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In die Jahre gekommen…(kt)

Die historischen Grabsteine auf dem Nebeler Friedhof weisen starke Schäden auf (Artikel vom 22.05.2009)

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Sie sind die Zeugen der Amrumer Geschichte, sie erzählen Lebensgeschichten von Insulanern aus der “Alten Zeit” und sie werden hundertfach fotografiert und studiert – die historischen Grabsteine auf dem Friedhof um die St. Clemenskirche. Frank Hansen hat sich intensiv mit den Grabsteinen und ihren Geschichten beschäftigt. Was macht diese Steine für Amrum so Besonders?
Frank Hansen:
“Viele Grabsteine sind handwerklich hervorragend gearbeitet. Die Schrift ist aus dem Stein herausgearbeitet, die Sinnbilder sind ausdrucksstark, die Texte erzählen Lebensgeschichten. In der Hark-Olufs-Ausstellung wird dokumentiert, was man alles aus so einem Grabstein herauslesen kann.”

Kunstvolle Arbeiten der Steinmetze, die über die Jahre stark von der Natur angegriffen wurden. Schon im Jahr 2003 wurde ein Gutachten des Kirchenvorstandes in Auftrag gegeben, was sich zu dem Zustand dieser Grabsteine äußerte. Eine Notwendigkeit der Restauration um den Bestand der historischen Steine zu sichern war das Ergebnis. Welche Schäden weisen die Grabsteine auf?
Frank Hansen:
“Insgesamt sind die Steine noch in einem relativ guten Zustand. Doch einige sind gebrochen, bei anderen ist die Schrift nicht mehr leserlich – das kann man ändern. Und fast alle müssen von Flechten und Moosen befreit werden. Außerdem wäre es gut, den Sockel der Steine aus dem Spritzwasserbereich zu heben.”

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Es strichen die Jahre dahin und der vor fünf Monaten gewählte Kirchenvorstand möchte sich dieser Aufgabe vornehmlich widmen. Die Restauration der historischen 91 Grabsteine, die auf dem “Ehrenfriedhof” und an dem Friedhofswall gestellt sind, gibt auch Gelegenheit über eine Neuanordnung nachzudenken. Eine chronologische und thematische Anordnung der Grabsteine würde den Besuchern die Inselgeschichte besser vermitteln können. Der Kirchenvorstand möchte diese Aufgabe nicht alleine angehen, sondern sich in einer Projektgruppe mit fachlich qualifizierten und interessierten Menschen zusammenschließen. Wer wird diese Projektgruppe alles unterstützen?

Frank Hansen:
“Der Kirchenvorstand hat Kurt Tönissen, Christa Langenhan und mich gebeten, für die Koordination des Projektes zu sorgen. Wir werden uns dafür Kompetenzen von außen holen müssen. Wir werden Amrumer bitten, wir werden Hochschulen ansprechen, Fachleute aus dem Denkmalschutz, Restaurationsfachleute, museumspädagogische Fachleute, Unterstützer für die Geldbeschaffung …, kurz: wir werden in enger Abstimmung mit diesem Projektbeirat arbeiten und machen uns auf einen längeren Prozess gefasst.”

Die historischen Grabsteine sind ein wichtiger Teil der Amrumer Geschichte und ihr Erhalt und die Restauration ist eine Notwendigkeit die hoffentlich schon bald auf Ergebnisse schauen kann.

Verantwortlich für diesen Artikel: Kinka Tadsen

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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