Ein Fest der Gemeinschaft: Die Erste Heilige Kommunion in der St.-Elisabeth-Kirche in Norddorf …

Festliche Kleidung, strahlende Gesichter und ein tiefes Versprechen: Am Sonntag, den 19. Juli 2026, feierten vier Kinder ihre Erstkommunion. Doch es ging um weit mehr als ein großes Fest.

Von der Taufe zur eigenen Entscheidung
Begleitet von dem gemeinsam gesungenen Lied „Freunde, wir fangen an“ schritt die kleine Prozession aus vier Kindern und den Eltern in die Kirche. Sichtlich aufgeregt, mit roten Wangen, aber voller Stolz trugen sie ihre Taufkerzen nach vorne.
„Ihr habt euch heute so feierlich herausgeputzt, um mit uns zusammen die Heilige Kommunion zu feiern“, begrüßte Urlaubspastor Theo Paul aus Osnabrück die Kommunionkinder und Gäste, die anlässlich dieses besonderen Tages so zahlreich erschienen waren. Nach dem feierlichen Einzug übernahm Ute Große-Harmann das Mikrofon. Sie war extra für die Kommunionvorbereitung aus Schleswig auf die Insel gereist.

Ein Fest der Gemeinschaft: Die Erste Heilige Kommunion in der St.-Elisabeth-Kirche in Norddorf

In ihrer Ansprache stärkte sie die Verbindung zu Jesus und erinnerte noch einmal daran, dass die erste zarte Verbindung zu ihm bei der Taufe noch von den Eltern geknüpft wurde. Mit der Erstkommunion entscheiden sich die Kinder nun das erste Mal ganz bewusst selbst, diesen Weg des Lichts weiterzugehen. Symbolisch dafür stand jedes Kind einmal kurz auf und nannte laut seinen Namen.
Das anschließend gemeinsam gesungene Tauflied von Frank Lorenz unterstrich diese sinnbildliche Darstellung.
Dieses Lied verbindet die feierliche Taufhandlung im Namen Gottes mit dem innigen Wunsch nach Schutz und Geborgenheit. Es trägt die tiefe Zuversicht in sich, dass das Kind in Jesus einen treuen Freund fürs Leben findet.

Gelebte Gemeinschaft schon im Vorfeld
Besonders positiv hoben die Eltern die gemeinsame Kommunionvorbereitung hervor: „Was echt schön war: Irgendwie hat jeder von uns etwas dazu beigetragen“, freut sich Susanne Schwarz, die Mutter eines Kommunionkindes.
So übernahm Justyna von der Weppen die Gestaltung des Liedheftes, während Dekoartikel und Lieder gemeinsam ausgewählt wurden. Lieder wurden zu Hause eingeübt, aufgenommen und per WhatsApp an die anderen Familien zum Üben verschickt. Die Kinder entwarfen und bastelten derweil eifrig die Plakate für die Kirche. Auch für das wunderbare Klavierspiel während des Gottesdienstes stellte sich zudem spontan die 14-jährige Hannah Hansen aus Husum zur Verfügung. Das ist wahrhaftige Freundschaft und zeigt, dass der tiefere Sinn der Heiligen Kommunion schon im Vorfeld gelebt wurde.

Nach dem gemeinsamen Gebet stimmte das Frauen-Duo Susanne Schwarz und Chiara Strote ein Lied an; die perfekt aufeinander abgestimmten Stimmen der beiden Frauen erfüllten den Kirchenraum und schenkten dem Gottesdienst eine harmonische Leichtigkeit und eine erfrischend moderne Note.

Die Kommunionkinder – von links nach rechts: Henrik Schwarz, Henri Engels, Mara Martinen und Oliver von der Weppen

Mehr als ein Event: Die Bedeutung im Alltag
Nach der Verkündigung des Evangeliums richtete der Pastor noch ein paar persönliche und berührende Worte an die Kinder: „Heute tritt etwas sehr Kostbares in euer Leben. Dieser besondere Tag ist mit viel Vorbereitung und Aufregung verbunden. Eure Familien, Freunde und Klassenkameraden sind gekommen, um mit euch zusammen diesen Tag zu feiern. Menschen der unterschiedlichsten Herkunftsländer und Kulturen sind hier auf der Insel zusammengekommen.“

Der Pfarrer schlug eine Brücke von der Auferstehung Jesu und dem Abendmahl zur heutigen Feier der Heiligen Kommunion. Die Gemeinschaft mit Jesus und untereinander zeige, dass sein Leib und sein Blut in den Freundschaften und im Zusammenleben der Menschen weiterleben.

Die Heilige Kommunion

Die Heilige Kommunion
„Dafür bekommt jeder von euch ein ‚Stück Brot‘ in die geöffnete Hand. Es soll euch zeigen, dass Jesus in euer Leben getreten ist. Ihr könnt auf ihn zählen – egal, was ihr erlebt oder mit welchen Zweifeln ihr kämpfen werdet. Bewahrt euch diese Neugier und Offenheit, das wünsche ich euch“, beendete Pastor Theo Paul seine Rede mit berührenden Worten.

Nach den Fürbitten und der Heiligen Kommunion fand der Gottesdienst mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Der Leuchtturm“ seinen feierlichen Abschluss.

Über Jennifer Willert

Geboren 1978 in Aschaffenburg, hat Jennifer Willert heute ihre Heimat auf der Insel Amrum gefunden. Als Physiotherapeutin steht sie mit beiden Beinen im Leben, während ihr Kopf am liebsten in fantastischen Welten wandert. Was als Tagebuchnotizen und Waldgeschichten für ihre Tochter begann, mündete in bisher vier veröffentlichten Büchern und der früheren Mitarbeit bei den Nordbayerischen Nachrichten. Jennifer liebt das Magische im Alltäglichen und schreibt mit viel Herz und Humor darüber, wie man bewusst durchs Leben geht – immer mit dem Ziel, die Welt ein kleines Stückchen heller zu machen.

schon gelesen?

“Die deutsche Frau raucht nicht” – eine fast heitere Erinnerung an die Nazizeit auf Amrum

  Die Nazizeit von 1933 bis 1945 griff mit ihrer Ideologie und etlichen Regularien auch …

Schreibe einen Kommentar

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com