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Birgit Wille-Handels…(lp)

“Die Menschen sollen wissen, dass ihnen in Notfällen jemand zur Seite steht”.
birgitwille

So lautet das Credo der schleswig-holsteinischen Bürgerbeauftragten für soziale Angelegenheiten, Birgit Wille-Handels. Dies ist auch der Grund dafür, dass sie überall Sprechstunden anbietet, wie jetzt auch auf Föhr und Amrum. Von Ratzeburg aus war Birgit Wille-Handels quer durch ganz Schleswig-Holstein unterwegs, um sich im nördlichsten Zipfel des Landes, in Wyk und Nebel, der Sorgen und Nöte der Insulaner anzunehmen. Zwar hat die Bürgerbeauftragte in Kiel ein Büro, in dem ihr sechs Fachleute für die verschiedenen Arbeitsfelder zur Seite stehen, doch konnte Wille-Handels in den vielen Jahren ihrer Tätigkeit feststellen, dass vor Ort die Hemmschwelle für die Ratsuchenden sehr viel niedriger ist. So ist sie Lutz Ermert von der Wyker Klinik “Sonneneck” und Norbert Gades in Nebel auch sehr dankbar, dass sie spontan Räume für die Sprechstunde zur Verfügung stellten. “Hilfreich ist, dass hier der Rahmen nicht so offiziell ist”, meint sie, die bereits mehrmals auf Föhr und Amrum Station machte. Bei ihren Besuchen auf den Inseln nutzt sie auch die Gelegenheit, die Situation vor Ort kennen zu lernen und so auch Netzwerke knüpfen zu können. Dazu gehörte auf Amrum auch eine Zusammenkunft mit den Bürgermeistern.
Ihre Aufgaben als Bürgerbeauftragte, die unabhängig und politisch absolut neutral sind, sieht Birgit Wille-Handels auf Basis des entsprechenden Gesetzes darin, Hilfesuchende in sozialen Angelegenheiten – unter anderem bei Hartz IV, der Pflegeversicherung oder der Sozialhilfe – zu informieren und ihre Anliegen gegenüber den verschiedenen Behörden zu vertreten und sie bei der Erledigung strittiger Fragen zu begleiten. Allerdings kann sie nicht vor Gericht auftreten, sondern lediglich Stellungnahmen abgeben.
Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat sie auch das Recht, von Behörden und Dienststellen Auskünfte einzuholen. Sie hat Akteneinsicht und kann von den Behörden auch Stellungnahmen erbitten.
“Die Bürokratie erklärt zu wenig, wie ihre Entscheidung zustande gekommen ist. Und so können die Betroffenen ihre Bescheide auch kaum nachvollziehen”. Dies hat Birgit Wille-Handels durchaus auch auf den Inseln im Laufe der Zeit feststellen müssen. “Letztlich hängt viel von den einzelnen Sachbearbeitern ab, besonders von ihrer Art, mit den Menschen umzugehen”, hat auch Lutz Ermert beobachtet. “Als Bürgerbeauftragte muss ich hier meinen Finger in die Wunde legen”, betont Wille-Handels, die immer wieder beobachtet, dass sich keiner der Beteiligten im System der sozialen Hilfen wohl fühlt, sondern alle mit den Gegebenheiten unzufrieden sind.
Schwerpunkt der Beratungen auf den Inseln ist, wie auch im vergangenen Jahr, auf dem Gebiet der Arbeitslosengeldes II, also Hartz IV. Ein weiterer “Dauerbrenner” betrifft die Mietzuschüsse. Schon seit Jahren bemüht sie sich – bisher allerdings vergeblich – darum, im Kieler Landtag die Einsicht zu verankern, dass im Mietspiegel berücksichtigt werden muss, dass auf allen nordfriesischen Inseln das Mietniveau deutlich höher als auf dem benachbarten Festland liegt. “Es kann nicht angehen”, betont sie, dass die Menschen gezwungen werden, auf das Festland zu ziehen und von dort aus, zur Arbeit auf einer der Inseln fahren müssen”.
Auch im kommenden Jahr wird Birgit Wille-Handels wieder nach Föhr und Amrum zur Sprechstunde kommen. Bis dahin kann man sich aber an sie wenden, wenn Hilfe bei der Lösung eines Problems nötig ist. Zu erreichen ist sie in ihrem Kieler Büro unter der Telefonnummer 0431/9881240.

C. Leipersberger-Nielsen für Amrum-News

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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