord-West auf WesterlandSylt (Teleaufnahme)

Eine Wanderung um die Odde und zur Aussichtsplattform an der Nordspitze gehört einfach zu einem Amrum-Aufenthalt dazu und dauert in etwa zwei Stunden, wobei nur an den Dünenübergängen Höhenunterschiede von ca. 2 – 3 Metern zu überwinden sind. Allerdings verläuft der allergrößte Teil der Wanderung im Sand, was durchaus auch eine gewisse Anstrengung bedeuten kann.

Blickrichtung Nord-Ost auf Osterende Sylt und Richtung Hindenburgdamm

Ob man von Norddorf aus nun zuerst auf der Wattseite zur Nordspitze geht, um dann an der Seeseite zurückzukehren, oder die Odde in umgekehrter Reihenfolge umwandert, sollte man von der vorherrschenden Windrichtung abhängig machen. Ein 2 km langer Marsch auf dem Kniepsand bei Gegenwind ist nicht jedermanns Sache. Als Empfehlung gilt daher bei Wind aus nördlichen Richtungen zuerst an der Wattseite zu gehen. Dann ist man hier zumeist noch im Windschatten und hat auf der Seeseite Rückenwind. Bei Wind aus südlichen Richtungen, hier v. a. aus Süd-West, sollte man den umgekehrten Weg gehen.

Blickrichtung Ost nach Utersum auf Föhr mit Kegelrobbe und Vogelkolonie

Der Einfachheit halber sei hier der Weg zur Aussichtsplattform  über die Wattseite beschrieben: Start ist der Oodwai als Verlängerung der Lunstrat („Hauptstrasse“ von Nebel aus kommend) am Ende des bebauten Ortes im Übergang zur Norddorfer Marsch. Man bleibt auf dem geteerten Fahrweg bis zur öffentlichen Toilettenanlage am Ende des Teerdeiches. Nach Überquerung des Deichs ist der Weg nun unbefestigt, man folgt ihm bis zum „Fahrradständer“. Hier geht man entweder geradeaus über einen Bohlenweg (Wanderung nördlich an der Wattseite), oder überquert linkerhand die Dünen (Wanderung nördlich an der Seeseite). Folgt man dem Bohlenweg, gelangt man an den Ausgangspunkt der Wattwanderungen nach Föhr. Hier bleibt man an der Dünenkante bis zum Übergang an der Nordspitze / Aussichtsplattform. Von hier aus geht es dann wieder in südlicher Richtung am Kniepsand / Seeseite Richtung Norddorf. Es gibt dann einen Dünenübergang mit Hinweisschild (-> Fahrradständer) an dem man wieder zur Wattseite gelangen kann (Radfahrer!), oder aber man geht am Kniepsand weiter bis zum Dünenübergang Norddorfer Strand und von da aus wieder zur Ortsmitte.

Nach entsprechende Umrundung der Nordspitze sind dann zumeist Kaffee und Kuchen, ein Eis oder auch etwas Höherprozentiges in einem der Lokale in Norddorf angesagt!

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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