Üüsens saarep – ein Dorf in der Schule


Eine spannende Projektwoche liegt hinter den Schülerinnen und Schülern der Öömrang Skuul, in der sie ein richtiges Dorf gegründet haben. Einiges an Vorbereitung ging der Dorfentstehung voraus, doch am Montag wurde aus der Theorie Praxis. Dienstag hieß es dann „Üüsens saarep” (“unser Dorf” auf Friesisch) öffnet seine Türen.
Wie in einem richtigen Dorf gab es auch richtige Geld „Üüs” (statt Euro) Scheine, die natürlich von der dorfeigenen Bank ausgegeben wurden. Die 9. und 10. Klasse stellte die Arbeitgeber, die eine bunt gemischte Arbeiterschaft aus allen darunterliegenden Klassen beschäftigte. Die beiden Abschlussklassen hatten somit die ganze Verantwortung und Leitung über die Werkstätten und Projekte. Es gab neben der Bank auch die Post, eine Kreativwerkstatt, eine Perlenmanufaktur, eine Bäckerei und Pizzeria, eine Holzwerkstatt, ein Fitness Studio, ein Kunstatelier, eine Textilwerkstatt, ein Spielcafé und eine Karaokebar.
Die Kinder konnten sich im Vorweg einen Lieblingsplatz wünschen, doch da nicht jeder Wunsch erfüllt werden konnte (viele wollten Pizza backen ;-)), wurde bunt gewürfelt. „Das machte mir gar nichts aus, denn ich habe gesehen wie viel Spaß wir hatten und es war wirklich toll in der Post”, strahlt ein Junge aus der zweiten Klasse und flitzte durch die Schule, denn es galt ja alle geschrieben Briefe und Postkarten zu verteilen.
An dem letzten Tag der Projektwoche machte das Dorf seine Türen für die Familien und Freunde auf, so dass „Urlauber“ Üüsens Saarep besuchten und sie die produzierte und kreativ erarbeitete Kleinkunst erwerben konnten. „Die Kinder haben einen Eindruck bekommen wie es über den Schulalltag hinweg in der Arbeitswelt aussieht”, erzählt Schulleiter Jörn Tadsen, der spontan als Polizist agieren und für Ordnung sorgten musste. Es gab für die Arbeiter geregelte Pausen und auch Gehalt. Nicht jeder konnte damit umgehen und war schneller Pleite als gedacht. Mit Humor genommen kamen jedoch erste Zweifel wie das so mit der Arbeit und dem Geldverdienen so läuft. Die älteren Schüler lernten die jüngeren an und manchmal schauten sich die einen was von den anderen ab. Die Mädchen und Jungen zeigten in den Kreativberufen was sie alles Können und am Präsentationstag wurde viel gekauft.
Eine Tombola und Versteigerung bereicherten den Präsentationstag. „Es war eine super Woche, die wir gerne nochmal machen würden”, bestätigen die Schüler das Projekt „Üüsens saarep”. “Die nächste Dorfsimulationswoche mit neuen Unternehmern aus den kommenden Klassen 9 und 10 wird durch die Erfahrungen dieser Woche sicherlich ein paar Dinge ändern. Ein offener Markttag am Ende ist z.B. im Gespräch. Aber die entstandenen Gespräche um Arbeit, Wirtschaft, Geldumlauf, Herstellungskosten, Gewinn uvm. waren spannend und lehrreich”, erzählt Jörn Tadsen und freut sich sehr, dass das Kollegium ebenso viel Spaß an dieser Projektwoche hatte wie die Schüler selbst.
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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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