Zurück im Leben: Das Nautilus in Nebel hat wieder geöffnet …

Stillstand war gestern – jetzt kehrt Leben zurück. Das Traditionscafé in Nebel startet neu in die Saison. Die Pläne der neuen Betreiber sind vielversprechend. 

Freuen sich über den Neustart: Jan Poerscke (links) und Jan Oppermann (rechts).

Neustart nach vier Jahren

Mehr als vier Jahre lang stand es leer – nun feierte es pünktlich vor Ostern seine Wiedereröffnung: das Café Nautilus in Nebel. Zukünftig hat das schöne Friesendorf also wieder einen Anlaufpunkt mehr für Kaffee, Kuchen, Eis und Barbetrieb. Vor allem für die Insulaner*innen ist damit ein abendlicher Treffpunkt wieder zum Leben erweckt worden. Die Freude ist dementsprechend groß.

“Jetzt hat Nebel endlich wieder eine Kneipe!”, hört man die Gäste am Eröffnungsabend vergangene Woche öfter sagen. “Eine echte Bereicherung für das Dorf!” Kinder werden sich besonders über die Eisvitrine freuen. Denn auch das fehlte Nebel den letzten Jahren vor allem in der Sommerzeit sehr. Mit dem Nautilus kehrt nun beides zurück in die Inselmitte.

Betreiber Jan Poerschke (links) und Nautilus-Besitzer Peter Heckel (rechts) versorgen die Gäste bei der Eröffnung mit Begrüßungssekt.

Zufall oder Schicksal?

Verantwortlich für das Erwachen aus dem Dornröschenschlaf sind Jan Oppermann, Koch und Gastronom aus dem benachbarten Dörnsk an Köögem und Jan Poerschke, gelernter Einzelhandelskaufmann, der bis zuletzt in der Post in Nebel arbeitete. Poerschke hatte schon länger den Wunsch, bei seinem Kumpel Jan Oppermann zu arbeiten, als der Zufall (oder war es Schicksal?!) Anfang des Jahres ihm in die Karten spielte. Nachdem Oppermann bereits im letzten Jahr die Terrasse des Nautilus von Besitzer Peter Heckel zur Erweiterung für das Dörnsk an Köögem gepachtet hatte, rief Heckel im Januar an und fragte, ob er nicht auch noch das Café betreiben wolle. Gefragt – getan! Lange überlegen musste keiner der beiden Jans. Denn das Gute war auch: Das Nautilus war während der Pandemie lediglich in einen Tiefschlaf verfallen – alles an Einrichtung, Ausstattung und Mobiliar war konserviert und wartete im perfekten Erhaltungszustand auf die Wiederbelebung. Die neuen Betreiber mussten also eigentlich nur die Tür aufschließen und konnten sofort wieder beginnen.

Schmackhafte Häppchen zur Wiedereröffnung – vielleicht zukünftig auch als Barfood erhältlich?

Ein Ort mit Geschichte

Die Eröffnung zelebrierten die beiden nun letzten Mittwoch im Kreis vieler Freunde und Weggefährten. Gut 100 geladene Gäste waren gekommen, um die beiden zu beglückwünschen. Bei Sekt, Bier und allerlei köstlichen Kleinigkeiten wurden neben den Einweihungsgeschenken auch jede Menge Geschichten und Erinnerungen an die früheren Zeiten ausgepackt. Schließlich kann das Nautilus bereits auf eine lange Historie zurückblicken. Das Haus selbst ist aus dem Jahr 1891. Später hatte Okke Braren eine Bäckerei darin, bevor Peter und Moi Heckel es 1975 kauften – und die erste Pizzeria Amrums darin eröffneten. Seitdem war das Nautilus Restaurant, Café, Bar – und Treffpunkt für die Bewohner Nebels. Und das soll es auch zukünftig wieder werden.

Pläne für die Saison

Der Plan von Jan Oppermann und Jan Poerschke sieht vor, das Nautilus in der Saison an sechs Tagen die Woche geöffnet zu haben: Sonntag bis Freitag von 12 bis 22 Uhr; samstags ist Ruhetag. Ab 17 Uhr können Gäste Pizza vom benachbarten Dörnsk an Köögem bestellen. Außerdem wollen die beiden zukünftig ein wenig eigenes Barfood anbieten: ”Vielleicht mal Currywurst oder so,” sagt Jan Poerschke. Ab und an soll es auch ein paar Special Events geben, an denen bestimmte Drinks im Fokus stehen: ein Apérol-Spritz-Abend oder eine Gin-Tonic-Night. “Das entwickeln wir aber nach und nach, wir haben noch nichts Konkretes geplant.”, erzählt der Betreiber. Erst einmal anfangen und reinkommen.

Ausgelassene Stimmung am Eröffnungsabend.

Wenn der Abend länger wird

Ab Mai bekommen die beiden dann noch Unterstützung im Service. Gut so, denn für zwei alleine klingt das ganz schön herausfordernd. Denn: ”Schluss ist, wenn ich an der Bar das Licht ausmache”, lacht Jan Poerschke. 22 Uhr ist daher mehr ein grober Richtwert und – “um die Zeit ist Feierabend auf der Terrasse, wegen der Nachtruhe.”, sagt Jan Oppermann. Drinnen am urigen Holztresen allerdings kann und wird es sicher zukünftig auch mal wieder länger werden. Der Eröffnungsabend ging mit gutem Beispiel voran: erst um halb zwei Uhr morgens war der Zapfhahn zu.

 

Über Nina Löschner

Nina Löschner kam 1989 kurz vor dem Mauerfall in Ost-Berlin zur Welt. Aufgewachsen auf dem Brandenburger Land zog es sie nach der Schule zurück in die Hauptstadt. In Berlin studierte sie Kunstgeschichte und Englisch, arbeite anschließend im Projektmanagement eines Auktionshauses und schließlich sieben Jahre lang als Redakteurin für Funk und Fernsehen. 2022 nahm sie sich eine berufliche Auszeit und absolvierte einen Freiwilligendienst im Naturschutz auf Amrum. Doch die Insel ließ sie nicht mehr los - und so brach sie alle Zelte in der Hauptstadt ab. Heute arbeitet Nina als Leiterin der Schutzstation Wattenmeer in Wittdün.

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