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So kann es nicht weitergehen…(to)

Der Norddorfer Lesesaal im Gebäude der AmrumTouristik ist für viele Urlauber seit Jahren ein beliebter Aufenthaltsort.

"Istzustand"...

"Istzustand"...

Hier kann nicht nur in verschiedenen Tageszeitungen und Zeitschriften geblättert werden, sondern auch mit dem eigenen Laptop via Hotspot im Internet gesurft werden. Darüber hinaus finden in diesem Raum auch kleinere Veranstaltungen wie z.B. die beliebte Traumstunde des Amrumer Kinderprogramms statt. Aber gerade in der jüngeren Vergangenheit ist es leider wiederholt zu massiven Verschmutzungen im Norddorfer Lesezimmer gekommen. Wie Norddorfs Bürgermeister Peter Kossmann sagte, haben Beobachtungen ergeben, dass es sich bei den Verursachern vorwiegend um Amrumer Jugendliche handelt. Diese nutzen das Lesezimmer u.a. um sich hier zu treffen oder die Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses zu verbringen. Gerade in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden scheint der Lesesaal ein beliebter Treffpunkt für die Jugendlichen zu sein. Leider hinterlassen sie das Lesezimmer dabei immer öfter in einem unansehnlichen Zustand. Dabei lassen die Jugendlichen häufig nicht nur die Stühle kreuz und quer im Raum stehen sondern oftmals auch noch ihren Müll zurück. Bonbonpapier, leere oder halbvolle Flaschen oder Tetrapacks, Lebensmittelreste wie Pizzastücke oder Kaugummis oder leere Pizzakartons sind hierbei leider keine Seltenheit. Der Mülleimer steht oftmals direkt daneben, wird aber nicht genutzt. Nach Auskunft einer Amrumer Reinigungsfirma, die für die Reinigung des Lesezimmers zuständig ist,“ ist es manchmal schon extrem was wir hier vorfinden“. „Neben dem Müll erwarten uns hier auch Lebensmittelreste oder von ausgelaufenen Getränken verklebte Tische “. Erst vor kurzem wurden Getränkespritzer von den Wänden entfernt, die großflächig über die Wand verteilt waren und daher wohl kaum auf einen umgekippten Getränkebehälter zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurden auch schon zum Teil halbvolle Getränkeflaschen hinter dem Zeitungsregal gefunden.
Der Lesesaal in Norddorf wurde erst vor knapp einem Jahr nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wiedereröffnet (wir berichteten). Neben einem neuen Anstrich wurden ihm auch ein neuer roter Teppichboden, eine weiße Holzverkleidung und vor allem ein neues Mobiliar aus hellem Holz und schwarzen Leder verpasst. Die Kosten dafür betrugen laut Kossmann ca. 30.000 Euro. Aufgrund der immer wieder auftretenden Verschmutzungen appellierte Bürgermeister Kossmann an die Eltern  auf ihre Kinder einzuwirken, den Lesesaal doch bitte so zu hinterlassen, wie sie ihn vorgefunden haben. „Es sei nicht akzeptabel dass mit diesem öffentlichen Raum so umgegangen wird“. So könne und wolle sich die Gemeinde Norddorf den Gästen nicht präsentieren. In diesem Zusammenhang machte Kossmann nochmals deutlich, dass es sich hier um einen Lesezimmer handelt. Darüber hinaus verwies er auf das Amrumer Jugendzentrum in Nebel, wo die Jugendlichen seit dem Herbst 2009 die Möglichkeit haben sich untereinander zu treffen und die Freizeit zu verbringen. Hier sei so Kossmann „ein tolles Angebot geschaffen worden um die Bedürfnisse der Jugendlichen befriedigen zu können. Leider bleibt uns derzeit nichts anderes übrig als das Lesezimmer über Nacht abzuschließen“. Sollte sich an den Verschmutzungen nichts ändern müsse leider außerdem darüber nachgedacht werden die Öffnungszeiten weiter einzuschränken.
Verantwortlich für diesen Artikel: Andreas Buzalla

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. Christopher Mehrens

    Das geht ja gar nicht !!! Mache die Jugendlichen so etw. zu Hause auch ??? Nein Danke !

    evtl. Lösungsvorschlag: Könnte man ab einer gewissen Zeit nicht einfach die tür abschließen und wer den Raum nutzen möchte kann sich den Schlüssel oder eine ” Eintrittskarte ” im benachbarten Restaurant / Geschäft abholen ??? -> Vielleicht 2-3
    Aufbewahrungsorte <- damit man dieses etw. unter Kontrolle bekommt.

  2. Warum sollte es auf Amrum anders sein als im Rest der Welt?!

    Das Problem liegt aber nicht allein in der Führung durch die Eltern und die Lösung nicht darin, alles zu verriegeln oder den Schlüssel nur an “vertrauenswürdige” Gäste herauszugeben, vielmehr fehlt es an einem ausreichenden und attraktiven Angebot von Alternativen für die Jugendlichen. Gerade weil es eben die Möglichkeit gibt, auf kurzem Wege an eine schnelle Pizza und eine Flasche Cola/Bier heranzukommen, wird der Lesesaal zum Ersatz-Jugendzentrum. Außerdem kann man sich dort weitgehend unbeobachtet bewegen, was gerade an den derzeit noch relativ kalten Tagen und Abenden wohl ein guter Grund sein dürfte, sich als Jugendlicher dort aufzuhalten.

    Keiner findet es schön, wenn die Wände beschmiert werden, ich wohl am wenigsten, denn meine Bilder hängen im Lesesaal an eben diesen, trotzdem bringe ich Verständnis dafür auf, daß ein heranwachsender Insulaner – oder auch Gast – abgesehen vom Jugendzentrum und der ein oder anderen Kneipe kaum einen adäquaten Platz findet, wo man sich gerne aufhält. Meist wird man dort als Jugendlicher auch nicht allzu gern gesehen. Also appelliere ich auch im Hinblick auf die touristische Zukunft der Insel an die Vernunft, Wege für Bars, Lounges oder sonstige abendgestaltende Orte zu bereiten – und das nicht irgendwo in der weiten Dünenlandschaft sondern in den Ortskernen, in denen ein bißchen Leben jenseits der 20.00 Uhr sicher nichts schaden würde.

  3. Marwin Martin Gerrets

    Ich denke mal das hängt damit zusammen das die “alte Busse” abgerissen worden ist und durch eine neue ersetzt wurde, die die Jugendlich aus Norddorf nicht gefällt und so ein anderer Platz her musste wo die Jugendlichen sich treffen… Ich finde Tobias Vorschlag recht gut mit einen Treffpunkt wo sich Jugendlich treffen können und das alles…

Amrumer Fotowettbewerb 2015