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Sturmtief Elfriede lüftete ordentlich durch und sorgte für weiteren Sandverlust …

Mittlerweile drängt sich bei der Häufigkeit von Stürmen, der Vergleich mit einer Perlenkette auf. Ziehen doch in kurzer Abfolge Tiefdruckgebiete über Norddeutschland hinweg, die der Region mit Sturm und Orkanböen zusetzen. So wurden gestern auf Hörnum Windspitzen von 102 km/h gemessen.

Sturmsee vor Norddorf

Wie am Norddorfer Strand bäumten sich an der Westseite Amrums wieder riesige Wellen auf und sorgten einmal mehr dafür, dass der Sandpuffer vor den großen Dünen weiter abgetragen wurde. Die vorhergesagte Sturmflut mit bis zu 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser (MHW) blieb glücklicherweise am Nachmittag weit hinter den Prognosen. Das Nachthochwasser staute am Amrumer Pegel dann doch noch mit 1,23 m über Normal auf.

Wenn der Sturm abgezogen ist, wartet auf den neuen Tonnenleger „Amrumbank“ und seine Besatzung Arbeit. Am Norddorfer Strand wurde nämlich eine Fahrwassertonne angetrieben. Ein Strandgut, das viel Interesse bei den Spaziergängern erweckte, aber nicht als Souvenir mitgenommen wurde. Anhand der Kennzeichnung vermutet Wolfgang Stöck vom Amrumer Außenbezirk des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning vorab, dass sich diese im Rütergat oder Vortrapptief losgerissen hat. Sobald es der Wasserstand zulässt, wird die Backbordtonne landwärts abgeborgen und zum Tonnenhof nach Wittdün verbracht.

abgerissene Backbordtonne

abgerissene Backbordtonne

Speziell im Bereich vor dem Landschulheim „Ban Horn“, also nördlich des offiziellen Badestrands Norddorfs, zeigen sich die Sandverluste überdeutlich und besorgniserregend.   Die Dünen sind auf langer Strecke abgerutscht, sodass sich eine bis zu acht Meter hohe Steilkannte gebildet hat. Diesen Umstand, dass die nächsten Stürme ungehindert an den Dünenfuß nagen können, brachte ein Norddorfer Bürger auf der Einwohnerversammlung zur Diskussion. Für ihn ist eine Gefährdung, des unmittelbar hinter der Dünenreihe gelegenen Landschulheims, akut.

Der "blanke Hans" vor Ban Horn

Der "blanke Hans" vor Ban Horn

Schon wenige Stürme mit entsprechenden Wasserständen könnten einen Durchbruch verursachen, zeigte er sich überzeugt. Dann sei auch der ganze Dorfrand an der Marsch gefährdet. Bürgermeister Peter Koßmann versprach, sich dieser Sache anzunehmen.

 

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Kai Quedens

Kai Quedens, Maler und Grafiker, der gerne auch ein bisschen textet. Geboren 1965, eine Frau, drei Kinder.

Ein Kommentar

  1. Als langjähriger Nutzer des Schullandheimes Ban Horn bin ich über den Bericht erschrocken, will ich doch auch in Zukunft gern mit meinen Klassen jährlich wieder schöne Fahrten nach Amrum machen. Was kann man gegen den offenbar immer gefährlicheren Abbau der Schutzdünen vor Ban Horn machen? Ich wäre gern bereit zu helfen, dass dieses einmalige Ferienvergnügen für Schülerinnen und Schüler nicht verloren geht.
    Herzliche Grüße nach Amrum!

Amrumer Fotowettbewerb 2015