Nach Winterpause und Frost starten viele Bauprojekte auf Amrum wieder durch. Während am Medizinischen Versorgungszentrum endlich Fortschritte sichtbar werden, sorgen andere Baustellen weiterhin für Stillstand – und mancherorts werfen Rodungsarbeiten neue Fragen auf.

Erst war es die Weihnachts- und Neujahrspause, dann die lange Frostperiode, die so manche der Amrumer „Großbaustellen“ nahezu zum Erliegen brachte.
So ruhten die Arbeiten zum Bau des Medizinischen Versorgungszentrums in Wittdün vom 19. Dezember bis zum 9. März nahezu komplett. Entgegen dem ursprünglichen Plan, noch im Jahr 2025 die Zwischendecke zum 1. OG zu betonieren, konnte dieser Bauabschnitt aufgrund der sechs Wochen anhaltender Minustemperaturen erst pünktlich am Tag nach dem meteorologischen Frühlingsanfang angegangen werden. Mittlerweile ist endlich das Voranschreiten der Arbeiten zu erkennen: Das Mauerwerk der oberen Etage wächst zusehends. Wenn anschließend der Dachstuhl errichtet sein wird, sollte das Richtfest noch vor Ostern möglich sein.

Entgegen dem Stillstand am MVZ konnten viele Arbeiten am Feuerwehrgerätehaus in Nebel fortgeführt werden. Der Dachstuhl des Anbaus ist errichtet, als Nächstes soll der Erweiterungsbau der Fahrzeughalle in Angriff genommen werden. Das hierfür notwendige Baugerüst ist bereits eingerichtet. Wie vom Nebeler Bürgermeister Cornelius Bendixen angekündigt wurde, ist mit der Einweihung des Gerätehauses noch im Sommer dieses Jahres zu rechnen. Anschließend soll dann zügig mit den Arbeiten am Gerätehaus der FF Süddorf-Steenodde begonnen werden (Amrum News berichtete).

Der Winter hat auch die Arbeiten an der Öömrang Skuul (wieder einmal) verzögert. Viele Wochen lang waren keine Außenarbeiten möglich. Der westliche Trakt ist jedoch fast fertiggestellt, und das Lehrerkollegium hofft darauf, nun endlich das neue Lehrerzimmer beziehen zu können. Wie vom Amtsdirektor Christian Stemmer mitgeteilt wurde (auch hier berichtete Amrum News), sind für die Bauabschnitte zwei und drei an der Schule im Amtshaushalt 2026 rund 3,5 Millionen Euro eingeplant.

Von den Sanierungsarbeiten an den Obdachlosenunterkünften im Gewerbegebiet Nebel kann berichtet werden, dass die Außenarbeiten weitgehend abgeschlossen sind und nun der Innenausbau in Angriff genommen wurde. Ob die hierfür vorgesehenen Baukosten von 600.000 Euro ausreichend kalkuliert sind, bleibt abzuwarten. Die Gesamtkosten der Renovierungsarbeiten werden wohl die Millionengrenze überschreiten.

Nicht viel Neues gibt es von der Dauerbaustelle „Alte Post“. Weiterhin ist das Gebäude christo-artig eingehüllt, und es ist nicht zu erkennen, welche Arbeiten „hinter verschlossenen Türen“ stattfinden. Verlässliche Auskünfte über stattgehabte oder anstehende Maßnahmen und deren Kosten sind bislang nicht zu erhalten.

Ebenso verhält es sich mit den Arbeiten am Haus Seeadler. Wie bereits Ende Dezember geschildert, ist hier kein Fortschreiten der Baumaßnahmen zu erkennen. Seit Monaten unverändert steht das Gebäude mit dem es umgebenden Baugerüst an der Inselstraße in Wittdün.

Anders hingegen die vielen Dachdeckerarbeiten in allen Orten der Insel, von denen viele bereits abgeschlossen sind. Beispielhaft sei hier das Restaurant Likedeeler in Steenodde genannt.
Im Bereich des Projekts „Haus des Gastes“ in Nebel haben erste Bauvorbereitungsmaßnahmen stattgefunden. Nachdem die letzten Fundamentreste des Kellers des abgerissenen Gebäudes entfernt worden waren, wurden noch im Februar umfangreiche Baumfällarbeiten durchgeführt. Dabei sind – zumindest gefühlt – mehr Gehölze den Kreissägen zum Opfer gefallen als zunächst angenommen.

Einige wenige stehengebliebene Bäume wurden, wohl zum Schutz vor möglichen Baufahrzeugen, mit einer Art Schutzkorsett versehen. Die gefällten Gehölze landeten übrigens nicht auf dem Biikehaufen. Sie wurden vor Ort gehäckselt, und große Mengen gingen an den Hof Martinen, der sie nach entsprechender Lagerungs- und Trockenzeit als Heizmaterial für seine Gebäude nutzen wird. Leider haben auch die über 100 Jahre alten Rhododendrenpflanzen, die dem Kurpark zu ihren Blütezeiten stets ein besonderes Flair verliehen hatten, die Rodungsmaßnahmen nicht überlebt. Vom Meeskwai aus hat man jetzt einen freien Blick über das Baugrundstück hinweg zur St.-Clemens-Kirche. Wann ein definitiver Baubeginn des neuen Hauses des Gastes stattfinden wird, steht wohl noch in den Sternen.

Auch bei einer weiteren potenziellen Baustelle haben Rodungsarbeiten stattgefunden. Auf dem Grundstück des einsturzgefährdeten Hauses im Norddorfer Strunwai wurden nahezu alle Bäume und Sträucher entfernt – sie sind wohl auf dem Biikehaufen gelandet. Inwieweit auch dies als Bauvorbereitungsmaßnahme angesehen werden kann, bleibt offen.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

