Abgesperrtes Haus in Norddorf sorgt für Verunsicherung …


Plötzlich abgesperrt. So fanden die Bewohner ihr Haus am Freitagvormittag vor.

Große Aufregung herrschte am vergangenen Freitagmorgen in der Norddorfer Fußgängerzone. Die Bewohner des Hauses im Strunwai 12, direkt neben dem Eiscafé Cappuccino, stolperten beim Verlassen des Gebäudes quasi direkt in eine Absperrung hinein. Rot-weißes Flatterband umgab das gesamte Haus inklusive der Einfahrt. Offizielle Informationen zum Grund der Absperrung gab es nicht, aber selbstverständlich funktionierte der Inselfunk inklusive aller Mutmaßungen zuverlässig. “Einsturzgefahr” lautete die Diagnose. Klar, dass diese These für Unsicherheit und Existenzangst bei den Anwohnern sorgte. Wohin sollen sie bei der Wohnungsnot auf Amrum, wenn sie von heute auf morgen ausziehen müssen? Die Hoffnung wäre groß, dass sich die Gemeinde für den Zeitraum einer eventuellen Sanierung um Ersatz kümmert, wie es auch beim Fall “Zur Alten Post” in Wittdün geschehen war (Amrum News berichtete: https://www.amrum-news.de/2023/07/11/wie-geht-es-weiter-beim-apartmenthaus-zur-alten-post/).

Risse durchziehen die Fassade. Ob Einsturzgefahr besteht, will das Bauamt in den kommenden Tagen prüfen.

Klarheit in der Angelegenheit und Ordnung in der Gerüchteküche soll ein Anruf beim Bauamt bringen. Zuständig ist das Kreisbauamt in Husum. Der Leiter des Fachbereiches Kreisentwicklung, Bauen, Umwelt und Kultur Burkhard Jansen erklärt, sie hätten einen Hinweis von einer verlässlichen Quelle darüber erhalten, dass die Fassade bröckelt. Daraufhin bat das Amt die örtliche Ebene um Hilfe, die als Sofortmaßnahme zum Schutz vorbeilaufender Passanten die Absperrung errichtete. In erster Linie gehe es also um die Sicherheit der Spaziergänger. Eine Gefahr für die Bewohner ist darin vorerst nicht inkludiert. Jansen betont jedoch auch, dass es sich erst einmal nur um einen Hinweis handele, der nicht zwingend zu einer weiteren Maßnahme führen müsse. Das Bauamt ist bemüht, noch in dieser Woche mit einem Statiker persönlich auf die Insel zu kommen und den Zustand des Hauses zu prüfen. Sollte dann tatsächlich eine Gefahr von der Fassade ausgehen, würden weitere Maßnahmen besprochen, die der Eigentümer mittragen müsse.

Für die Bewohner heißt es nun also bis auf Weiteres: Abwarten und Tee trinken – vielleicht auch mit Schuss, auf diesen ersten Schreck.

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Über Nina Löschner

Nina Löschner kam 1989 kurz vor dem Mauerfall in Ost-Berlin zur Welt. Aufgewachsen auf dem Brandenburger Land zog es sie nach der Schule zurück in die Hauptstadt. In Berlin studierte sie Kunstgeschichte und Englisch, arbeite anschließend im Projektmanagement eines Auktionshauses und schließlich sieben Jahre lang als Redakteurin für Funk und Fernsehen. 2022 nahm sie sich eine berufliche Auszeit und absolvierte einen Freiwilligendienst im Naturschutz auf Amrum. Doch die Insel ließ sie nicht mehr los - und so brach sie alle Zelte in der Hauptstadt ab. Heute arbeitet Nina als Leiterin der Schutzstation Wattenmeer in Wittdün.

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