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Summer of  Love 1967 – fünfzig Jahre zurück in die Vergangenheit 

Ein ganz besonderer Abend fand am letzten Samstag in der Blauen Maus statt. Diesmal kein Liveband-Auftritt sondern Musik vom Plattenteller, und alles Songs aus dem Sommer 1967, dem „Summer of Love“, zu deutsch dem „Sommer der Liebe“.

Clas führt in die Thematik ein…

„Make Love not War“ war das tragende Motto der damaligen Zeit, in der eine ganze Generation den Aufbruch wagte. Von San Francisco ausgehend propagierten Jugendliche Hippies die freie Liebe, man probierte bewusstseinserweiternde Drogen und protestierte gegen den Vietnamkrieg. Bunte Flower-Power-Bekleidung und  Blumen im Haar waren ein Zeichen für das neue, vorherrschende Lebensgefühl einer ganzen Generation. Man tanzte zu neuer, flirrender, aufregender Musik. Und genau diese Musik aus dem Sommer 1967 konnten die Mausbesucher am Samstagabend genießen, in Erinnerungen schwelgen und kräftig die Tanzbeine schwingen. Clas Broder Hansen, bekannt als Autor und Verleger des Buches „Gestrandet vor Amrum – Die Geschichte der Pella“ legte Schallplatten aus den Monaten April bis September 1967 auf.

Clas Broder Hansen ist studierter Volkskundler und Seefahrthistoriker.  Aber er beschäftigt sich seit Jahrzehnten auch intensiv mit der Rock,-Pop und Beatszene aus den vergangenen Jahrzehnten, ist ein leidenschaftlicher Musikhörer und Plattensammler, und veröffentlichte bereits 2016 einen Artikel im Kleinen Amrumer: „Piratensender auf Amrum – vor 50 Jahren“. Hier kann der Leser viel über die beginnende Kulturrevolution in den sechziger Jahren und die Musikentwicklung nachlesen. So kann man Clas Broder auf diesem Sektor wahrlich als Musikexperten mit ausgezeichnetem Wissen bezeichnen. In seinem Privatbesitz befinden sich mittlerweile 9000 gesammelte Original-Singles aus den letzten Jahrzehnten. Neunzig Singles davon für gesamt viereinhalb Stunden Musik am Stück vom Plattenteller brachte er mit nach Amrum. „Eigentlich ist es eine Art „Vorlesung“, die die Zuhörer aber garnicht als solche empfinden sollen“, so Clas Broder lächelnd.

Nix CD…

Für den Abend in der Blauen Maus hatte er eine Playlist erstellt mit allen Musiktiteln, die er in chronologischer Reihenfolge aus den Monaten April bis September 1967 abspielte. Bekanntes wechselte sich auch mal mit Unbekannten ab, und das war Clas Broder sehr wichtig, nicht nur die Hits zu spielen, die alle gut kennen. Musikwünsche außer der Reihe wurden nicht erfüllt, aber das Publikum konnte nach jedem gespielten Song abstimmen, welches Lied sie später gern noch einmal hören wollten. Mit einem ganz einfachen System: Während, bzw. kurz nach dem Song konnten ein bis höchsten zwei Bierdeckel-Stimmen pro Person abgegeben werden. Diese wurden in einem Korb gesammelt, direkt ausgezählt und vermerkt für später. Beim dem Song „A Whiter Shade of Pale“ von Procol Harum „flogen“ die Bierdeckel förmlich in den Korb 😉 aber auch natürlich bei vielen anderen. Es gab auch lustige Aha- Momente wie zum Beispiel bei „Una festa sui prati“ von Adriano Celentano. „Ist der Song tatsächlich aus dem Sommer 1967???“ Ja, ist er!!

Es war wirklich eine klasse Stimmung, und die Tanzfläche war ständig und sehr gut gefüllt. Es wurde gerockt, gekuschelt, gesungen und geklatscht. Clas Broder führte gekonnt und mit einem nahezu unerschöpflichen Wissen über Hits, Sänger, Bands und Daten durch den Abend, beziehungsweise durch eine lange, lange Nacht.

Welcher Song hatte übrigens das Rennen bei der Abstimmung gemacht ?

Es war natürlich: „A Whiter Shade of Pale!!!“ Clas Broder spielte nach dem viereinhalb Stunden-Programm wie versprochen noch einmal die zehn meist gewähltesten Songs für das Publikum.

Und alle waren sich einig – fünfzig Jahre zurück in die musikalische Vergangenheit zu reisen und Erinnerungen lebendig werden zu lassen war eine großartige Idee! Wiederholungsbedarf? Auf jeden Fall!!!

Vielen Dank an Clas Broder Hansen, an Jani Maus und Babsi und das gesamte Team für einen absolut unvergesslichen Abend!

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Über Susanne Jensen

Susanne Jensen wurde 1965 in Hamburg geboren. In Appen bei Pinneberg aufgewachsen, kam sie nach der Erzieherausbildung 1985 auf die Nordseeinsel. Die Mutter von zwei heut erwachsenen Söhnen arbeitete anfangs einige Jahre in der Fachklinik Satteldüne und war dann von1992 bis 2016 als Erzieherin in den Kindergärten Wittdün und Nebel beschäftigt. Nun ist Susanne wieder tätig als Erzieherin in der Fachklinik Satteldüne.
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