Die „KI“ sagt: „Ein Schild ist ein flaches Objekt, das aus Materialien wie Holz, Metall oder Papier besteht und Wörter, Zeichen oder Symbole zeigt. Es dient dazu, auf etwas aufmerksam zu machen oder Informationen zu vermitteln. Historisch gesehen wurde ein Schild auch als Schutzwaffe verwendet, um einen Krieger vor Angriffen zu schützen. Der Begriff “Schild” hat zudem verschiedene Bedeutungen, darunter als Informationsträger oder in der Heraldik (Wappenkunde).“
Es gibt Namensschilder, Ortsschilder, Verbotsschilder, Gebotsschilder, Warnschilder, Türschilder, Hinweisschilder, Straßenschilder, Straßenverkehrsschilder, Rettungsschilder, Nummernschilder und viele andere mehr.
Der „Deutsche Schilderwald“ ist wohl allen bekannt. Deutschland ist weltweit das Land mit den meisten Verkehrsschildern. Rund 20 Millionen versuchen auf und an unseren Straßen den Verkehr zu regeln und sicherer zu machen. Es war im Jahr 1877 als in Deutschland per Reichsgesetz eine „Warntafel“ vorgeschrieben wurde, die v.a. vor Gefahren an Bahnübergängen und Kurven schützen sollte. In den letzten 150 Jahren ist die Anzahl vor allem der verschiedenen Straßenverkehrsschilder enorm angewachsen. Die StVO (Straßenverkehrsordnung) sieht mehr als 600 Verkehrszeichen vor, die unterschiedliche Bedeutungen haben.
Amrum ist ein kleiner, wenn auch feiner Teil Deutschlands, und so gibt es auf der Insel natürlich auch jede Menge Schilder. Es soll hier jedoch nicht über die Verkehrsschilder, die ja die meisten Menschen kennen sollten (zumindest die Führerscheinbesitzer), berichtet werden. Vielmehr sollen ein paar individuelle Schilder, die nur auf Amrum vorkommen, gezeigt werden.
Ein offizielles Ortsschild „Amrum“ sucht man auf der Insel vergebens, ist Amrum doch der Name der Insel und nicht der einer Ansiedlung. Drei Gemeinden gibt es auf der Insel: Wittdün, Norddorf und Nebel mit den Ortsteilen Süddorf und Steenodde. Natürlich gibt es hier an den Ortsein – und – ausfahrten die entsprechend gelben Ortsschilder und stellvertretend für alle sei hier ein Schild von Steenodde aufgezeigt, da es als amrumtypische Besonderheit angesehen werden kann, dass unter den deutschen Ortsbezeichnungen die Namen auch auf Öömrang, dem Amrumfriesisch, verzeichnet sind. Und so müssen sich die Schriftzüge auf dem genormten Ortsschild etwas zusammendrängen: Steenodde – Stianood – Gemeinde Nebel – Kreis Nordfriesland.
Jede Gemeinde und jeder Ortsteil hat natürlich auch ein „touristisches“ Schild um damit auf sich aufmerksam zu machen. Am Ortseingang von Wittdün wird man, vom Fähranleger kommend, mit einem modernen und stylischen Schild, das bei Dunkelheit zudem leuchtend angestrahlt wird, empfangen. Dagegen wirkt sein entsprechendes Pendant in Steenodde eher minimalistisch und zurückhaltend.
Den oben bereits angesprochenen „Deutschen Schilderwald“ findet man auch auf Amrum, wobei dieser doch sehr an die Besonderheiten der Insel angepasst ist. So ist es auch mit den Schildern am Kniepsand, einer der größten Sandbänke in Europa, der es kürzlich erst vom britischen Magazin “Time out“ auf Platz 4 der schönsten Strände Europas geschafft hat. Allerdings sind dort „Hundestrand“ „Textilstrand“, „FKK-Strand“ oder Hinweis auf den „bewachten Badestrand“ nur während der Badesaison zu finden. Das ist verständlich, denn im Winter oder bei eingeschränkten Sichtverhältnissen sind diese Schilder sinnlos und laufen zudem Gefahr von der See oder vom Sand verschluckt zu werden.
