Kennen Sie schon Sticky & Muller…?


Nein? Na dann wird es Zeit, sich die nigelnagelneuen Folgen des ersten Amrumer Podcast anzuhören, entstanden im Blaufeuer Amrum. Initiatoren sind Sybille Hasenclever alias “Sticky” und Melissa Müller alias “Muller”. Wer schon öfter zu Gast im Blaufeuer Amrum war, kennt die beiden fröhlichen Frauen. Und die Amrumer*innen sowieso. Sybille Hasenclever hat früher beim NDR moderiert und betreibt seit mehreren Jahren mit Herzblut und Freude das “Blaufeuer” im Friesendorf Nebel. Mit ihrer Familie lebt sie bereits 14 Jahre auf Amrum. Melissa Müller, eine ausgebildete Automobilkauffrau, landete im April 2017 nach längerem Auslandsaufenthalt auf der Nordseeinsel und irgendwann im Blaufeuer. Seitdem verbindet Sybille und Melissa nicht nur ihre gemeinsame Arbeit, sondern auch eine Freundschaft mit vielerlei Interessen.

Die gemeinsame Idee einen Podcast zu starten spukte schon eine Weile in den Köpfen von Sybille und Melissa herum – jetzt sind bereits drei Folgen online erschienen, und im zweiwöchigen Rhythmus soll es weitergehen.

A-N: Von einer gemeinsamen Idee bis hin zur Umsetzung- was war Eure Intention, dieses Projekt zu starten?

S.: Im Hinterkopf hatten wir das von Anfang an seitdem wir zusammenarbeiten, aber irgendwie kamen wir letzten Winter nicht dazu, damit zu beginnen. Wir können uns beide den ganzen Tag lang unterhalten und kommen dann in unseren Gesprächen von Hölzchen auf Stöckchen. Das macht uns beiden einfach so unglaublich viel Spaß. Der Podcast war das erste Projekt welches wir aktiviert haben als klar war, dass wir jetzt erstmal ganz viel Zeit haben. Zwar erzwungenermaßen viel Zeit, aber diese wollten wir sinnvoll nutzen, um kreativ zu arbeiten.

M.: Ich glaube auch, dass das Interesse der Gäste daran einfach da ist. Bei vielen Menschen herrscht ja zur Zeit diese Sehnsucht, jetzt hier eigentlich auf Amrum sein zu können und sie fragen sich vielleicht: “Was machen die denn jetzt die ganze Zeit”? Man kennt uns im Kontext mit dem Laden, aber wir sind jetzt so unerreichbar für unsere Gäste und unsere Gäste für uns. Wir machen diesen Podcast um einfach zu sagen: “Hey, uns gibt es noch und wir machen jetzt einfach etwas für Euch und auch für uns”.

A-N.: Sybille und Melissa alias “Sticky & Muller – wie sind diese Spitznamen zustande gekommen?

S.: Melissa ist vom Nachnamen her eine echte Müller. In Folge 1 unseres Podcasts haben wir die “Müller-Frage” genauer erklärt. Hinzu kommt, das wir beide eine Englisch-Meise haben. Durch unsere Reisen haben wir viele Sprachen und Akzente gehört und sprechen gerne Akzente nach, da haben wir echt viel Spaß dran. So machen wir es auch im normalen Leben, egal wie doof es klingt. Und als es darum ging, wie wir uns im Podcast nennen wollen, wurde im Gesprächsverlauf aus “Müller” einfach “Muller”.

M.: Ich wurde tatsächlich schon so in Australien genannt. Im australischen Sprachbild gibt es keine Umlaute, und da wird aus dem Ü das U. Der Spitzname von Sybille entstand nach 15x um die Ecke denken. Ich habe versucht, Sybilles Nachnamen Hasenclever ins Englische zu übersetzen. Daraus wurde Hasenkleber, daraus wiederum der klebrige Hase, also auf Englisch der “Sticky Rabbit” und daraus wurde die Kurzform “Sticky”.

A-N.: Eure Themenauswahl für eine Podcast-Folge ist bunt und vielfältig. Frei aus dem eigenen Leben und dem Leben anderer. Es ist von allem etwas – Erlebnisse, Philosophie, ernst gemeinte und auch nicht ganz ernstgemeinte Weisheiten und ganz viel herzerfrischendes Lachen.

M.: Ja, das stimmt. Anfangs dachten wir, das Lachen herausschneiden zu müssen, weil wir manchmal sehr viel gackern. Und dann haben wir gesagt: Nee! Das sind doch wir! Und da zur Zeit doch recht wenig gelacht wird, entschieden wir uns es drinnen zu lassen. Wir haben das Feedback bekommen, dass es schön ist, wenn dadurch irgendwo im Rheinland unsere Lachen durch die Wohnung schallen. Und uns gefällt die Vorstellung auch.

