4000 Corona-Impfungen auf Amrum …


Jule Koch hat von der Medizinstudierenden Lea Hansen die 4000ste Corona Impfung auf Amrum erhalten.

Ende April diesen Jahres hat Amrum News über die 1000ste Covid-19-Impfung auf Amrum berichtet. Mittlerweile haben auf unserer Insel 4014 Menschen eine Covid-19-Impfung erhalten (Stand 6.August). 2080 Erst- und 1934 Zweitimpfungen wurden durch die beiden Arztpraxen in Nebel und in Norddorf, sowie anfangs auch in den Fach- und Kurkliniken Satteldüne und AOK-Nordseeklinik, verabreicht. Bei aktuell etwa 2340 auf Amrum gemeldeten Personen kann man davon ausgehen, dass hier alle Impfberechtigten und Impfwilligen zweimal die notwendige Impfdosis erhalten haben. Mit 2948 Dosen kam überwiegend der mRNA-Impfstoff der Firma Biontech zum Einsatz. Anfänglich wurden auch die Impfstoffe von Moderna (588, mRNA) und Astra-Zeneca (1030, Vektor) verabreicht.

Insbesondere für die beiden Arztpraxen waren die bislang durchgeführten Impfaktionen mit einem deutlich erhöhten organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufwand verbunden. Allein die Praxis an der Mühle hat hier seit Beginn der Impfaktion am 10. März 2899 mal den Impfpiks verabreicht. Oft unterstützt wurde das Praxisteam hierbei durch Medizinstudierende die ihre Praktika hier absolvierten (die Praxis an der Mühle ist akademische Lehrpraxis der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel). Die Studierenden waren immer froh endlich praktische Fähigkeiten, wie z.B. das Verabreichen von Spritzen, erlangen zu können, haben sie in den letzten beiden Corona-Jahren ihr Studium doch überwiegend nur „online“ durchgeführt. Für ihre Mithilfe und dem großen Engagement gebührt ihnen ein großer Dank.

Die beiden Amrumer Arztpraxen werden auch weiterhin Impfungen durchführen. Es kommen doch immer wieder noch spätentschlossene oder neuzugezogene Patienten mit dem Wunsch nach den Impfungen auf die Praxen zu. Zu beachten ist, dass immer eine gewisse Anzahl von Impfterminen gebündelt werden um nicht unnötigerweise Impfstoff verwerfen zu müssen. Aus einer Ampulle Biontech erhält man 6-7 Impfdosen, und die Ampullen können wöchentlich nur in einer geringen Anzahl über die Apotheken bestellt werden. Es bedarf also weiterhin einer guten Planung und Organisation.

Der Amrumer Bevölkerung kann insgesamt ein hohes Maß an Impfbereitschaft bescheinigt werden, was auch die Moral der Impfenden stets gestärkt hat. Die Arztpraxen sind auch gewillt entsprechend der Zulassungen der Impfpräparate weiter zu impfen, hier ist ja auch gerade die Debatte um die Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren im Gange. Der Biontech-Impfstoff Cominarty° hat die Zulassung ab 12 Jahren. Der Autor dieses Artikels befürwortet die Impfung ab diesem Alter, da davon auszugehen ist, dass das Risiko an Covid-19 zu erkranken und dann andere Menschen anzustecken als wesentlich gravierender anzusehen ist, als sich möglichen und noch lange unbekannten Nebenwirkungen auszusetzen. Selbstverständlich muss vor jeder Impfung eine Aufklärung stattfinden und die Einwilligung der Erziehungsberechtigen und der kleinen Patienten eingeholt werden.

Neues wichtiges Dokument … der Impfausweis.

Wie allen bekannt sein dürfte steigen die Fallzahlen an Corona-Erkrankten wieder steil an, auch Deutschland ist bereits in der „4. Welle“. Aus den letzten beiden Jahren der Pandemie haben wir gelernt, dass das Einhalten der Hygieneregeln (Testungen, Tragen von Mund-Nasen-Schutz, Händedesinfektion, Abstandhalten, Kontaktvermeidung soweit möglich, etc.) nach wie vor Sinn macht und insbesondere die Impfung einen wirksamen Schutz bietet. Zu bedenken ist hier aber, dass auch ein zweimalig geimpfter Mensch sich v.a. mit der sog. Delta-Variante anstecken kann. Er wird dann vielleicht nur wenig oder gar keine Symptome haben, jedoch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft das Virus aber übertragen können.

 

In der Diskussion ist jetzt bereits die „Auffrischimpfung“ mit einem mRNA-Impfstoff  für alle Hochrisikogruppen im Herbst. Dies wird dann möglicherweise neben den jährlich anstehenden und ebenso sinnvollen Grippeschutzimpfungen (es gibt noch andere Erkrankungen außer Corona!) stattfinden. Zu beachten ist hierbei, dass alle möglichen Impfungen nur in einem 14-tägigen Abstand zu den Corona-Impfungen verabreicht werden können. Eine Entspannung beim „Impfstress“ der Arztpraxen ist also nicht in Sicht!

Abschließend ist festzuhalten, dass uns das Corona-Virus weltweit weiterhin fest im Griff hat. Auch wenn Amrum aktuell coronafrei ist muss sich jeder darüber bewusst sein, dass wir als „Reiseland“ einem andauernden und erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Und wenn unser Ministerpräsident, Daniel Günther, bekannt gegeben hat, dass es in Schleswig-Holstein keinen lockdown mehr geben wird ist bezüglich dieser Äußerung zu bedenken, dass wir uns in einem Wahljahr befinden. Viele Anordnungen und Änderungen im Umgang mit der Pandemie sind politisch begründet, nicht wissenschaftlich.

Print Friendly, PDF & Email

Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

schon gelesen?

Muscheln satt und viel los auf den 4. Muscheltagen an der Strandbar Seehund in Wittdün …

Auch wenn das Wetter am letzten Wochenende doch schon recht frische Temperaturen bereit hielt, liessen …

3 comments

  1. “Zu bedenken ist hier aber, dass auch ein zweimalig geimpfter Mensch sich v.a. mit der sog. Delta-Variante anstecken kann. Er wird dann vielleicht nur wenig oder gar keine Symptome haben, jedoch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft das Virus aber übertragen können.”
    Das ist doch eine Aussage.
    Geimpfte können den Virus übertragen.
    Und die Ungeimpften bekommen dann die Schuld?

    Hans-Hermann Autzen

  2. Sehr geehrter Herr Autzen!
    Die Kenntnis darüber, dass auch Geimpfte die Delta-Variante des Corona-Virus übertragen können ohne selbst zu erkranken lässt keine „Schuldzuweisung“ gegenüber Nichtgeimpften zu. Man kann aber zwei Schlussfolgerungen daraus ziehen:
    1) Auch Geimpfte müssen weiterhin die Hygieneregeln einhalten und z.B. einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich ggf. testen lassen um eben Nichtgeimpfte nicht anzustecken.
    2) Nichtgeimpfte sollten sich impfen lassen um im Falle einer Ansteckung keinen schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf zu riskieren.

    Dr. Peter Totzauer

  3. Sehr geehrter Herr Dr. Peter Totzauer,
    Geimpfte können sich doch gegenseitig anstecken und stecken nicht nur Nichtgeimpfte an.
    Und der Virus wird sich verändern, so das auch Geimpfte wieder schwere oder tödliche Krankheitsverläufe riskieren.

    Hans-Hermann Autzen

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com