
In seinem 40. Jubiläumsjahr präsentierte sich der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer mit seinem Infomobil erstmals auf Amrum.
„Kommen Sie rein ins Wattenmeer, die Schuhe dürfen Sie anbehalten“, begrüßt der Info-Ranger Marius Harlinghaus gerne Besucherinnen und Besucher des Infomobils. So auch am vergangenen Wochenende auf Amrum. Marius Harlinghaus hat eine besondere Beziehung zu der Insel, denn er hat hier seine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit bei der Amrum Touristik AöR absolviert. Seit zwei Jahren ist er nun für die Nationalparkverwaltung in Tönning tätig. Er betreut Informations- und Erlebnisangebote und organisiert alles rund um das Infomobil. Zudem übernimmt er Ranger-Aufgaben in St. Peter-Ording und auf Eiderstedt. „Es ist eine spannende Aufgabe, mit der ich meine Leidenschaft für die Natur des Wattenmeers ideal mit meiner Ausbildung verbinden kann“, erklärt Marius Harlinghaus.

Zusammen mit seinem Ranger-Kollegen Frerk Petersen von Nordstrand informierten sie über Fauna und Flora des Wattenmeers, beantworteten Fragen zu den Schutzgebieten Nationalpark, UNESCO-Biosphärenreservat und -Weltnaturerbe und begleiteten Groß und Klein auf ihrer Entdeckungsreise durch das Infomobil.
Schon beim Betreten des Infomobils, lohnt sich ein Blick nach unten. Man befindet sich auf dem Wattboden, der von hunderten Sandschnurkringeln der Wattwürmer und zahlreichen anderen Wattorganismen bedeckt ist. Interaktive Elemente im Infomobil laden zum Forschen, Beobachten und Rätseln ein. An einem Forschungstisch können kleine Tierpräparate unter die Lupe genommen werden und bringen so manchen Betrachter zum Staunen. So gibt es zum Beispiel einen Sonnenstern zu bewundern. Auch Fühlboxen, Infoschubfächer, Videos und ein digitales Wissensspiel begeistern Jung und Alt.

Ein besonderes Highlight ist die große Kiste mit zahlreichen Strandfunden. Ob Muschel, Seestern oder Hummerschere, alles darf in die Hand genommen, erfühlt und genau betrachtet werden. Eine besondere Überraschung ist das Gehäuse der größten Nordseeschnecke, das Neptunshorn. Kinder halten dieses Gehäuse gerne an ihr Ohr, um das Meeresrauschen zu hören. In kleinen Lupengläschen entdecken sie Winzlinge wie die Wattschnecken. Aber auch der aus dem Spülsaum gesammelte Plastikmüll erregt die Aufmerksamkeit der Gäste.
Auch Spiele bieten die Ranger für die kleinen Besucher an. Besonders beliebt ist die Suche nach dem Wattwurm, der irgendwo auf dem Bild am Boden des Infomobils versteckt ist.
Ein weiteres Highlight ist ein vor dem Infomobil ausgestelltes Präparat eines jungen Seehunds. Hier lauten die am häufigsten gestellten Fragen: Ist der echt? Darf man den streicheln?

Anlässlich des 40-jährigen Geburtstags des Nationalparkes Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gibt es zudem ein spannendes Jubiläumsrätsel: Wie viele Strandschnecken befinden sich in einem großen Glasbehälter? Zu gewinnen gibt es tolle Preise vieler Nationalpark-Partner. Auch werden in einer Präsentation „40 Jahre mit 40 Erfolgen“ vorgestellt. Zu der Erfolgsgeschichte des Nationalparks gehören Beispiele wie das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie, das 1994 gestartete Umweltbeobachtungsprogramm oder die Kooperation mit Nationalpark-Kitas und -Schulen.
Gleich an drei Orten auf Amrum lockte das Infomobil zahlreiche Interessierte an. Samstagvormittag begeisterte es viele Einheimische und Gäste auf dem Kirchplatz in Nebel. Nachmittags wechselte das Infomobil zum Hafenfest beim Seezeichenhafen. Und am Sonntag konnte die Entdeckungsreise im Infomobil am Norddorfer Strandübergang erlebt werden. Die Zusammenarbeit mit den Nationalpark-Partnern ist der Nationalparkverwaltung eine Herzenssache. So wurde das Ranger-Team Marius und Frerk bei allen Aktionen unterstützt durch Freiwillige der Naturschutzvereine Schutzstation Wattenmeer und dem Öömrang Ferian.
Marius Harlinghaus zieht zum Abschluss der Infomobil-Aktion eine positive Bilanz: „Mit über 850 Besuchern war das Amrum-Wochenende ein großer Erfolg. Besonders hat mich gefreut, dass neben den zahlreichen Gästen auch Einheimische gekommen waren. Ich habe viel gute Gespräche führen können“.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum
