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Nun sind es noch 17…(to)

Auch in diesem Jahr mussten die Standorte der öffentlichen Telefone auf Amrum, sprich Telefonhäuschen beziehungsweise Telefonhauben, der Wirtschaftlichkeitsprüfung der Telekom standhalten. Für fünf der Fernsprecher kam deshalb in diesem Jahr das Aus und sie wurden abgebaut.

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Wie die Pressesprecherin der Telekom für die Region Nord erklärte, beobachtet die Telekom ständig den Markt und die Nutzung ihrer öffentlichen Telefone. „Bei unseren Standort-Entscheidungen müssen wir abwägen zwischen dem öffentlichen Interesse an einer Versorgung mit frei zugänglichen Telefonen und den wirtschaftlichen Interessen unseres Unternehmens. Weiter beobachten wir seit Jahren eine Verlagerung der Nutzung von öffentlichen Telefonen hin zu den Mobiltelefonen. Wenn Standorte von den Kunden nicht genutzt werden, prüfen wir in Absprache mit den Gemeinden und Städten den Abbau nicht frequentierter Stationen. Falls die Gemeinde oder die Kurverwaltung eine öffentliche Telefonstation an bestimmten Stellen wünscht, müsste sie das selber finanzieren. Selbstverständlich ist unsere Fachabteilung jederzeit bereit, die entsprechenden Produkte vorzustellen“, erklärt Stefanie Halle.
„Es kommt zwar nicht häufig vor, aber es gibt unter unseren verehrten Gästen auch Damen und Herren, dabei meistens ältere,die nicht über ein mobiles Telefon verfügen und es dann nicht verstehen können, dass die Telefonzellen abgebaut wurden“,zieht eine Mitarbeiterin der Amrum Touristik Bilanz. Bürgermeister Jungclaus bedauert den Rückbau ebenfalls, aber die Nutzungszahlen sprachen leider klar gegen die Standorte. Dabei wurde solch ein Standort wie der in der Inselstraße, der aus mehreren Telefonhauben bestand, auf einen Apparat reduziert beziehungsweise Einzelstandorte, wie der vor dem Amrum Badeland, gänzlich aufgelöst.
Die Geschichte der Telefonzelle begann nach Angabe der Pressesprecherin im April 1881 in Berlin, als die ersten öffentlichen Fernsprecher, sogenannte Fernsprechkioske, die in Postämtern aufgestellt waren ihren Dienst aufnahmen. Für ein Telefongespräch musste der Kunde vorab am Schalter Billetts à fünf Minuten Gesprächszeit kaufen. Ein Gesprächsbillett kostete 50 Pfennig. Kein ganz billiges Vergnügen. Für den gleichen Preis konnte man auch ein Pfund Schmalz kaufen. Wirkliche Verbreitung fanden die Telefonzellen erst in den 20er Jahren. Die Nachfrage war mittlerweile so groß, dass in den Telefonzellen ein Schild angebracht wurde, auf dem zu lesen stand: “Nimm Rücksicht auf Wartende – fasse dich kurz!” Der private Telefonanschluss wurde erst viel später, Ende des 20. Jahrhunderts, zur Regel.
Die Telefonzelle hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Neben dem Namen “Fernsprechkiosk” gab es auch die Bezeichnungen “Fernsprechzelle”, “Fernsprechpavillion” oder “Straßensprechstelle”. In der Alltagssprache durchgesetzt hat sich die ein wenig klaustrophobisch klingende “Telefonzelle”.
1932 wurde per Dienstanweisung auch die Farbe vorgegeben: Demnach mussten die Häuschen in den Farben der Deutschen Reichspost gelb und blau angestrichen sein. Rein Gelb sind sie erst seit der Nachkriegszeit. Seit der Gründung der Deutschen Telekom im Jahr 1992 werden immer mehr gelbe Häuschen durch Kommunikationsterminals in den Unternehmensfarben Grau und Magenta ersetzt.
Derzeit betreibt die Deutsche Telekom rund 80.000 öffentliche Telefonstellen. Davon sind 1300 bereits internetfähige MultiMediaStationen.
In 2007 wurden 283 Millionen Telefongespräche über öffentliche Fernsprecher geführt.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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