Die Gefahr für das Wattenmeer ist jetzt erst einmal vorbei …


Lob und Anerkennung für die Küstenwache und die grenzüberschreitende Unterstützung
Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste e.V. (SDN) lobt die Niederländische Küstenwache für ihr offensichtlich umsichtiges – und letztlich erfolgreiches – fachliches Handeln bei der Brandhavarie des Kfz-Transporters FREMANTLE HIGHWAY vor West-Friesland

Deutsche Nordseeküste. „Nicht dauerhaft beruhigt aber immerhin zufrieden blickt die Schutzgemeinschaft auf den nun in Eemshaven vorläufig beendeten Bergungseinsatz bei der Brandhavarie des Kfz-Transporters vor West-Friesland,“ resümiert Bürgermeister Gerd-Christian Wagner, SDN-Vorsitzender. Dabei sei allerdings nicht zu vergessen, das diese Havarie einem der Seeleute das Leben und sieben die Gesundheit gekostet hätten. „Unsere Anerkennung für die Abwendung einer großen Umweltkatastrophe gilt ausdrücklich der Niederländischen Küstenwache und dem deutschen Havariekommando für deren schnelle und grenzüberschreitende Hilfeleistung. Auch durch den Notschlepper NORDIC.” Zudem gelte das natürlich ebenso dem Wetter, das über diese Tage nur wenig Wind und geringe Wellen bereitet habe. Die NORDIC sei seines Wissens nach nicht nur stark genug für jeden Schiffs-Havaristen, sondern zudem auch noch der einzige Seeschlepper in der Nähe mit von der Außenluft unabhängiger Einsatzfähigkeit. „Nur so konnte in den ersten Tagen die in Lee liegende Seite des Havaristen innerhalb der höchst giftigen Qualmwolke intensiv und erfolgreich gekühlt werden.“

„Allerdings,“ betont Ulrich Birstein, zweiter Vorsitzender der Schutzgemeinschaft, „so gut wie die Bewältigung dieser Schiffs-Havarie geklappt hat: die Gefahr für die Nordsee und ihre Lebensräume ist damit für die Zukunft bei weitem nicht beseitigt.“ Insbesondere müsse man sich, in Anbetracht der steigenden Zahl von Offshore-Windparks in Nord- wie Ostsee, besonders für die Sicherheit und Leichtigkeit des Schifffverkehrs einsetzen. “Die sich großräumig immer weiter ausbreitende Industrialisierung des kleinen Meeres zerstört nicht nur das natürliche Lebensumfeld, sondern engt auch noch die Fahrwege für die Schifffahrt ein.” Und, je größer die Schiffe würden, umso sehr viel größer sei die davon ausgehende Gefahr für die Nordsee und das Wattenmeer.

Dabei sei es aus Sicht der SDN nahezu unerheblich, an welcher Stelle auf See eine Havarie geschehe. Der unmittelbare Lebensraum mit seinen Bewohnern wäre dabei immer gefährdet. Im Falle einer Öl-Havarie, insbesondere in zunehmendem Zusammenhang mit den Offshore-Windparks, erst recht. Zudem, das Öl (oder andere Schadstoffe) treibe an der Oberfläche, der Wassersäule und dem Meeresgrund immer in Richtung der jeweils aktuellen Meeresströmung sowie Windrichtung. Somit, bei überwiegendem Nordwest-Wind und West-Ost-Meeresströmung, nahezu immer in Richtung Inseln und Wattenmeer – in mehr oder weniger langen Zeiträumen. Einziger “Vorteil” einer Küstenferne: das Wattenmeer nebst der Küstenregion hätte mehr Zeit zur Vorbereitung und würde wohl nicht mehr so „dick“ verpestet. Aber dafür wohl noch weiträumiger und dauerhafter. (s. Müll-Anlandungen auf Borkum nach der Havarie der MSC ZOE)

Einige Forderungen der SDN:
– mehr ortsnahe Produktion und damit geringeren Transportbedarf
– weniger Transport von Schadstoffen (incl. Schweröl)
– Offshore-Windparks mit ortsnahen Notschleppern sichern
– Endlich Förderung einer norddeutschen (Container-)Hafen-Kooperation
– Zwingend modernere sowie effektivere Feuerlösch-Einrichtungen auf den Schiffen, die stets dem sich ändernden Transportgeschehen angepasst werden müssen
– und im Detail noch einiges mehr

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