Der Förderverein zur Unterstützung der Altenpflege auf Amrum blickt auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück. Neben finanzieller Unterstützung für die Wohn- und Pflegeeinrichtung standen bei der Jahreshauptversammlung 2026 vor allem der weiterhin große Bedarf an stationären Pflegeplätzen, mögliche Erweiterungen der Einrichtung und die Herausforderungen der ambulanten Versorgung auf der Insel im Mittelpunkt.

Mit 25 stimmberechtigten Teilnehmern waren rund 10 % aller Vereinsmitglieder zur Jahreshauptversammlung 2026 des „Fördervereins zur Unterstützung der Altenpflege auf Amrum e. V.“ ins St. Clemens-Hüs gekommen.
Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit, einer Gedenkminute für die Verstorbenen und der Genehmigung des Protokolls der Vorjahresversammlung erfolgte der Jahresbericht des Vorstandes. Hier konnte festgehalten werden, dass der Verein dank der Mitgliedsbeiträge und zahlreicher Geldspenden aus Trauerfällen, Geburtstagen und Jubiläen finanziell gut aufgestellt ist. Dies ist vor allem im Hinblick auf die Finanzierung des durch den Verein angemieteten „Notfallzimmers“ von großer Wichtigkeit, wird hierfür doch ein Jahresbudget von 30.000,00 € vorgehalten.
Auch einige Sachspenden, so unter anderem neue Gastro-Sonnenschirme für die Terrasse vom Amrumer Bierverlag (Amrum News berichtete), kamen den Bewohnern der Wohn- und Pflegeeinrichtung sowie deren Betreuerinnen und Betreuern zugute. Allen Spendern und Vereinsmitgliedern wurde ein großes Dankeschön ausgesprochen.
Wie jedes Jahr hat der Förderverein die Kosten für kleinere und größere Neu- oder Ersatzanschaffungen übernommen. So stellte er unter anderem 6.000,00 € für eine mobile Aufstehhilfe zur Verfügung, mit der gestürzte Menschen ohne größeren Kraftaufwand wieder mobilisiert werden können. Dieses Gerät ist leicht zu transportieren und kann somit auch vom ambulanten Pflegedienst genutzt werden.
Die Kassenwartin legte den Jahresabschlussbericht dar, der von den Kassenprüfern als ordnungsgemäß geführt bestätigt wurde. Die genauen Zahlen bezüglich Bestand, Ausgaben und Einnahmen können dem Protokoll entnommen werden, das auf der Homepage des Fördervereins eingesehen werden kann.
Der Vorstand und die Kassenprüfer wurden durch die Versammlung einstimmig entlastet und in ihren Ämtern ebenso einstimmig bestätigt beziehungsweise wiedergewählt:
- Vorsitzender: Chris Johannsen
- Vorsitzender: Uwe Wormsbächer
Kassenwartin: Laura Totzauer
Schriftführerin: Nicole Hesse
Beisitzer: Peter Totzauer
Kassenprüfer: Angelika Hesse und Heiner Klös
Vorstandsmitglied Uwe Wormsbächer, der quasi als „Verbindungsglied“ zwischen dem Förderverein und den Bewohnern sowie deren Betreuern der WPG fungiert, wusste zu berichten, dass die Stimmung und die Atmosphäre in der Einrichtung wie auch im mobilen Dienst sehr gut und familiär seien. Alle Bewohner fühlten sich gut aufgehoben, hätten viele Freiheiten und bekämen regelmäßig Besuch. Auch die medizinische Betreuung durch das MVZ funktioniere hervorragend.
Mehrere gemeinsame Aktivitäten, wie zum Beispiel Kinobesuche, Adventsbacken, Auftritte des Posaunenchores oder Shantychores sowie Besuche vom benachbarten Kindergarten, wurden organisiert. Uwe wurde für seine aufopferungsvolle Tätigkeit gedankt und von den Anwesenden mit großem Applaus bedacht.
Bezüglich der Anmietung der Wohneinheit kann festgehalten werden, dass hier im Kalenderjahr 2025 ein Leerstand von lediglich 41 Tagen zu verzeichnen war. Dies macht deutlich, dass weiterhin ein großer Bedarf an stationären Pflegeplätzen besteht. Die anwesende ärztliche Leiterin des MVZ Amrum, Dr. Claudia Derichs, gleichfalls Vereinsmitglied, betonte die Wichtigkeit einer möglichen Erweiterung der Einrichtung um mindestens zwei weitere Wohneinheiten. Das MVZ betreut nicht nur die Bewohner der WPG, sondern auch alle Bewohner der Insel Amrum und weiß so um die stetig steigende Anzahl älterer und pflegebedürftiger Menschen. Mit nur zehn stationären Pflegeplätzen liegt Amrum deutlich unter der für Schleswig-Holstein rechnerischen Empfehlung von 12,7 vollstationären Pflegeplätzen pro 1.000 Einwohner. Hinzu kommt, dass aufgrund der Insellage Pflegebedürftige gegebenenfalls ihre Heimat verlassen müssen, sollten alle Wohneinheiten belegt sein. Der Förderverein erklärt sich bereit, bei einer möglichen Umsetzung von Erweiterungsmöglichkeiten organisatorisch und finanziell tätig zu werden. Cornelius Bendixen, Bürgermeister der Gemeinde Nebel und ebenfalls Vereinsmitglied, betonte hierzu, dass bauliche Planungen zu einem Ausbau im Dachgeschoss dem Amt Föhr-Amrum vorlägen. Es sei jedoch leider alles andere als leicht, hier bauliche Veränderungen durchzuführen. Hinzu kommt, dass bezüglich der Finanzierung der Diakoniestation Amrum weiterhin ein jährliches Defizit zwischen 80.000 und 100.000 € besteht, welches die drei Inselgemeinden ausgleichen müssen. Nicole Hesse berichtete an dieser Stelle über die Idee, ein Crowdfunding zu starten, um zum Beispiel auch etwas Geld von Gästen sammeln zu können, welches dann für Defizite eingesetzt werden könnte, die bei der medizinischen Versorgung der Einwohner – und auch der Gäste – entstehen. Hierzu soll ein Gespräch mit den drei Bürgermeistern der Insel Amrum geführt werden.
Claudia Derichs berichtete weiterhin darüber, dass viele Seniorinnen und Senioren, die in ihren eigenen vier Wänden leben, oftmals Schwierigkeiten mit dem Führen eines Haushaltes haben. Ab einem gewissen Pflegegrad habe man zwar Anspruch auf eine Haushaltshilfe, entsprechende Hilfen müssen sich jedoch einer Zertifizierung und Basisqualifikation nach dem Sozialgesetzbuch unterziehen und sind auf Amrum rar gesät.

Der Förderverein ist hier gerne bereit zu unterstützen, sollte es Fragen von Hilfsbedürftigen oder auch von potenziellen Helfern geben. Ebenso können sich weitere Förderer oder Unterstützer jederzeit an den Verein und den Vorstand wenden oder einfach mal auf der Pflegeeinrichtung verbeischauen. Auch mögliche neue Vereinsmitglieder sind herzlich willkommen!
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum

