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Die Betroffenen sind von der Hilfe aus Deutschland überwältigt…(to)

Über die Hilfe, die viele Kenianer nach einem Spendenaufruf über die Malindi-Stiftung (wir berichteten) erfuhren, möchten wir mit einem Zwischenbericht dokumentieren und so einen Überblick verschaffen.

Jutta Kaulbach verteilt die Lebensmittel...

Jutta Kaulbach verteilt die Lebensmittel...

Durch eine der schlimmsten Dürrekatastrophen und der damit verbundenen Hungersnot am Horn von Afrika erleidet die Bevölkerung Ostafrikas große Not. Unsere Redaktion hatte vor knapp 4 Wochen einen bewegenden Brief von Jutta Kaulbach, einer ehemaligen Wahlamrumerin, zum Anlass genommen um über die unvorstellbare Not zu berichten. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Joseph Sulubu Maitha setzt sie sich schon seit über 10 Jahren intensiv dafür ein, eine Schule und eine Krankenstation in Malindi/Kenia aufzubauen und den Betrieb dauerhaft zu sichern (wir beichteten bereits mehrfach). In diesem Brief bat sie verzweifelt um Hilfe für die Rettung von Menschenleben, die vom Hungertod bedroht waren. Sie sandte den Aufruf per Mail an Freunde und Bekannte sowie an die Mitglieder der eigens für die direkte Hilfe vor zwei Jahren gegründete Malindi-Stiftung.

Dieser Hilferuf blieb nicht ungehört. Unzählige Spender überwiesen an die Malindi-Stiftung und Jutta Kaulbach Geld, um so den Kauf von Lebensmitteln zu sichern. Jutta Kaulbach machte sich unermüdlich ans Werk, um mit ihrem Partner Joseph, dessen Verwandten und Freunden, Grundnahrungsmittel an die notleidenden Menschen im Distrikt Malindi zu verteilen. Dank der großen Hilfe nach unserem Bericht konnten nicht nur die einst im Fokus stehenden Schülerinnen versorgt werden.
Wie Kay Seesemann von der Malindi-Stiftung berichtete, seien insgesamt bereits 17.000 Euro an Geldspenden bei der Stiftung und direkt bei Jutta Kaulbach eingegangen. Diese Mittel wurden bereits transferiert und für den Kampf gegen den Hungertod eingesetzt. „Dieser Weg über unsere hoch geschätzte Jutta garantiert uns, dass die Spenden auch zu 100 % in Hilfe umgesetzt werden. Leider ist diese unvorstellbare Not derzeit keine Momentaufnahme“, so Seesemann. „Durch die Dürre wurde zum Beispiel die vor 3 Monaten eingebrachte Saat für den Mais verdörrt und eine Ernte blieb aus. Die Tiere verenden zudem auch täglich. Wir hoffen daher, dass wir weitere Spender gewinnen können, um so mit weiteren Finanzmitteln diese Katastrophe lindern helfen“.
„Wir haben bislang Nahrungsmittel an – grob gerechnet – 3.250 Personen und Schülerinnen verteilt. 40 mohammedanische Familien erhielten spezielle Nahrung für Ramadan und 1.600 Bonbons gingen an rund 530 Kinder“, berichtet uns Jutta Kaulbach in ihrem Zwischenbericht.

Warten auf die Lebensmittel...

Warten auf die Lebensmittel...

„Große Lieferungen an Dörfer und Schulen gingen mit dem Laster, kleinere Mengen verteilen wir jeden Tag mit dem PKW. Es ist erschütternd, wie die Dürre um sich gegriffen hat. Die Armut und die hungrigen Menschen sind allgegenwärtig. Sie stehen am Wegesrand, in der Hoffnung, dass jemand vorbei kommt und ihnen etwas zum Essen bringt. Die meisten bekommen nur alle drei Tage etwas zu essen“, zeigt sich Jutta Kaulbach tief ergriffen.
Die Safarifahrer, die die Touristen durch diese Trockenzonen fahren, um in die Nationalparks zu gelangen, sind von Joseph Sulubu Maitha gebeten worden, den Urlaubern von der Hungersnot zu erzählen. Seitdem bringt fast jeder Tourist etwas zum Essen mit, was sie dann am Straßenrand verteilen. Die Verteilung in den Dörfern ist schon problematisch. Es ist nie bekannt, mit wie vielen Personen zu rechnen ist.
„Alle Menschen sind so dankbar und überhäufen uns und unsere Freunde in Deutschland mit Dankes- und Segenswünschen, wünschen allen ein langes und gesundes Leben, Gott oder Allah oder Mungu sollen sie schützen“. Wir können es noch immer nicht fassen, dass so viel Geld zusammen gekommen ist. Die Menschen hier sprechen von einem Wunder, wenn sie Nahrung kriegen, wir sprechen von einem Wunder, wenn wir an die Spendenbereitschaft denken“.
Wer zu einer Spende bereit ist, der wird gebeten, das Geld auf das Konto der Malindi – Stiftung zu überweisen. (Diese Spenden sind steuerlich abzugsfähig.)
Malindi – Stiftung, Kto. 2032 54 602, BLZ 25 86 22 92, Volksbank Uelzen. Stichwort “Hunger”. Des weiteren wird um die Angabe des Namens und der E-Mail-Adresse bei der Überweisung gebeten. So kann die Malindi-Stiftung Kontakt mit den Spendern aufnehmen.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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