Auch an den Bohlenwegen findet man Warnschilder, die den Benutzer vor Rutschaktionen oder Holzsplitterverletzungen bewahren sollen. Dies geschieht hier sicherlich nicht nur aus Gutherzigkeit, sondern hat v. a. juristische Gründe um möglichen Regressansprüchen der potentiell Verletzten entgegen zu wirken. Inwieweit hier der „Dieter Bohlen-Weg“ eine Rolle spielt ist ungeklärt……
Nicht vergessen darf man natürlich die Amrum-typischen „Gastronomischen Schilder“. Fast jeder dürfte die „Blaue Maus“ oder „Eiscafe bei Carlo“ kennen. All die anderen kulinarischen Tempel der Insel mögen es verzeihen, wenn sie hier nicht namentlich genannt werden.
Viele Straßenschilder sind auf Öömrang und für den „Fremden“ oftmals schwer zu deuten. So kann man im Ort Nebel leicht „Waasterstigh“ (Weststraße) und „Uasterstigh“ (Oststraße) verwechseln. Und „Poppenaanj“ ist keine sexistisch anzügliche Bezeichnung, sondern bedeutet schlicht und einfach „Puppenende“. Wobei das Straßenschild auch noch falsch geschrieben ist, denn auf Öömrang muss es „Popenaanj“, mit nur einen „p“ heißen. Dass die Hersteller der Straßenschilder oftmals offensichtlich dem Amrumfriesisch nicht so ganz mächtig sind zeigt sich auch an den Schildern der „Priesterstraße“. Am einen Ende wird die Straße als „Prästerstigh“ benannt, am anderen Ende als „Presterstigh“. So als hätten die Schildermacher sich nicht haben einigen können. Und dabei sind beide Namen falsch geschrieben. Richtig müsste es eigentlich „Präästerstigh“, mit zwei „ää“ heißen. Interessant ist es zudem, dass es bis 1975 in Nebel keine Straßenschilder gab. Wohl wusste man von überlieferten Wegebezeichnungen, die Häuser waren jedoch lediglich mit Hausnummern, zumeist fortlaufend nach dem Bauzeitpunkt, versehen. Im Januar 1975 tagte unter der Leitung der Kurverwaltung ein „Ausschuss für Straßennamen“, der Vorschläge für eine dann folgende Straßennamensgebung erarbeitete.
Es gibt sicherlich noch eine große Menge anderer Schilder die es so nur auf der Insel Amrum gibt und es könnte ein ganzer Bildband darüber erstellt werden. Sie alle hier, in diesem Rahmen zu präsentieren würde viel zu weit gehen. Abschließend muss jedoch noch über einige wenige Schilder aus der Vergangenheit berichtet werden, die es nicht mehr gibt. Sie dürften so manchem Amrumfan noch in Erinnerung sein, stellten sie doch einigermaßen ungewöhnliche Fakten dar.
Zum einen betrifft es die „Wechselschilder“ am Fähranleger in Wittdün. Diese drehbaren Vorrichtungen geben das Fahrtziel der von Amrum abfahrenden Fähren der W.D.R. an (z. B. „Dagebüll direkt“ oder „Dagebüll über Wyk“). Bis 2019 gab es vom ehemaligen Fähranleger 3, der bereits Ende 2013 weitgehend abgebaut wurde, auch einmal täglich eine Verbindung mit der „Hilligenlei“ über die Halligen Langeneß und Hooge nach Schlüttsiel. Hier gab es die Möglichkeit ein entsprechendes Schild auf „Nach Schlüttsiel über die Halligen“ zu stellen. Zwar gibt es diesen Schriftzug auch an den beiden anderen Anlegern, jedoch findet eben auf der sog. Halliglinie keine regelmäßiger Fährverkehr mehr von oder nach Amrum statt. Möchte man von Wittdün aus auf die Halligen, muss man den Umweg über Dagebüll und Schlüttsiel nehmen. Zwischen April und Oktober kann Hallig Hooge auch mit „Adler-Express“ bzw. im Rahmen von Ausflugsfahrten mit der „Eilun“ erreicht werden.
