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Grünkohl, schwarze Nasen und wärmende Feuer…Biikebrennnen!(kt)

Die Tradition des Biikefeuers wird jedes Jahr am 21.Februar gefeiert.

Schöne Tradition...

Schöne Tradition...

Ursprünglich sollten mit den großen Feuern die bösen Geister vertrieben werden. Auf den Inseln und Halligen dienten sie aber auch zur Verabschiedung der Walfänger und Seefahrer.

Bis heute wird dieser Brauch gepflegt und erfreut sich immer mehr Beliebtheit unter den Gästen. Die “Winterruhe” wird so ein wenig aufgebrochen, denn viele kommen speziell nur für die Woche um Biike nach Amrum.

Wochenlang vorher wurden Bäume, Sträucher und Geäst an den ausgewiesenen Plätzen gesammelt. In allen fünf Inseldörfern wurden die großen Holzhaufen gegen Sonnenuntergang von den Freiwilligen Feuerwehren entzündet. In Norddorf liefen, nach einer feierlichen Ansprache von Bürgermeister Peter Kossmann und Erklärung zum Biike von Kai Quedens, die Insulaner und Gäste mit dem traditionellen Fackellauf gemeinsam zum Feuer.

Begleitet wurde der friesische Brauch in diesem Jahr vom Fernsehsender “arte”, dessen Interessen darüber hinaus der friesischen Sprache “öömrang” und dem friesischen Inselleben galt. Bei eisigem Ostwind brannten die Feuer unter einer sternenklaren Mondnacht.

 

Die Kinder hatten ein wenig abseits ihr kleines Feuerchen, an dem sie Stockbrot oder Würstchen machten und vor allem ihre Stöcke schwärzten, um mit dem Ruß vielen eine schwarze Nase zu verpassen. An einigen Biikehaufen waren die Freiwilligen Feuerwehren nicht nur für den Brandschutz vor Ort zuständig sondern sorgten auch mit Glühwein und Bratwurst für das leibliche Wohl. In den Kochtöpfen der Restaurants wurde traditionell Grünkohl gekocht und stand mit schmackhaften Beilagen auf fast jeder Speisekarte.

Ein gelungener Biike Abend, für jeden, der eine lange Unterhose trug. Auch in den folgenden Tagen blieben die eisigen Winde, doch eingefleischte Stammgäste trotzten den Minustemperaturen auf langen Spaziergängen und wärmten sich bei “Pharisäer und Toter Tante” wieder auf. Die meisten reisten nach dem Wochenende wieder ab und freuen sich im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, wenn es heisst: Grünkohl, schwarze Nasen und wärmende Feuer – auf zum Biike.

Kinka Tadsen

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Kinka hat ja mal wieder wunderschöne Fotos gemacht. Irgendwann will ich hoffen, schaffen wir es auch mal zum Bike Feuer auf der Insel zu sein. Man soll die Hoffenung nie aufgeben.

  2. Hallo Kinka,
    super tolle Bilder, vor allendingen mit dem irren Mond dazu.
    Viele liebe Grüsse Eva Stoye – ehem “Weinkontor”

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