Seit Februar steht Stefan Borgmann an der Spitze der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein. Bei seinem Besuch auf Amrum informierte er sich über die touristische Entwicklung der Insel und sprach mit Verantwortlichen vor Ort.
Am 1. Februar 2026 hat Stefan Borgmann die Geschäftsführung der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH) übernommen. Im Rahmen seiner Kennenlerntour besuchte er nun die Insel Amrum, um sich vorzustellen und die Besonderheiten der Ferieninsel als wichtigen Tourismusstandort in Schleswig-Holstein kennenzulernen.
Stefan Borgmann ist diplomierter Geograf und erfahrener Tourismusfachmann. Seit 2008 war er Geschäftsführer der Eckernförde Touristik & Marketing GmbH. Zusätzlich leitete er seit 2012 die LTO Eckernförder Bucht GmbH.
Tourismusstrategie bis 2030
Die TA.SH ist die offizielle Landestourismusorganisation Schleswig-Holsteins und federführend im touristischen Datenmanagement.
Eine der wichtigsten Aufgaben der TA.SH ist die Umsetzung der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2030. Dabei liegt ein verstärkter Fokus auf nachhaltigem und verantwortungsbewusstem Qualitätstourismus.
Zu den Marketingzielen der TA.SH gehören unter anderem:
- die Steigerung der wahrgenommenen Attraktivität der touristischen Dachmarke „Schleswig-Holstein. Der echte Norden.“
- die Information und Inspiration für das Reiseland Schleswig-Holstein im In- und Ausland
- die Positionierung Schleswig-Holsteins als attraktiver Tagungs- und Kongressstandort
- die Etablierung Schleswig-Holsteins als Ganzjahresreiseziel
- der Ausbau des kooperativen Marketings mit den Tourismusorganisationen im Land für einen effizienten Mitteleinsatz

Rundgang durch touristische Hotspots
In Begleitung von Amrums Tourismuschef Frank Timpe besuchte Stefan Borgmann verschiedene touristische Hotspots der Insel. Dabei verschaffte er sich einen Überblick über die touristischen Angebote und Einrichtungen sowie über die Entwicklung der Gästezahlen in den vergangenen Jahren.
Amrum News nutzte die Gelegenheit, dem neuen Chef der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein einige Fragen zu stellen.
Interview mit Stefan Borgmann
Herr Borgmann, was unterscheidet Ihrer Meinung nach den typischen Nordseeurlauber von Gästen, die lieber an die Ostsee reisen?
Der Nordseeurlauber liebt die Dynamik von Wind, Wellen und den Wechsel der Gezeiten. Ostseeurlauber schätzen dagegen das permanente Vorhandensein des Wassers sowie die Nähe zu größeren Städten und kulturellen Angeboten. Gemeinsam ist allen Gästen die Liebe zur einzigartigen Natur Schleswig-Holsteins.
Wie beurteilen Sie die Diskussionen über Overtourismus? Sind Schleswig-Holsteins Ferienorte überlaufen?
In den Sommermonaten sind die Ferienorte gut gebucht, und es kann punktuell zu erhöhten Belastungen kommen. Gleichzeitig beobachten wir einen gewissen Rückgang in den Spitzenzeiten. Viele deutsche Urlauber zieht es wieder verstärkt ins Ausland. Um dieser Entwicklung zu begegnen und die Auslastung in der Nebensaison zu verbessern, sind gezielte Marketingmaßnahmen erforderlich.
Die vom Kreisbauamt Nordfriesland ausgesprochenen Vermietungsverbote aufgrund angeblich illegaler Vermietungen beunruhigen Vermieter und Gäste gleichermaßen. Man hört darüber vor allem an der Nordseeküste. Täuscht dieser Eindruck oder sind die Ostseeregionen weniger betroffen?
Dieser Eindruck täuscht. Das Problem gibt es auch an der Ostsee. Dort wird es derzeit jedoch nicht so intensiv und öffentlich diskutiert wie an der Nordseeküste.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