Ein weiteres bemerkenswertes Schilder-Highlight gab es bis 2010 an der Einfahrt zum heutigen „Vogelkojen-Parkplatz“ und der dort eingerichteten Bushaltestelle „Vogelkoje“ auf halben Weg an der Landstraße zwischen Nebel und Norddorf. Hier befand sich jahrzehntelang die „Müllkippe am Klööwenhuuch“. Bereits Ende der 1980er Jahre zeichnete sich ab, dass die Aufnahmekapazität dieser Müll- und Baustoffdeponie begrenzt war. Anfang der 1990er Jahre erfolgte dann eine geregelte Müllbeseitigung und 2002 wurde die Deponie eingeebnet und renaturiert.
Die Amrumer schienen noch eine lange Zeit zu benötigen um sich an die „neue“ Abfallwirtschaft zu gewöhnen. Der Macht der Gewohnheit folgend kam es immer wieder zur Bildung wilder Müllkippen, insbesondere auch im Bereich der ehemaligen Deponie, so dass man sich gezwungen sah ein Verbotsschild mit der Androhung drastischer Strafen aufzustellen. 500 DM sollte es kosten, wenn man beim unbefugten Müllabladen erwischt wurde. Im Januar 1999 kam es dann zur Einführung des (T-)Euro und eine mögliche Strafe stieg auf 50.000 € an. Tatsächlich nur wenige Meter auseinander standen bis ins Jahr 2010 diese Verbotsschilder mit den Strafandrohungen. Somit kann festgehalten werden, dass „Inflation“ kein neuer Begriff ist.
Mit der Müllentsorgung gab es auf der Insel Amrum früher immer wieder Probleme. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war es durchaus üblich seinen Abfall einfach zu verbrennen, auf den Biakehaufen zu werfen oder in den Dünen zu vergraben. Heute ist eine allgemeine Müllbeseitigung über das Amt Föhr-Amrum und der AWNF (Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland mbH, Gründung Oktober 1995) und der BIA (Bau- und Industrieausrüstungs GmbH, seit dem Jahr 2002 auf Amrum tätig) mit Standort im Gewerbegebiet Süddorf, geregelt. Pflanzen- und Grünabfälle können ggf. auch durch einen Amrumer Landwirt bzw. einem Amrumer Landschaftsbauunternehmer entsorgt werden. Mittlerweile ist es wohl Dank eines gestiegenen Umweltbewusstseins auf Amrum gelungen die „wilden Müllkippen“ völlig aus dem Inselbild verschwinden zu lassen. Und so soll es auch bleiben.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum





















Besonders auffällig finde ich ja das; rein logisch betrachtet; das Weiße Schild NUR Privatpersonen mit Strafe droht. Logischer Umkehrschluß wäre das Firmen seinerzeit dort ungestraft Müll abladen könnten. Was ja per Se schon eine Ungleichbehandlung wäre, oder?
Dann ist es ja Doppelt-gut das es die Schilder nicht mehr gibt.
Die Friesischen Straßennamen sind übrigens auch beim Paketversand nach Amrum gern mal bis zur Unkenntlichkeit verändert oder verwechselt da es mehrere ‘Strunwai’ gibt, zwei mal Postwai und Nei Stich und Neistigh auch gerne durcheinander gebracht werden.
Außerdem möchte ich anmerken das in meiner Jugend/Kindheit in Norddorf m.w. auch Straßennamen noch selten oder unbekannt waren. Aber der Vermietungskalender hatte schon Ortskarten mit einem Koordinaten-Netz. Und so weit ich erinnere wurde damals unseren (neuen) Hausgästen als “Navi”-Hilfe Buchstabe und Zahl in der Karte genannt. Es haben sich trotzdem einige verfahren. 😉 K.M.