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Biikebrennen heiß begehrt…(to)

Der Kindergarten „Flenerk Jongen“ probte schon mal am Lagerfeuer (Artikel vom 20.02.2009)

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Ob nun der Stockbrotteig der über dem Lagerfeuer ausgebacken oder die leckere Grillwurst die geduldig über die Glut gehalten wird, die Kinder des Inselkindergartens „Flenerk Jongen“ ließen sich von dem schmuddeligen Wetter nicht stören. Sie waren am Nebeler Biakehaufen zusammengekommen, um sich schon mal auf den 21., den traditionellen Petritag, einzustimmen. Gut geschützt gegen das ungnädige Wetter zeigten sich alle Altersgruppen als kleine „Profis“ an den Lagerfeuern. Die Feuerwehren aus Norddorf und Wittdün waren extra vor Ort, um einerseits für die nötige Zündhilfe zu sorgen und zum Anderen die verbleibende Glut sicher abzulöschen. Die Amrumer Kindergarten-Kinder hatten auch in diesem Jahr einen “Piader” gefertigt, der an diesem Nachmittag schon mal zur Probe mit an den Biakehaufen durfte. Damit er aber nicht bis Samstag völlig durchnässt ist, durfte er nochmal wieder mit in den Kindergarten.
Die Biikezeit, die bereits von touristischer Seite eine nicht unerhebliche Belegung durch Gäste bedeutet und jüngst sogar als Minisaison bezeichnet wurde, stellt für alle Inselkinder bereits im Vorfeld eine besondere Freude dar. Hier können sie nach Herzenslust kokeln und Würstchen, sowie Stockbrotteig an kleinen Feuern braten, beziehungsweise backen.
Dabei hat sich diese Tradition, ein großes Feuer zu entfachen, im Laufe der Jahrhunderte vielfacher Wandlungen unterzogen. Zu den Frühlingsfeuern gehörend, feierte man es schon in der vorchristlichen Zeit. Es hatte bei der Kirche in der frühen Christenzeit einen abschaffungswürdigen Ruf, diente zum Auftakt eines wichtigen Gerichtstages in Nordfriesland, war ein letztes Fest im Kreise der Familie für die zum Walfang ziehenden Seefahrer und wurde gar 1808 aus Angst vor einer Invasion der Engländer verboten.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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