Startseite » Über Land ... » Unfreiwilliger „Sonntagsausflug“ für die Einsatzkräfte auf Amrum…(to)

Unfreiwilliger „Sonntagsausflug“ für die Einsatzkräfte auf Amrum…(to)

Wie tückisch der in Teilbereichen extrem aufgeschwemmte Sand des Amrumer Kniepsandes sein kann, musste ein Gast aus Berlin am eigenen Leib erleben.

Gerettet...

Gerettet...

Gestern Vormittag wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei von der Einsatzleitstelle Nord alarmiert. Eine Person solle in Höhe Obere Wandelbahn im Watt vor Wittdün feststecken. Die angerückten Einsatzkräfte suchten daraufhin den Bereich, angeblich sollte die Person bereits bis zum Bauch versunken sein, weitläufig ab. Es war allerdings Flut und kein Watt weit und breit begehbar. Die Suche per Fernglas ergab auch keinen klaren Befund. Sollte die Person gar zu ertrinken drohen?. Oder waren die Angaben ungenau und die Einsatzstelle eine ganz andere?.

Die Leitstelle konnte die Handynummer des Meldenden, der auch gleichzeitig die Person in Not war, übermitteln, sodass die Polizei per Handytelefonat eine Ortsbestimmung durchführen konnte.
Per geländefähigen Rettungswagen fuhren die Rettungskräfte die rund einen Kilometer entfernte Einsatzstelle an. Durch den vielen Regen und die in der vergangenen Woche sehr hoch aufgelaufenen Fluten war der Sand sehr tückisch und nicht ohne Risiko zu befahren.
An der Einsatzstelle konnten die Kameraden den Mann recht schnell aus der Notlage befreien. Glücklicherweise war er nicht so tief eingesunken wie befürchtet. Aufgrund der Zwangslage war der Gerettete in seinen Bewegungen noch sehr unsicher und schlecht zu Fuß. Die Feuerwehrkameraden überließen ihren Platz im Rettungswagen dem Gast und gönnten sich einen wunderschönen Sonntagsspaziergang über den weitläufigen Kniepsand. Ein Kamerad mutmasste  auf dem Rückweg, dieser Marsch würde doch bestimmt zu Hause als Sonntagsspaziergang angerechnet.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. Leider ist auch mir vor knapp 3 Jahren ähnliches passiert. Gerade die Stelle an den Landmarkierungen Höhe Wittdüner Rastgebiet ist sehr tückisch. Nur mit großer Mühe konnte ich mich aus diesem Gebiet “retten”, indem ich Fußspuren nachgegangen bin.
    Man kann dann sehr schnell sehr unruhig werden. Hinweisschilder an den Strandübergängen helfen eigentlich wenig, wenn man nicht weiss, wo diese tückischen Abschnitte liegen. Ich laufe seitdem in diesem Bereich nur noch in unmittelbarer Dünennähe und achte besonders auf dunklere Stellen im Sand. Trotzdem habe ich seit diesem Erlebnis immer ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch. Vielleicht sollte man diesen Standabschnitt mit in das Vogelschutzgebiet einbeziehen.

  2. Mir ist das gleiche am 10.9.2010 am Nebeler Strand – Richtung Quermarkenfeuer passiert.
    Ich betrat eine Fläche, auf der vorher ein Strandkorb mit ausgehobenen Graben stand. Plötzlich versanken beide Beine bis zu den Knien im Fließsand und ich fiel hin.

  3. “Unfreiwillig” trifft es wunderbar… auch ich bin letzte Woche mit einem Schritt bis über die Waden, und dies bei beiden Beinen beinahe synchron, “eingebrochen”. Panik die aufkommt in neuer Definition…

    Wohl Dummheit von mir, ich wusste nicht, dass dies dort passieren kann (und dies, obwohl ich dachte Gefahren in und um die Nordsee einschätzen zu können… und auch nicht das erste Mal auf Amrum bin). Hinweisschilder habe ich, vom Wasser aus kommend (Strandspaziergang von Norddorf nach Wittdün) auch gar nicht gesehen…

    Dieses “wabernde” Gefühl unter den Beinen, kurz bevor man dann einsinkt, ist auf jeden Fall nicht so leicht zu vergessen. Und ich war an besagtem Tag heilfroh, den festen Dünenrand erreicht zu haben. Übrigens ebenfalls nur, indem ich nach dem “einsinken” genauestens darauf achtete den folgenden Weg “anhand der vorhandenen Fußspuren zu lesen”!

    Ich habe festgestellt, dass fünfhundert Meter tatsächlicher Weg einem vorkommen können wie gefühlte fünftausend!

    Diesen “Spaziergang der besonderen Art” (man darf die dezente Panik nicht unterschätzen die einen ereilt wenn man das erste Mal von jetzt auf gleich “versinkt”) werde ich auf jeden Fall so schnell nicht vergessen!

Amrumer Fotowettbewerb 2015
Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com