Startseite » Über Land ... » Bisherige Mindestverbrauchsgebühr ist juristisch nicht mehr haltbar…(to)

Bisherige Mindestverbrauchsgebühr ist juristisch nicht mehr haltbar…(to)

Ab dem ersten Januar wird sich die Abrechnungsgrundlage für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung durch die Versorgungsbetriebe Amrum A.ö.R. für die Anschlussnehmer auf der Insel ändern.

Henry Waidhas im Bereich der Pumpenabgänge im Keller des Wasserwerks...

Henry Waidhas im Bereich der Pumpenabgänge im Keller des Wasserwerks...

Wurde in der Vergangenheit auf eine reine Grundgebühr verzichtet und stattdessen eine Mindestabnahme von 40 m³ Frischwasser zu 44,60 € als Basis in Rechnung gestellt, wird nach der neuen Richtlinie ab dem 01. Januar 2012 eine Grundgebühr erhoben. In dieser ist dann keine Wassermenge mehr inclusive. Die bisherige Handhabung war strittig und ist rechtlich nicht mehr erlaubt, erklärte Vorstandsmitglied Norbert Gades auf der jüngsten Verwaltungsratssitzung den Mitgliedern.

Die Größe des installierten Wasserzählers wird die Höhe der Grundgebühr staffeln und beträgt für die 2,5 m³/h Größe, von der mit rund 1175 Stück die breite Masse installiert wurde, 75 € Grundgebühr. Für die Anschlüsse mit einem 6,0 m³-Wasserzähler schlagen 300 € zu Buche und bei 10 m³ sind 750 € zu zahlen. Im Gegenzuge wird sich der Kubikmeterpreis von 1,12 €/ m³ auf 0,82 € senken. Für das Abwasser wird in der gleichen Abstufung und Höhe eine Grundgebühr eingeführt. Der Arbeitspreis für den eingeleiteten Kubikmeter Abwasser beträgt ab dem 01.01.2012 2,50 € teilte das Unternehmen ihren Kunden mittlerweile den Beschluss mit.

Anschlussnehmer, die sehr geringe Verbräuche hatten, sprich innerhalb der Mindestabnahme lagen kamen mit der alten Reglung günstiger davon und werden mit einer spürbaren Teuerung belegt. Großverbraucher hingegen wird die Umstellung leichte Vergünstigungen bescheren. Wie Vorstandsmitglied Henry Waidhas erklärte, verursachen auch die Hausanschlüsse, die im Jahr nur rund 5 m³ Wasser verbrauchen Kosten für das Unternehmen. An diesem Aufwand müssen diese Anschlussnehmer stärker beteiligt werden als bisher. „Durch Abschreibungen und Investitionen belaufen sich die Fixkosten beim Frischwasser auf allein rund 320.000 € im Unternehmen und hinzukommen dann noch die reinen Betriebskosten“, so Gades.

Durch die Erschließung Norddorfs mit einer zentralen Wasserversorgung, sind in den letzten vier Jahren große Baumaßnahmen umgesetzt worden. Für den ersten Bauabschnitt läuft zum 31.12.2011 die Karenzzeit aus und der Anschluss an die zentrale Wasserversorgung ist verpflichtend.

„Die Instandsetzungen des insularen Abwassernetzes wird das kommunale Unternehmen sicher noch über Jahrzehnte belasten. Durch die konsequente Untersuchung des Rohrsystems waren bestehende Schäden offensichtlich geworden und müssen sukzessive abgearbeitet werden. Die erste von zwei Stufen der Sanierungsarbeiten dürfte dabei mit rund 2,5 Millionen Euro das Ergebnis der kommenden Jahre belasten“, verdeutlicht Norbert Gades.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015