S.: Thematisch hatten wir zu Beginn der Folgen gar nichts Festes geplant, uns einfach hingesetzt und losgelegt. Wenn man sich gut verstehst, kannst du miteinander über alles reden und dir fällt immer noch mehr dazu ein, egal worum es geht. Wenn man sich blind versteht, funktioniert das super, das kennen bestimmt viele. Aber um etwas Sortierung in das Chaos zu bekommen haben wir uns überlegt doch ein Thema zu wählen, so wie in der aktuellen Folge mit dem Namen “Heimat”. Aber wir sprechen da überhaupt nichts vorher ab. Wir sind ja keine Schauspieler, die wollen wir auch nicht sein. Und wenn ich etwas frage, dann will auch auch wirklich die Antwort darauf wissen, weil ich sie ja noch nicht kenne. Das ist auch viel schöner. Wir legen ein paar Tage vorher das Thema fest, aber das war es dann schon. Alles, was dann frei am Rand dazu kommt, das ist freies Assoziieren, und das kann ich auch am allerbesten. Wichtig ist, keine “Schere” im Kopf zu haben. Manches wird einfach gesagt, und wir besprechen hinterher ob es vielleicht zu geschmacklos ist oder man es verantworten kann. Wenn du jemanden zum reden hast, der frei ist im Kopf ohne Zensor, dann macht das tierisch Spaß.

A-N.: Wovon lebt Euer Podcast und was ist Eure Botschaft?

M.: Von unserem Umgang miteinander. Der Ton ist eher rau – also frei übersetzt “ich hau dir eine rein und du mir” – aber wir haben uns lieb. Und das bringen wir auch so rüber. So fühlen wir uns miteinander wohl. Wir sind uns nicht zu schade, uns selbst durch den Kakao zu ziehen. Davon lebt der Podcast. Wir machen ihn nicht, um uns aufzuwerten indem wir andere abwerten. Das Material sind unsere eigenen Fettnäpfe, Schwächen und Macken.

S.: Das ist etwas was wir ganz oft im Laden machen. Deshalb kamen wir ja überhaupt darauf. In den guten Zeiten sitzen hier ja Menschen und oft entwickelt sich ein lustiger Schlagabtausch, bei dem die Gäste gerne mitmachen. Das liegt tatsächlich auch ganz stark an Melissa. Sie ist präsent und lustig und ich hab es noch nie erlebt, dass ein Spruch nicht richtig aufgefasst wurde. Es ist sehr unterhaltsam und wenn wir Glück haben, erkennen das die Gäste auch im Podcast wieder. Diese Atmosphäre finde ich besonders schön.

A-N.: Ihr redet kaum über Corona- wie erlebt Ihr diese Zeit?

M.: Stimmt. Ich werde darauf häufig angesprochen, dass wir es nicht tun. Obwohl es natürlich trotzdem unsere Themen färbt. Denn die Folge “Heimat”  ist ja genau das Thema, womit man es jetzt zu tun hat. Denn in einem “normalen” Winter wäre ich jetzt nicht auf Amrum, sondern wahrscheinlich in meiner Heimat auf dem Festland anzutreffen. Wir gucken einerseits auf die Rahmenbedingungen, andererseits möchten wir unseren Hörern und Gästen ein wenig Leichtigkeit, die sie im Urlaub haben, nach Hause schicken. Für mich fühlt sich die ganze Corona-Situation sehr ambivalent an. Zum einen nicht zu wissen “was kommt als nächstes”, also so eine Planungsunsicherheit zu spüren. Dann aber doch auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, dass egal was kommt, man irgendwie aus der Situation wieder herausrauskommt.

S: Ich empfinde sehr große Dankbarkeit, dass ich hier bin. Aber darunter, wie so eine Art Kriechstrom liegt natürlich auch die Sorge, wie es weitergeht. Ich versuche mich zu zwingen, dass das nicht überhand nimmt, sondern dass ich die Zeit ganz bewusst nutze für kreative Sachen die ich immer machen wollte. Das ist manchmal ein Stück Disziplin, aber es funktioniert. Ich habe wieder angefangen Musik zu machen, ich schreibe und habe den Podcast. Wenn es hier wieder losgeht werde ich für all diese Dinge wieder weniger Zeit haben.

 

A-N.: Was ist das erste was Ihr macht, wenn die Corona-Zeit überstanden ist? 

Sticky & Muller: In Clubs gehen, Arme hochreißen und die ganze Nacht mit Menschen aus vielen verschiedenen Haushalten tanzen und feiern.

 

Na, da freuen wir uns doch auch alle drauf!

Herzlichen Dank für das Interview!

Reinhören!

https://soundcloud.com/user-237978215

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Über Susanne Jensen

Susanne Jensen wurde 1965 in Hamburg geboren. In Appen bei Pinneberg aufgewachsen, kam sie nach der Erzieherausbildung 1985 auf die Nordseeinsel. Die Mutter von zwei heut erwachsenen Söhnen arbeitete anfangs einige Jahre in der Fachklinik Satteldüne und war dann von1992 bis 2016 als Erzieherin in den Kindergärten Wittdün und Nebel beschäftigt. Nun ist Susanne wieder tätig als Erzieherin in der Fachklinik Satteldüne.

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